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5-jähriges Jubiläum Institut für Theologische Zoologie Münster
Mit einer Reihe von Jubiläumsveranstaltungen begeht das Institut für Theologische Zoologie sein fünfjähriges Bestehen.
Dazu gehören eine Podiumsdiskussion am 12. September 2014„Tiere und Theologie. Was soll das denn?“ sowie die Uraufführung des Schöpfungsoratoriums „Mit allen Augen“ von Jutta Bitsch am 28. September 2014 jeweils in Münster.


Das 2009 von Dr. Rainer Hagencord und Dr. Anton Rotzetter OFMcap gegründete Institut für Theologische Zoologie stellt einer ausschließlich auf den Menschen bezogenen christlichen Lehre eine Theologie zur Seite, die das Tier als Mitgeschöpf würdigt.

Podiumsdiskussion „Tiere und Theologie. Was soll das denn?“ [Freitag, 12. September 2014 ]

"Auch Puten und Schweine gehören zur Schöpfung"

Eine einfühlsamere Haltung gegenüber Tieren haben die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion zum fünfjährigen Bestehen des Instituts für Theologische Zoologie gefordert. Vor rund 60 Zuhörern in der Aula der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde in Münster am Freitag (12.09.2014) richteten sie ihren Appell vor allem an die Verbraucher: Eine Sichtweise auf das Tier als Mitgeschöpf erfordere, darüber nachzudenken, ob man weiterhin überhaupt Fleisch essen, den Konsum einschränken oder zumindest auf eine artgerechte Haltung der Tiere achten wolle. Die Veranstaltung stand unter dem Thema "Tiere und Theologie. Was soll das denn?"

Unter der Moderation des Theologen und Biologen Propst Jürgen Quante aus Recklinghausen diskutierten der Verhaltensbiologe Andreas Haemisch, die Wissenschaftsjournalistin Tanja Busse, der Geograf und Ethnologe Kajo Schukalla und der Leiter des Instituts für theologische Zoologie, Rainer Hagencord.

Den vollständigen Bericht lesen Sie unter: kirchensite.de

Uraufführung „Mit allen Augen“ - Ein Schöpfungsoratorium
[Sonntag, 28. September 2014 // 18:00 Uhr Heilig-Kreuz-Kirche, Hoyastraße 22 in Münster]


Neue Töne für die Schöpfung (v. l.): Dorothea Raspe (Canticum novum), Michael Schmutte (Dirigent), Dr. Rainer Hagencord (Institut für Theologische Zoologie) und Jutta Bitsch (Komponistin)
Foto: Gerhard H. Kock


Komposition: Jutta Bitsch
Eigene Texte und Libretto in Zusammenarbeit mit Dr. Rainer Hagencord

Inspiriert zu dem Schöpfungsoratorium wurde die Komponistin durch die enge Zusammenarbeit mit Dr. Rainer Hagencord, Gründer und Leiter des ITZ. „Mit allen Augen sieht die Kreatur das Offene“ - so überschreibt Rainer Maria Rilke seine achte Duineser Elegie. Mit diesem Text und vielen weiteren setzt sich die neue Komposition von Jutta Bitsch auseinander. Der sowohl staunende als auch wachsame Blick auf die Vielfalt und Herausforderungen der Schöpfung soll in dem Werk musikalisch zum Ausdruck kommen und überraschen.

Musikalische Gestaltung
• Kammerchor: canticum novum
• Sinfonisches Orchester: Neue Philharmonie Westfalen
• Solisten: Andrea Lauren Brown, Sopran & Georg Gädker
• Sprecher: Gerald A. Manig
• Musikalische Leitung: Michael Schmutte

Der Eintritt ist kostenfrei. Im Anschluss an das Konzert sind alle Musiker und Gäste eingeladen zum gemeinsamen Ausklang im Pfarrzentrum, Maximilianstraße 59 in Münster.

Schöpfungsoratorium von Jutta Bitsch in der Kreuzkirche wird kritisch und politisch
Kein Haydn 2.0


„Im Anfange schuf Gott Himmel und Erde“. Und am Ende hat sie der Mensch zerstört? Soweit soll es nicht kommen. Das „Institut für Theologische Zoologie“ der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Kapuziner hat zu seinem fünfjährigen Bestehen ein Schöpfungsoratorium in Auftrag gegeben. Jutta Bitsch hat es komponiert, und es wird kein ungetrübter Jubel auf den Schöpfer werden, schon eher eine Mahnung an eine seiner Kreaturen: den Menschen. Ein zweites Haydn-Oratorium wäre „heute zynisch“, befindet Dr. Rainer Hagencord. Der Priester und Institutsleiter hat kommentierende Aphorismen zu den Texten (Psalm 104, Rainer Maria Rilke, Fridolin Stier und die Vision bei Jesaja 11) beigesteuert. „Wir wollen in einem gute Sinne provozieren.“ Die Menschen müssten zur Kenntnis nehmen, dass sie verwandt sind mit allem, was lebt. „Tiere sind unsere Geschwister“. Aber: „Jeden Tag werden zehn Tier- und Pflanzenarten ausgerottet und in der industriellen Tierhaltung Schweine, Puten, Kühe und Hühner zu Rohlingen der Fleisch-, Eier- und Milchproduktion degradiert.“

Das Schöpfungsoratorium „Mit allen Augen“ (aus der 8. Duineser Elegie von Rilke: „Mit allen Augen sieht die Kreatur das Offene. Nur unsre Augen sind wie umgekehrt.“) soll eine „Zeit-Diagnose“, eine politische Veranstaltung werden. Entsprechend wird die Musik sein, mit Reibungen in den Klangschichten. Jutta Bitsch will in der Komposition auf der einen Seite ihren Respekt vor der Gregorianik zeigen und auf der anderen Seite mit experimentellen Elementen in Kontrast bringen. Trotz der desillusionierenden Diagnose werde aber auch Urvertrauen zum Ausdruck gebracht: „Für mich ist es ein zuversichtliches Werk.“

Zuversichtlich ist auch Michael Schmutte, der mit seinem Chor „canticum novum“ sowie der Neuen Philharmonie Westfalen das Oratorium umsetzen wird: „Am Anfang war ich beeindruckt. Jetzt bin ich begeistert.“ Die komplizierten Rhythmen seien schwierig, aber: „Es lässt sich schön singen.“ Als Solisten treten Andrea Lauren Brown (Sopran), Georg Gädker (Bariton) und Gerald A. Manig (Sprecher) auf. Und so hofft Hagencord auf einen Bewusstseinswandel: „Was wäre sonst ein Glaube an Gott – als den Liebhaber des Lebens – wert?“

Gerhard H. Kock

Quelle: www.wn.de


Weitere Veranstaltungen sind in der Planung

15.-17. Mai 2015 // Tagung // Wie viel Tier braucht der Mensch? Neue Perspektiven der Theologischen Zoologie
Akademie Franz Hitze Haus, Münster

28.-29. Mai 2015 // Ausstellung // Das Noah-Projekt // Exponate von Quint Buchholz & Projektergebnisse der PatientInnen der LWL-Kliniken Münster
LWL-Klinik Münster, Friedrich-Wilhelm-Weber-Str. 30 in Münster

Mai 2015 Ausstellung & Auktion // Das bist Du // Exponate von Gerd Bannuscher
Besonderer Gast: Jane Goodall (angefragt)
Dominikanerkirche, Salzstraße 10 in Münster

Homepage des Instituts für Theologische Zoologie:
www.theologische-zoologie.de


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:23