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startseite_20_corona-in-brasilien [d.m.Y H:i] (aktuell)
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 +<div class="​linkfeld"><​a href="​http://​www.infag.de/​seiten/​doku.php/​startseite"><​span class="​letzter_link">&​nbsp;​ zur&​uuml;​ck zur &​Uuml;​bersicht&​nbsp; ​ </​span></​a></​div>​ 
 +<div class="​ueberschrift_1">​Corona in Brasilien</​div>​ 
 +<div class="​ueberschrift_5_ohne_rand">​Der deutsche Amazonas-Bischof Johannes Bahlmann von &​Oacute;​bidos beklagt, dass in Brasilien nicht alle politisch Verantwortlichen die Tragweite der Corona-Krise erkannt haben. In einem Lagebericht vom Amazonas beschreibt der aus dem Bistum M&​uuml;​nster stammende Franziskanerbischof,​ zu welchen Mitteln er greift, um den Ernst der Seuchengefahr zu verdeutlichen &ndash; und was er tut, um die Hoffnung aufrecht zu erhalten.</​div>​ 
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 +<div class="​normaler_text"><​font color="#​993300"><​strong>​Corona in Brasilien <br /> 
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 +Am 16. April 2020 verlor der brasilianische <font color="#​FF6600">​Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta</​font>​ sein Amt. Der hatte die Bev&​ouml;​lkerung umfassend informiert und vor den Folgen des Corona-Virus gewarnt. Entlassen wurde er vom <font color="#​FF6600">​Pr&​auml;​sidenten Jair Bolzonaro</​font>​. Der h&​auml;​lt von Beschr&​auml;​nkungen wenig. Die Medizin d&​uuml;​rfe &​bdquo;​nicht st&​auml;​rkere Nebenwirkungen haben als die Krankheit selbst&​ldquo;​ erkl&​auml;​rte er bei der Vorstellung des neuen Ministers Nelson Teich. Der brasilianische Staatschef h&​auml;​lt Corona nur f&​uuml;​r eine &​bdquo;​kleine Grippe&​ldquo;​. In Brasilien waren bis Mitte April gut 30.000 Infizierte registriert und gut 1.900 verstorben. Das Gesundheitssystem ist bereits jetzt am Rande der Belastung. Die Hospit&​auml;​ler in den Bundesstaaten Amazonas und Cear&​aacute;​ stehen kurz vor dem Kollaps. Bereits vor knapp einem Monat hatte der aus Deutschland stammende Franziskaner-Bischof Johannes Bahlmann vor der Situation gewarnt. <br /> 
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 +<font color="#​993300"><​strong>​Bischof Johannes Bahlmann OFM - &​Oacute;​bidos </​strong></​font><​br /> 
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 +<img src="/​seiten/​userfiles/​Bischof-Johannes-Bahlmann-Synodenblog(1).jpeg"​ class="​bild_links"​ width="​150"​ height="​85"​ alt=""​ />Die Situation in Brasilien ist &​auml;​hnlich wie in anderen L&​auml;​ndern der Erde, nur dass die Viruswelle mit Versp&​auml;​tung hier im Norden Brasiliens ankommt. Es gibt heute 34 Todesf&​auml;​lle und fast 2.000 Infizierte in Brasilien. Die Zahlen steigen t&​auml;​glich. Es gibt Infizierte in unserer Landeshauptstadt Bel&​eacute;​m,​ in Manaus (Bundesstaat Amazonas), in unserem Nachbarbistum Parintins und auch in Nhamund&​aacute;,​ auf der anderen Seite des gleichnamigen Flusses von Faro. Die Zahlen sind bisher gering, jedoch kann man mit einer gr&​ouml;&​szlig;​eren Viruswelle rechnen. <br /> 
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 +Leider ist bei vielen Menschen, einschlie&​szlig;​lich Politikern, die Gefahr noch nicht in den K&​ouml;​pfen angekommen. Unser Pr&​auml;​sident,​ f&​uuml;​r den ich t&​auml;​glich bete, tut COVID-19 als &​bdquo;​kleine Grippe&​quot;​ ab. Gott sei Dank setzen sich die Gouverneure (Ministerpr&​auml;​sidenten) durch und leiten striktere Ma&​szlig;​nahmen ein, um die Bev&​ouml;​lkerung auf die Gefahr hinzuweisen und das Virus einzud&​auml;​mmen.<​br /> 
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 +<font color="#​993300">​Gesundheitsbeh&​ouml;​rden kontrollieren kaum <br /> 
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 +In unserer Region, d. h. im Westen des Bundesstaates Par&​aacute;,​ gab es bisher zum Gl&​uuml;​ck noch keine F&​auml;​lle. Sorgen macht mir, dass die Menschen viel zu viel herumreisen. T&​auml;​glich kamen Schiffe aus Manaus, die Passagiere in &​Oacute;​bidos aussteigen lie&​szlig;​en. Die Gesundheitsbeh&​ouml;​rden machen nur laxe Kontrollen. Seit heute ist der Schiffsverkehr f&​uuml;​r Passagiere eingestellt und die Grenzen zum Bundesstaat Amazonas wurden geschlossen. <br /> 
 +Aber heute morgen ging es hier rund, weil man noch rasch zwei Schiffe aus Manaus nach &​Oacute;​bidos losfahren lassen wollte. Eines davon mit 200 Passagieren f&​uuml;​r &​Oacute;​bidos! Ich habe auf den Gouverneur in Bel&​eacute;​m,​ den Vertreter der Landesregierung f&​uuml;​r den Westen Par&​aacute;​s in Santar&​eacute;​m,​ den B&​uuml;​rgermeister und die Milit&​auml;​rpolizei eingeredet, dass das nicht geht und sie die Grenzen zumachen sollen. Au&​szlig;​erdem habe ich nochmals die Notwendigkeit eines Hubschraubers f&​uuml;​r unsere Region angefordert. Anscheinend klappt das jetzt. Ich habe mit Anzeige und Gericht gedroht sowie mit Geldforderungen,​ sollte sich der Virus hier ausbreiten, Chaos entstehen und das Hospital &​uuml;​berfordert sein, die Patienten alle aufzunehmen. Beten wir, dass diese Truppe ihr Wort h&​auml;​lt und ihren Teil tut. Das Problem ist nicht nur die Eind&​auml;​mmung des Virus, sondern vor allem das: Wenn die Seuche wirklich ausbrechen sollte, wird unser Gesundheitssystem bei weitem nicht reichen. Schon jetzt ist die medizinische und gesundheitliche Versorgung bei uns sehr schlecht. Das &​Auml;​rzteteam ist zu klein. Au&​szlig;​erdem gibt es nur ein einziges Beatmungsger&​auml;​t im Hospital und zwei auf dem Krankenhausschiff Papa Francisco. Es fehlt an allem! Wir w&​auml;​ren im Fall einer echten Seuche &​bdquo;​aufgeschmissen&​quot;​. <br /> 
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 +Die Bev&​ouml;​lkerung ist aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben ist reduziert. Das gilt nat&​uuml;​rlich auch f&​uuml;​r unsere Bistumsverwaltung. Wer nicht unbedingt hierbleiben muss, den haben wir nach Hause geschickt. Die B&​uuml;​ros sind alle geschlossen. Es finden auch keine kirchlichen Treffen oder Kurse statt. Alles ist abgesagt.<​br /> 
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 +<font color="#​993300">​Was wir tun: Anbetung und Messen via Radio und Facebook</​font><​br /> 
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 +Und was tun wir stattdessen in dieser Krise? In der Kathedrale halten wir tags&​uuml;​ber Anbetung. Das machen einzelne Priester, Ordensleute,​ zwei Laien sowie Seminaristen,​ die in &​Oacute;​bidos bei ihren Familien sind. Die Priester sind angewiesen, zu Hause zu bleiben und nur in besonderen F&​auml;​llen der Seelsorge Besuche abzustatten. Die Pastoralbesuche in den Basisgemeinden im Hinterland sind unterbunden,​ da wir als Priester ja auch ein h&​ouml;​heres Ausbreitungspotenzial haben. Die Hl. Messen werden nur noch in den Pfarrkirchen oder Hauskapellen gefeiert f&​uuml;​r das Volk Gottes, aber unter Ausschluss der &​Ouml;​ffentlichkeit. <br /> 
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 +Aber es gibt viele und immer mehr Messen und Andachten, die per Facebook, Radio und Fernsehen in den katholischen Sendern national &​uuml;​bertragen werden. F&​uuml;​r die Di&​ouml;​zese haben wir seit dem Beginn dieser Woche zwei Messen, um 7 Uhr morgens und um 7 Uhr abends, die aus unserer Kapelle Bom Jesus per Facebook &​uuml;​bertragen werden. Das Dasein vor dem Herrn und das f&​uuml;​rbittende Gebet ist das, was uns in einer solchen Stunde Hoffnung gibt. <br /> 
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 +(vatican news &ndash; gs) <br /> 
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 +Quelle: <a href="​http://​www.vaticannews.va/​de/​welt/​news/​2020-03/​corona-brasilien-bischof-bahlmann-nothubschrauber-obidos.html ">​www.vaticannews.va ​ </​a></​div>​ 
 +<hr width="​100%"​ size="​2"​ /> 
 +<div class="​linkfeld"><​font size="​1"><​font color="#​993300"><​a href="​http://​www.infag.de/​seiten/​doku.php/​startseite">&​nbsp;​ zur&​uuml;​ck zur &​Uuml;​bersicht&​nbsp;&​nbsp;</​a><​a href="#​anfang"><​span class="​letzter_link">&​nbsp;​ Seitenbeginn &​nbsp;</​span></​a></​font></​font></​div></​html>​
Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 21.04.2020 19:55