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Film „Die große Reise“
Am 18. Oktober 2013 kam der Film „Die große Reise“ von Helmut Manninger in die Kinos. Wie gehen Ordensfrauen mit Loslassen und Abschied um? Wie kommen sie damit zurecht, aus ihrem Kloster ausziehen zu müssen? Der Film zeigt dies am Beispiel der Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens. Die 25 Schwestern mussten ihr Haus in Eichgraben aufgeben.


Synopsis

Im Grunde ist „Die Große Reise“ ein Liebesfilm. Über Frauen, die lieben, was sie tun und die den Ort lieben, wo sie es tun. Und von genau da müssen sie weg. Ihr Kloster wird verkauft. Ein halbes Leben und mehr haben sie darin verbracht. Es ist wie die Vertreibung aus dem Paradies. Wie werden die Nonnen reagieren? Wie gehorsam werden sie sein, wenn es ans Eingemachte geht?



„Die Große Reise“ erzählt vom großen Thema Abschied. Es betrifft jeden von uns. Irgendwann. Irgendwo. Und gerade dann, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Plötzlich wird das Leben zur brutalen, unmenschlichen Angelegenheit. Die Klosterschwestern werden sogar zum Abschied gezwungen. Werden sie darin den „Willen Gottes“ erkennen können? Oder aber dagegen ankämpfen, mit „Gottes Hilfe“? Menschen, die dem Herrgott näher sind als andere, oder etwa nicht?

„Die Große Reise“ – ein „kleines Wunder“.

Immer wieder, und das über Monate, dabei zu sein, wenn Nonnen kämpfen. Innerlich und äußerlich, gegen Zweifel, Obrigkeit und drohenden Exodus. Ein Privileg, das Regisseur Helmut Manninger zuteil wurde, meisterhaft umgesetzt vom mehrfach ausgezeichneten Kameramann Robert Neumüller. Seine Bilder beweisen Mut zu Langsamkeit und Stille, gewähren gefühlvoll Einblicke in eine entschleunigte Welt, die bald untergehen wird. Er lässt uns hochbetagte Schwestern erleben, fröhlich und unbeschwert wie Kinder. Gleichzeitig lesen wir in ihren Gesichtern, wie es in ihrer Seele aussieht. Und erleben den Drahtseilakt zwischen Glaube, Hoffnung und sich dem Schicksal ergeben. Klosterschwestern im emotionalen Ausnahmezustand – einzigartig in der Dokulandschaft.

„Die Große Reise“ – ein Film voller Hingabe und Weisheit.

Und letztlich ein Film über die hohe Kunst des Loslassens. Lerne loszulassen. Das ist der Schlüssel zum Glück. Buddha Nichts ist entspannender, als das anzunehmen, was kommt. Dalai Lama Wir haben Angst loszulassen, wir haben Angst, wirklich zu leben, weil leben lernen loslassen lernen bedeutet. Sogyal Rinpoche, Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben

Quelle: www.diegrossereise.at/synopsis.html


Die große Reise

Loslassen und Abschied nehmen (müssen) ist für Menschen jeden Alters ein Thema. Wie gehen Ordensfrauen damit um? Wie kommen sie damit zurecht, aus ihrem hundert Jahre alten Kloster, in dem die meisten den Großteil ihres Lebens verbracht haben, ausziehen zu müssen. Der berührende Kinofilm "Die große Reise” gibt darauf Antwort. Er ist auch ein Liebesfilm über Berufung - und darüber, wie es gelingt, ihr auch in schwierigen Zeiten treu zu bleiben. Am 18. Oktober 2013 kommt der Streifen in die Kinos.

„Was geschieht mit dem Kloster?”

Diese Frage aus einem Zeitungsausschnitt habe ihn nicht mehr losgelassen, erzählt Helmut Manninger, der Regisseur des Films. Also habe er bei den Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens angerufen und gefragt, ob er die Schwestern in Eichgraben im Wienerwald einige Zeit mit der Kamera begleiten dürfe. Nämlich genau in jener Zeit, in der sie ihr Haus zum Verkauf vorbereiten und ihre eigene Übersiedlung in die Hand nehmen müssen. „Ich habe großen Respekt vor den Schwestern, dass sie das sehr einfühlsame Filmteam mit auf den Weg genommen haben”, sagt Sr. Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, die eine Vorpremiere im Wiener Burgkino gesehen hat.

Ordensfrauen reagieren wie alle anderen Menschen auch

Die 25 Ordensfrauen in Eichgraben gehen sehr unterschiedlich mit der Nachricht um, dass die Ordensleitung die Auflösung ihres großen Hauses im Wienerwald beschlossen hat. Da gibt es die neugierigen Aufbruchbereiten ebenso wie die treuen Bewahrerinnen. Dass nach langem Zögern am Schluss doch alle JA sagen zu dem Schritt, zeugt von ihrer inneren Reife und Fähigkeit, die Wirklichkeit anzunehmen. Der Film fängt die Anstrengungen der Schwestern, sich "im Gehorsam” mit ihrer Situation anzufreunden, sensibel und mit "großer Ehrfurcht”, so Sr. Beatrix, ein. Im Film gibt es viele berührende Momente: die Schwester, deren Geigenvibrato von den alten, zitternden Händen herrührt, der Schlüssel, der sich das letzte Mal im Schloss dreht, die bettlägrige Ordensfrau, die die Sanitäter zum letzten Mal in die Kapelle schieben ...

Leben heißt Loslassen

"Der Film steht für mehr”, so die Einschätzung von Sr. Beatrix. „Er zeigt den Abschied von dieser Form des Ordenslebens. Die Frage ist, was Ist heute und in Zukunft die Form des Ordenslebens, zu der wir gerufen sind?” P. Maximilian Krenn, Prior des Stiftes Göttweig, sagt über den Fokus des Films: "Nicht, wie wir als Ordensleute ankommen, Ist die Frage, sondern das Thema Abschied und Altern. Und das betrifft ganz viele Menschen, das ist für viele relevant.”

Abschied und Aufbruch - wohin?

Feinfühlig konzentriert sich der Film auf das unmittelbare Geschehen des Abschiednehmens. Das Haus in Eichgraben hatte in Blütezeiten bis zu 250 Schwestern beherbergt, die sich auf ihren Dienst in aller Welt vorbereiteten. Es war nie als Altenheim gedacht gewesen. Diffus bleibt das Bild der Zukunft: Wohin brechen die Ordensfrauen auf aus ihrem Haus, das sie zurücklassen? Auf diese Frage gibt der Film keine Antwort. Man bekommt fast den Eindruck, dass sie es selbst nicht so genau wissen. Das macht das Abschiednehmen schwer. Wenn Aufbruch mehr Losreißen vom Gewohnten ist als Kennenlernen des Neuen, dann bleibt ein Schleier der Sentimentalität auf dem Geschehen liegen.

(Ordensnachrichten 3/2013, S. 16)


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