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Erlassjahr.de-Aktionen während des Treffens der G7-Finanzminister in Dresden
Vom 27.-29. Mai 2015 treffen sich die G7-Finanzminister in Dresden. Die u.a. von den Franziskanern unterstützte Kampagne erlassjahr.de fordert „Höchste Zeit für die Lösung der Schuldenkrise“.

Dazu gibt es am 27. Mai eine öffentliche Kundgebung unter dem Motto „Weckt die schlafenden Finanzminister!“ und einen ökumenischen Gottesdienst sowie am 28. Mai 2015 eine Anhörung zu alten und neuen Schuldenkrisen und was dagegen getan werden kann.


Öffentliche Aktion und Kundgebung
(Mittwoch, 27. Mai 2015, 17 Uhr, Neumarkt)
Weckt mit uns die schlafenden Finanzminister!
Kommt mit euren Weckern und allem, was Krach macht! Die Politik hat genug geschlafen: Neue Schuldenkrisen drohen und es wird Zeit, ein Verfahren zur fairen Lösung zu schaffen!

Onlinekampagne mit den Forderungen an die Finanzminister: www.erlassjahr.de/kampagnen/macht-mit/unterzeichnen.html

Ökumenischer Gottesdienst
(Mittwoch, 27. Mai 2015, 19 Uhr, Dreikönigskirche)
Im Anschluss an die Kundgebung ziehen wir gemeinsam zur Dreikönigskirche, um dort gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern.

Öffentliche Anhörung zu alten und neuen Schuldenkrisen - und was dagegen getan werden kann
(Donnerstag, 28. Mai 2015, 14:30 - 18:30, Stadtmuseum)
Das Programm der Veranstaltung, die erlassjahr.de gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin, Brot für die Welt und Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V. (WEED) organisiert, ist abrufbar unter: www.erlassjahr.de/kampagnen/macht-mit/anhoerung.html



Die jüngsten Ereignisse in Griechenland haben deutlich gemacht, dass Schuldenkrisen keineswegs ein Phänomen der Vergangenheit sind. Das bestehende Finanz- und Wirtschaftssystem birgt vielmehr permanent die Gefahr einer Schuldenkrise in sich. Um die gegenwärtigen und zukünftigen Krisen zu verstehen, ist eine Auseinandersetzung mit den Krisen der Vergangenheit zentral. Denn schon jetzt sehen wir, wie sich im Globalen Süden die nächsten Schuldenkrisen aufbauen. Das liegt daran, dass der große Finanzierungsbedarf für die bestehenden Entwicklungsherausforderungen momentan auf ein hohes Kapitalangebot an den Märkten trifft.

Die G7 schreiben sich eine zentrale Rolle in der Steuerung der Weltwirtschaft zu. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie sie mit zukünftigen Schuldenkrisen umgehen wollen. Entsprechen die Pläne der G7 den Standards für Gerechtigkeit und Fairness, wie sie in den letzten Jahren von den Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen definiert wurden? Und welche Perspektiven auf die Gerechtigkeitsfrage haben die Gewerkschaften, Kirchen und sozialen Bewegungen als Vertreter der weltweiten Zivilgesellschaft?

Um diese Fragen zu klären, kommen am 28. Mai 2015 im Rahmen einer öffentlichen Anhörung sowohl Vertreter_innen der G7-Präsidentschaft als auch Vertreter_innen sozialer Bewegungen aus verschuldeten Staaten und führende Akademiker_innen zu Wort. Die Veranstaltung bietet einen Raum für Dialog und die Entwicklung von Alternativen, die dringend benötigt werden. Dabei werden vier Foren ein umfassendes Bild der Problematik von Schuldenkrisen und ihrer Lösung / ihren Lösungsmöglichkeiten geben. Die Mitglieder des jeweiligen Forums werden von einer ständigen Befrager_innen-Gruppe zu einem spezifischen Teilaspekt befragt. Das Publikum wird in jedem Forum die Gelegenheit erhalten, eigene Fragen an die Expert_innen-Gruppe zu stellen.

In vier Foren stehen internationale Schuldenexpert/innen aus Wissenschaft, Politik und sozialen Bewegungen Rede und Antwort. Mit dabei sind unter anderem Alberto Acosta (Wirtschaftswissenschaftler aus Ecuador), Juan Laborda (Podemos, Spanien), Dr. Fanwell Bokosi, Direktor des Afrikanischen Forums und Netzwerks für Schulden und Entwicklung (AFRODAD) sowie Dr. Ludger Schuknecht (Bundesfinanzministerium) als Vertreter der deutschen G7-Präsidentschaft.

Programm

Forum 1: Die nächste Schuldenkrise im Anmarsch: Wen betrifft es wie?
Expert_innen:
Tim Jones
, politischer Referent Jubilee Debt Campaign, Großbritannien
Dr. Fanwell Bokosi, Direktor des Afrikanischen Forums und Netzwerks für Schulden und Entwicklung (AFRODAD)
Travis Mitchell, Experte für Finanz- und Entwicklungspolitik, Abteilung Wirtschaftspolitik im Commonwealth Secretariat

Forum 2: Was läuft falsch im aktuellen Schuldenmanagement? Erfahrungen aus Schuldnerländern und theoretische Perspektiven.
Expert_innen:
Alberto Acosta, Wirtschaftswissenschaftler an der Facultad Latinoamericana de Ciencias Sociales (FLACSO), Ecuador
Jeromin Zettelmeyer, Mitglied des internationalen Expertenkommitees zu internationaler Wirtschaftspolitik und Reform bei der Brookings Institution und einer der Hauptautoren eines Vorschlags für ein Staateninsolvenzverfahren Juan Laborda, Experte für internationale Finanzen und Wirtschaft, Podemos, Spanien

KAFFEEPAUSE (16:15 Uhr - 16:45 Uhr)

Forum 3: Was ist die Verantwortung der G7 im Hinblick auf die Lösung von globalen Staatsschuldenkrisen?
Expert_innen:
Dr. Ludger Schuknecht, Abteilungsleiter Finanzpolitische und volkswirtschaftliche Grundsatzfragen, Internationale Finanzpolitik und Währungspolitik, Bundesministerium der Finanzen (angefragt)
Jürgen Kaiser, Politischer Koordinator, erlassjahr.de - Entwicklung braucht Entschuldung

Forum 4: Die Vereinten Nationen für ein Staateninsolvenzverfahren - Potential für eine Reform?
Expert_innen:
Adrian Esteban Cosentino, Leiter der Abteilung für Schuldenrestrukturierung im Ministerium für Wirtschaft und öffentliche Finanzen, Argentinien
Manuel Montes, Senior Advisor Entwicklungsfinanzierung, South Centre, Genf
Mitglieder der Befrager_innen-Gruppe:
Eric LeCompte, Koordinator Jubilee, USA
Kiama Kaara, Direktor des kenianischen Entschuldungsnetzwerkes Kenya Debt Relief Network (KENDREN)
Hans Rackwitz, Weltwirtschaft Ökologie und Entwicklung (WEED)
Bodo Ellmers, Leitung der Abteilung Schulden und verantwortliche Finanzierung beim European Network on Debt and Development (EURODAD)

Quelle: www.erlassjahr.de


Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:23