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Mit Bodenhaftung schweben
Vom 16.-21. Mai 2016 tagte in Hofheim das Provinzkapitel der Deutschen Franziskanerprovinz. Neben dem Bericht des Provinzialministers und der Neuwahl der Definitoren ging es um Schwerpunktsetzungen für das nächste Triennium.

Spirituelle Elemente für die 53 Kapitulare waren außer den klassischen Elementen wie Eucharistiefeier und Stundengebet ein Bibliolog sowie tägliche Impulse „zu Atem kommen“.


Schatztruhe

Zur Eröffnung des Kapitels stand eine Schatzkiste in der Kapelle. Sie war zum Jahr der Orden durch die Konvente gewandert und mit dem gefüllt worden, was die Brüder als Schatz ihrer Lebensform und als Schätze ihrer Gemeinschaft ansehen.

Bericht des Provinzialministers

Auf diese Schätze nahm auch der Bericht des Provinzialministers Cornelius Bohl Bezug und auf die verschiedensten Aussagen der Brüder während seiner Visitation zur Situation der Provinz. Als Neuerung waren auch Nichtkapitulare zu diesem Teil der Vorstellung und der Aussprache des Kapitels eingeladen, was von rund 25 Brüdern wahrgenommen wurde.
In thematischen Gesprächsgruppen wurden die vom Provinzial benannten Eindrücke vertieft und diskutiert.


[Fotonachweis: Br. Natanael Ganter]

Open Space

Weitere Themen ergaben sich durch die Methode des Open Space, in dem Anliegen der Kapitulare gesammelt, gebündelt, diskutiert und vorangebracht wurden. Neben den Anträgen bilden sie die Grundlage für die Arbeit der neuen Provinzleitung.
Themen, die die Brüder und die Provinz beschäftigen, sind unter anderem:
• Das Provinzgefühl: Wo stehen wir sechs Jahre nach der Provinzvereinigung der ehemaligen vier deutschen Provinzen, was ist unsere Vision?
• Kommunikation und Leitung: Stimmen die Strukturen?
• Spiritualität: Was macht uns zu einer geistlichen Gemeinschaft?
• Franziskanisches Charisma: Wie leben wir als Mindere Brüder?
• Ordensleben der Zukunft: Woher kommt Erneuerung?
• Strukturfragen: Wie sieht die Provinz in 10 Jahren aus?
• Berufungspastoral: Wie können wir Glauben und Berufung weitergeben?

Neue Provinzleitung

Für die neue Provinzleitung stand „nur“ die Neuwahl der Definitoren an. Die Amtszeiten von Provinzialminister Cornelius Bohl und Provinzialvikar Franz-Josef Kröger gehen noch drei Jahre. Zu Definitoren wurden für das kommende Triennium gewählt: Br. Thomas Abrell (Ohrbeck), Br. Michael Blasek (Großkrotzenburg), Br. Markus Fuhrmann (Köln) und Br. Frank Hartmann (Mannheim).


Die neue Leitung der Deutschen Franziskanerprovinz (v.l.n.r.): Bruder Thomas Abrell (Bildungsreferent in Haus Ohrbeck), Bruder Michael Blasek (Schulseelsorger am Franziskanergymnasium Kreuzburg, Großkrotzenburg), Provinzvikar Franz Josef Kröger (Ökonom der Provinz in München), Provinzialminister Cornelius Bohl (München), Bruder Markus Fuhrmann (Obdachlosenseelsorger in Köln), Bruder Frank Hartmann (Pfarrer in Mannheim) [Foto: Br. Natanael Ganter]

Zusammenarbeit mit "Laien"

Die mittlerweile stattgefundenen Veränderungen wurden deutlich in einem Podiumsgespräch mit leitenden Angestellten unserer Provinz. In verschiedenen Einrichtungen liegt die Leitung mittlerweile in den Händen von „Laien“. Wie bunt die Tätigkeitsfelder sind, lässt sich aus den vertretenen vier Einrichtungen sehen: der Schulleiter des Franziskanergymnasiums Großkrotzenburg, der Leiter der Suppenküche in Berlin-Pankow, die Leiterin der Klosterbetriebe Gmbh Kreuzberg / Engelberg sowie der Leiter des Meditationshauses Dietfurt.

Spirituelle Elemente

In den spirituellen Elementen wurde eine gute Spannung deutlich: im Bibliolog unter der Leitung von Dietmar Fischenich ging es um das Unterwegssein des Volkes Israel in der Wüste und somit das Unterwegssein der Provinz. In den Einstiegsimpulsen am Nachmittag griff Franz Richardt ofm die aktuelle Initiative des Bistums Osnabrück auf und schenkte den Kapitularen Momente des Innehaltens und „zu Atem kommens“.

Kirchenkabarett

Impulse von ungewöhnlicher Seite gab es beim Kirchenkabarett mit Stefan Herok. So hatte er extra für das Provinzkapitel eine Ordenshymne geschrieben, in der es u.a. heißt: „Ich bin Franziskaner, ich bin Ordensmann, auf dass man unsre Art von Christsein spüren kann! Ein bisschen Leucht-Kirch-Turm, aber aus Fleisch und Blut! Als Orden in der Welt – tun wir der Kirche gut?... Der Kirche zur Freude, dem Höchsten zur Ehr dem alten und dem neuen Franziskus stets hinterher, weil der Pfingstgeist in freier Bewegung euch hält. So seid ihr und bleibt weiter ein Segen der Welt!“ Und ein anderes Lied endete mit der Aufforderung: „Macht aufmerksam, das braucht die Welt, zeigt, wie man einfach lebt! Schön, wenn ihr dafür Beispiel gebt, wie man mit Bodenhaftung schwebt!“

Die kommenden drei Jahre werden zeigen, inwieweit es gelingt, mit Bodenhaftung zu schweben und Leucht-Kirch-Turm zu sein…

Br. Stefan Federbusch


Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:36