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Sibirienhilfe der Aachener Franziskanerinnen
Ein Rollstuhl - selbst gebaut aus einem alten Holzstuhl, zwei Fahrradreifen und einem Stützrad. Wenn Sergej mit seiner Frau Ludmilla einen Spaziergang unternimmt, schiebt er in zwei Metallösen Holzscheite, damit er sich nicht so tief bücken muss und sein Rücken schmerzt. Rollator oder Rollstuhl, das sind Hilfsmittel, die für Menschen in Russland oftmals finanziell unerreichbar sind. Selbst wenn das Geld da ist, fehlt die Information darüber, welche Hilfsmittel es überhaupt gibt oder wie sie zu nutzen sind.


Die Pflege ist in Russland ein wenig beachtetes Thema. Es fehlt an fachlich fundierten Kenntnissen, wie man den Patienten mobilisiert, seine Würde und Persönlichkeit achtet oder sich selbst als Pflegenden schont.
Die Caritas Westsibirien hat seit 2005 ein Modellkonzept entwickelt, mit dem die Lebensqualität und die Pflege alter, kranker und behinderter Menschen im häuslichen Bereich nachhaltig verbessert wird. Ohne die finanzielle Unter-stützung aus Deutschland ist die weitere Arbeit der Zentren extrem gefährdet. Es fehlen die Gelder zur Anschaffung von Materialien für die Ausleihe von Pflegehilfsmitteln und zur Ausstattung der Schulungs- und Beratungsräume. "Rollstühle, Pflegebetten, Antidekubitusmatratzen, Badewannensitze, all diese Materialien müssen dringend neu angeschafft oder wieder von der Menge her aufgestockt werden", so Diözesancaritasdirektorin Sr. Maria Elisabeth Jakobwitz. "Leider ist die Einfuhr von Sachspenden als Hilfstransport inzwischen heute nicht mehr möglich".



Die Ordensfrau aus Deutschland hofft daher auf die finanzielle Unterstützung durch Menschen, die sich ihrem Anliegen verbunden fühlen. "Inzwischen wächst zwar auch in Russland das Verständnis für die Notwendigkeit unserer Arbeit und die Spenden nehmen zu, aber sie reichen nicht zur Neuanschaffung der notwendigen Hilfsmittel aus". Mehr als 20.000 Personen beraten und schulen die Mitarbeiter der Caritas Westsibirien jährlich. Rund 1.200 Pflegehilfsmittel wurden im vergangenen Jahr ausgeliehen. Die Wirkung neu erlernter pflegerischer Handlungen auf die psychische und physische Verfassung von Pflegebedürftigen ist enorm. "Es ist immer wieder ergreifend, wie sich die Gesichter völlig apathischer Patienten innerhalb weniger Tage aufhellen und sie neue Zuversicht und Lebendigkeit ausstrahlen", so Sr. Maria Elisabeth.

In jedem der fünf Hauskrankenpflegezentren im Bistum "Verklärung des Herrn" in Westsibirien sind zwei Mitarbei-terinnen beschäftigt, die eine medizinische Grundausbildung haben und im Rahmen des Modellprojektes zu Spezialisten und Multiplikatorinnen in der Hauskrankenpflege ausgebildet wurden. Die Zentren verfügen über ein Sortiment moderner Pflegehilfsmitteln und technischer Rehabilitationshilfen für die Beratung und Schulung und zur Ausleihe. Darüber hinaus hat jedes Zentrum eine Grundausstattung an Unterrichts-material, das auf internationalen Erfahrungen in der Schulung von Pflegepersonen basiert.

Auf dem riesigen Territorium des zweitgrößten Bistums der Welt, das der Fläche nach größer ist als Westeuropa, koordiniert und fördert die Diözesancaritas in Novosibirsk die Entwicklung kirchlicher Sozialarbeit. Das soziale Engagement der Caritas ist vielfältig und eine Antwort auf besondere gesell-schaftliche Nöte. Die meisten Projekte der Caritas haben Modellcharakter. Sie tragen dazu bei, dass in der Gesellschaft die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass bedürftige Menschen effektive Hilfe finden. In den Einrichtungen der Caritas arbeiten circa 200 Mitarbeiter sowie mehr als 100 ehrenamtliche Helfer.

Die Diözesancaritas in Novosibirsk wurde 1991 durch Bischof Joseph Werth gegründet. Seit Januar 2004 wird sie durch die Diözesancaritasdirektorin Sr. Maria Elisabeth Jakubowitz geleitet. Sie ist Ordensschwester der Armen-Schwestern vom hl. Franziskus (Deutschland) und pflegt intensive Kontakte zu Spendern und europäischen Partnerorgani-sationen, um die Arbeit vor Ort zu fördern und fortführen zu können.

Spendenkonto der Caritas Westsibirien in Deutschland:
Sibirienhilfe der Armen-Schwestern vom hl. Franziskus e.V. Konto 1030 101 010 | BLZ 370 601 93 | Pax Bank Aachen eG

Verena Bauwens


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:23