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Franziskaner verlassen Ottbergen
Ottbergen ist einer der wenigen Konvente, in denen nacheinander alle drei franziskanischen Männerorden vertreten sein werden: was die Kapuziner begannen, wurde für 144 Jahre von den Franziskanern getragen und wird in Zukunft von den Minoriten fortgesetzt. Nach einer bewegten Geschichte verlassen die Franziskaner den Ort in der Nähe von Hildesheim und sind fortan in diesem Bistum nicht mehr mit einer Niederlassung vertreten.



Der Bischof von Hildesheim, Norbert Trelle (Bild mitte), feierte am 8. Juli 2012 die Eucharistie in der überfüllten Klosterkirche mit Provinzial Cornelius Bohl (Bild rechts), Guardian Werner Schlepphorst (Bild links) und den Patres Dietmar Birkwald, Heinrich Rothaus und Alfons Nillies als Konzelebranten.

Neben den Pfarrangehörigen von Ottbergen und den umliegenden Pfarreien, die ebenfalls vom Kloster betreut wurden, waren viele Brüder vor allem aus den ehemaligen Provinzen der Silesia und der Saxonia gekommen; auch viele ehemalige Schüler, die in Ottbergen das Internat und die Schule besucht hatten, waren zu der Feier gekommen.


Klosterkirche Ottbergen

In seiner Predigt trug Bischof Norbert Trelle folgende Gedanken vor:
Pfarrei, Wallfahrt, Kloster, Schule: Ottbergen hat einen guten Klang im Bistum Hildesheim. Ein Abschied nach 144 Jahren ist ein Abschied, der weh tut, aber uns nicht in Trauer erstarren lässt. In Ezechiel 1,1 heißt es: „Mensch, stell dich auf die Füße, ich will mir dir reden.“ Gott will, dass wir zuerst Bodenhaftung haben, damit er mit uns reden kann. Boden unter die Füße bekommen, die Realität wahrnehmen und annehmen, nicht die Augen vor der Wirklichkeit verschließen. Die Zukunft gestalten durch die demütige Annahme der Wirklichkeit – auch in der Seelsorge. Dank an die Franziskaner, die sich in der Nachfolge Christi zu den Menschen senden ließen.


Bischof Norbert Trelle bei der Predigt

Der Bischof schloss seine Predigt mit einem Zitat aus einem Gedicht von Hilde Domin:
Man muss weggehen können
Und doch sein wie ein Baum
Als bliebe die Wurzel im Boden
Als zöge die Landschaft
und wir stünden fest.


Ausstellung über die Geschichte des Klosters Ottbergen

Nach der Eucharistiefeier wurden Grußworte gesprochen: Provinzial Cornelius verwies im Blick zurück auf die reiche und wechselhafte Geschichte des Klosters Ottbergen und dankte in diesem Zusammenhang Herrn Hans-Georg Schrader für die Festschrift „Das Kloster zu Ottbergen“.

Im Blick zurück und im Blick nach vorn sei festzustellen, dass das Kloster Ottbergen Lebensort und Wirkungsstätte aller drei Zweige des Ordens war bzw. sein wird: Zuerst die Kapuziner, dann die Franziskaner, und ab August 2012 die polnischen Minoriten, die das Kloster und die Seelsorge in den umliegenden Pfarreien übernehmen werden.


Bischof Norbert Trelle beim Besuch der Ausstellung

Dietmar Birkwald richtete einen herzlichen Gruß an die Franziskanische Gemeinschaft und an die ehemaligen Schüler – er wurde mit überaus starkem Applaus bedacht. Der Dechant des Dekanates Borsum-Sarstedt, Harald Volkwein, wies besonders auf die Bedeutung der Kreuzwallfahrt hin. Ein ehemaliger Internatsschüler sprach sehr lebendig und überzeugend von seinen guten Erinnerungen an die Franziskaner und das Internat.



Weitere Grußworte wurden gesprochen vom Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates, von den Kommunalpolitikern und den Vertretern der Schulen. In diesen Grußworten wurde Bischof Norbert Trelle Dank dafür ausgesprochen, dass es ihm gelungen war, die Fortführung der franziskanischen Präsenz durch die polnischen Minoriten sicherzustellen.

Den Abschluss bildete ein Auftritt des Kinderchores der Grundschule Ottbergen.



An die Eucharistiefeier schloss sich eine Begegnung der Gäste im Hof des Klosters mit Bratwurst, Bier und Blasmusik an, die sich noch lange hinzog. Auch hier wurde die enge und herzliche Verbindung von Kloster und Bevölkerung spürbar.

Text: Georg Andlinger OFM (leicht verändert von Stefan Federbusch)
Bilder: Stefan Seibert OFM [kleines Bild oben sowie Bild auf Startseite] / Stefan Federbusch OFM

Quelle: www.franziskaner.de

Anlässlich der Verabschiedung der Franziskaner ist das Buch erschienen: "Das Kloster zu Ottbergen. Aus der Geschichte von Kloster, Schule und Internat". Der Ottberger Ortshei-matpfleger Hans-Georg Schrader, selbst ein Schüler der Klosterschule, hat diese Dokumentation erstellt. Das Buch und die Ausstellung, die auf der Chronik des Klosters basieren, beinhalten geschichtliche Daten, Zeitzeugen-berichte und Bilder von der Gründung bis heute.


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:35