zurück zur Übersicht 
Zweifel stärken seinen Glauben
Am 30. Januar 2013 konnte P. Serafin Prein ofm seinen 100. Geburtstag feiern. Der aus Metelen stammende Franziskaner war lange Jahre im Nordosten Brasiliens tätig und lebt heute im Franziskanerkloster Mettingen.


Den 1913 in Metelen geborenen Josef Prein zog es nach seinem Abitur am Missionsgymnasium im Kloster Bardel 1932 nach Brasilien, wo er in Olinda und Salvador Baia an den Hochschulen des Franziskaner-Ordens Theologie und Philosophie studierte.



Nach seiner Priesterweihe 1937 wirkte er im Nordosten Brasiliens als Volksmissionar, gründete mehrere Klöster und Kollegs, baute Kirchen und soziale Stationen für alte und kranke Menschen. 1955 wurde Pater Serafin Provinzial seines Ordens in Brasilien, aus dessen Gemeinschaft die ersten Basisgemeinden gegründet wurden. Später wurde er wichtiger Ansprechpartner bei der Gründung von Adveniat, der Hilfsaktion der deutschen Bischöfe für Lateinamerika.

Von 1967 an förderte Pater Serafin von Mettingen aus die Berufungspastoral der Franziskaner in Deutschland. Bis zu seinem 95. Lebensjahr hielt er Hunderte von Exerzitien in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Juni 2012 konnte Pater Serafin den 75. Jahrestag seiner Priesterweihe feiern.

Quelle: http:kirchensite.de

Während seiner langen Zeit als Missionar im Nordosten Brasiliens hat Pater Serafin in viele Abgründe geschaut. Heute feiert der gebürtig aus Metelen stammende Ordensmann seinen 100. Geburtstag. Dazu gratuliert auch seine Heimatgemeinde.

Pater Serafin steht am Telefon im großen Flur des Mettinger Franziskaner-Konvents. In fließendem Portugiesisch beantwortet er die guten Wünsche aus Brasilien.
Am heutigen Mittwoch wird Serafin, der mit bürgerlichem Namen Josef Prein heißt und aus Metelen stammt, noch viele Gratulationen entgegennehmen. Denn: Der Franzis-kanerpater wird 100 Jahre alt.

Während seiner langen Zeit als Missionar im Nordosten Brasiliens hat Pater Serafin in viele Abgründe geschaut. Er musste verhungerte Kinder beerdigen, kümmerte sich um die Aussätzigen in den Favelas, den Elendsvierteln der Städte. „Natürlich sind mir da Zweifel gekommen. Und ich habe Gott danach gefragt, wie er so etwas zulassen kann“, sagt der Geistliche. Gleichzeitig habe ihn dieser Zweifel letztlich immer wieder im Glauben gestärkt: stets aufs Neue sich auf Gottes Willen einzulassen und ihm zu vertrauen. Sehr berührt hat den heute 100-jährigen Priester, wie die Ärmsten der Armen ihr Schicksal getragen haben. Auch sie haben auf Gott vertraut. Und das habe auch ihm selbst wieder geholfen, Gott und die Menschen neu zu entdecken.

Die Zeit in Südamerika hat den Pater sehr geprägt. Er habe stets versucht, sich an die Grundhaltung des heiligen Franziskus zu halten. Das Evangelium zu leben, nicht nur zu hören. Es sei schon schwierig, diese Haltung in der heutigen Zeit jungen Menschen zu vermitteln, räumt der Geistliche ein. Er warne allerdings davor, Menschen, die nicht glauben, zu verurteilen. Das sei unklug, gerade für einen Christen. „Wir versuchen, im Religionsunterricht im Kolleg die Menschen wenigstens zu interessieren“, erzählt der gebürtige Metelener. Manchmal mit Erfolg.

Pater Serafin macht kein Hehl daraus, dass er damals gerne in Brasilien geblieben wäre. „Was soll ich in Deutschland?“, habe er gefragt, als er 1967 dorthin berufen wurde. In Mettingen ist der Franziskaner-Pater aber schnell heimisch geworden. In der Gemeinde leben viele Menschen, die bereit sind, sich inspirieren lassen, hat er festgestellt.

In jüngeren Jahren ist er viel Fahrrad gefahren. „Ich habe gesund gelebt, nicht geraucht und nur mäßig Alkohol getrunken“, verrät Pater Serafin mit einem Schmunzeln. Das innere Vertrauen auf Gott habe ihm aber sicherlich auch geholfen, so alt zu werden.

Pater Serafin lebt im Mettinger Konvent. Noch immer engagiert er sich für die Aids-Hilfe in Osnabrück und ist als Seelsorger im Einsatz. Zu seinem 100. Geburtstag hat der Orden in Brasilien den Vizeprovinzial Beto und den Definitor Gilmar nach Mettingen entsandt. Außerdem ist für heute ein Empfang im Konvent geplant. Die Metelener Kirchenge-meinde gratuliert ebenfalls zum runden Geburtstag.

Quelle: www.wn.de


  zurück zur Übersicht    Seitenbeginn  

Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:35