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Gutes Leben für alle
Vom 4.-7. Juni 2015 hielten die Dillinger Franziskanerinnen der Provinz Bamberg ein Mattenkapitel. Die Schwestern widmeten sich dem Thema „Gutes Leben für alle“. Was heißt gutes Leben für mich als Mitglied einer Ordensgemeinschaft?

Ein Schwerpunkt bildete die Verantwortung für die Schöpfung mit einer kritischen Hinterfragung der Konsumgewohnheiten mit Blick auf die Auswirkungen auf Umwelt und Klima.


Mattenkapitel der Dillinger Franziskanerinnen in der Provinz Bamberg

Vom Abend des Fronleichnamstags bis zum Sonntagmorgen trafen sich insgesamt 80 Schwestern im Montanahaus, um „Gutes Leben für alle“ miteinander zu bedenken.



P. Heribert Arens OFM, Vierzehnheiligen, hielt das Auftaktreferat, in dem er der Frage nachging: Was heißt gutes Leben für mich als Mitglied einer Ordensgemeinschaft? Hier einige Impulse aus seinem Referat:
- Dieses Leben ist ein gutes Leben, wenn ich mich von der Freiheit, die mir die Gelübde ermöglichen, in die Pflicht nehmen lasse, wenn ich mich öffne für die Menschen um mich, besonders für die, die durch das Netz der Liebe fallen.
- Dieses Leben ist ein gutes Leben, wenn wir eine „Hörgemeinschaft“ (Bernhard Holter) sind, die gemeinsam versucht, den Willen Gottes zu erspüren, seine Zeichen zu verstehen, die miteinander um die Wahrheit ringt. Dazu brauchen wir eine kontemplative Lebenshaltung.
- Diese Leben ist ein gutes Leben, wenn es gelingt, alles, was geschieht, unter dem Leitwort zu deuten: „Alles ist Heilgeschichte.“
- Dieses Leben ist ein gutes Leben, wenn wir den Kreis nicht zu klein ziehen, wenn unsere Themen nicht nur um uns selber kreisen, wenn die Schicksale von Menschen uns berühren.



In Gruppengesprächen vertieften die Schwestern die Anregungen und suchten nach Parallelen im eigenen Leben. Jede Gruppe brachte einen wesentlichen Gedanken aus ihrem Gespräch in die Eucharistiefeier ein, der P. Heribert in seiner schlichten, brüderlichen, ermutigenden Art und Weise vorstand.



Eine Einheit gab es auch, um die gegenwärtige Situation der Provinz in den Blick zu nehmen. Hierzu gab es Informationen der Provinzleitung und anschließende Gruppenarbeit.



Besonderer Schwerpunkt dieses Mattenkapitels war unsere Verantwortung für die Schöpfung. In einer sehr anschaulichen Ausstellung zu nachhaltigem Lebensstil gab es reichliche Informationen zu folgenden Themen: Fleisch- und Wurst, Kaffee, Kakao und Schokolade, Papier, Torf und Blumenerde, Blumen. Bei all den Themen ging es um Auswirkungen unseres Konsums auf Umwelt und Klima und/oder um die Produktionsbedingungen für die Menschen in den Ländern des Südens und Alternativen aus fairem Handel und nachhaltiger Produktion – eben um gutes Leben für alle. Jede Schwester konnte an einer Übersicht zu den genannten Themen drei „Stimmen“ vergeben, wofür sich die Provinz in einem ersten Schritt selbst verpflichten will. Das Ergebnis war und ist erfreulich!



Auf der Suche nach gutem Leben war wohl auch der Zöllner Zachäus. Wahlweise im Schrift-gespräch oder im Bibliolog setzten sich verschiedene Gruppen mit der vielschichtigen Perikope aus dem Lukasevangelium (Lk 19,1-16) auseinander.

In den von Schwestern angebotenen Workshops hatten alle die Möglichkeit, sich über bestimmte Schwerpunkte des Rahmenthemas auszutauschen:
- Zuhören, hinhören, weghören
– Gesprächskultur in unseren Konventen
- Gutes Leben für alle auch im Alter
- Armut in Deutschland
- Fairer Handel
– Wie unsere Kleidung gemacht wird
- Wer sind alle? Wie schaut gutes Leben aus?



Bei einem „indischen Abend“, mit Informationen über Indien und die indische Provinz, einem köstlichen indischen Abendessen, mit indischer Musik und Tanz, kam auch etwas von der Internationalität unserer Gemeinschaft zum Tragen.



Mit dem Abschlussgottesdienst am Sonntag, zu dem der Provinzial der Karmeliten, P. Dieter Lankes OCarm., Bamberg, eingeladen war, und dem Frühstück endete ein ermutigendes Mattenkapitel.

Sr. Maria Uttenreuther / Sr. Pernela Schirmer


Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:36