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Provinztag in Salzkotten
Um die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen und kirchlichen Entwicklungen ging es beim Provinztag der Salzkottener Franziskanerinnen am 21. November 2012. Rund 100 Schwestern sowie einige Mitglieder der Weggemeinschaft Koinonia kamen zusammen, um über den Wertewandel in der Gesellschaft und seine Auswirkungen für Glaube und Kirche nachzudenken.


Am Beginn des Tages standen nach einem Geistlichen Impuls zunächst einige Informationen durch die Provinzoberin Sr. Hildegarde Voss und Beratungen über gemeinschaftsinterne Fragen.

In einem ersten Impulsvortrag stellte Br. Stefan Federbusch ofm (Bild links) dann den Wertewandel dar, wie er sich seit dem II. Weltkrieg in Deutschland vollzogen hat. Die Pflicht- und Akzeptanzwerte wurden zunehmend durch die sogenannten Selbstentfaltungswerte abgelöst bzw. ergänzt. Die Industriegesellschaft wandelte sich in eine Risiko-, Erlebnis und Multioptionsgesellschaft. Heute ist sie vor allem Kommunikations- und Mediengesellschaft. Die virtuelle Welt bestimmt weitgehend unsere reale Welt mit bzw. ist zu unserer realen Welt geworden. Anhand der Generationenfolgen konnten die Teilnehmerinnen ihre eigenen biografischen Erfahrungen und wertemäßigen Einstellungen einordnen. Der Teil „Medien“ ergänzte den historischen Entwicklungsgang und verwies auf die aktuelle Gegenwartssituation.



In einem zweiten Impulsreferat ging es um den parallel verlaufenden Prozess innerhalb der Kirche, der heute vielfach als Glaubensverdunstung und Glaubensverlust wahrgenommen wird. Die „Gotteskrise“ bewirkt den Bedeutungsverlust des Glaubens und der Institution Kirche. Anhand des Stichwortes „Spiritualität“ erläuterte der Referent die Veränderungen, die sich innerhalb der (katholischen) Kirche wiederfinden, nicht zuletzt in den Glaubensformen.



Ziel des Studientages war es einerseits, unsere Zeit und die (jungen) Menschen von heute ein Stück mehr zu verstehen und die Entwicklungen der Ordensgemeinschaften besser einordnen zu können, und andererseits den Mut nicht zu verlieren, sich im Sinne der Erneuerung des II. Vatikanischen Konzils neu der Welt und den Menschen zuzuwenden und die Spuren von Gottes neuer Welt zu entdecken bzw. den Menschen aufzuzeigen.

In der gemeinsamen abschließenden Eucharistie feierten die Teilnehmerinnen die Gegenwart Gottes unter uns Menschen. Seine Zusage „weil du mir wertvoll bist“ erfahrbar werden zu lassen bleibt in allen Umbruch- und Wandlungsprozessen bleibender Auftrag der Ordensgemeinschaften

Br. Stefan Federbusch


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:35