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INFAG-Osterkapitel 2012: Bewegtes Leben
„Bewegtes Leben – klarianische Vielfalt: 800 Jahre hl. Klara und ihre Schwestern“. Die Vielfalt klarianischen Lebens entfaltete sich beim INFAG-Osterkapitel 2012 in Reute durch die Vorträge und Impulse von Schwestern aus drei klarianischen Zweigen.
800 Jahre klarianische Geschichte und Spiritualität wurden auf diese Weise lebendig.

Die Schwestern sind Teil der großen franziskanisch-klarianischen Familie, deren Interfranziskanischer Zusammenschluss INFAG in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert.



Nach der Begrüßung und Eröffnung des Osterkapitels durch den INFAG-Vorsitzenden Br. Ulrich Schmitz [Bild links] gab es ein paar „Aufstehübungen“, um zu sehen, wer aus welchen Regionen angereist ist, welche Aufgabe ausführt, wie oft bereits beim Osterkapitel war und mit welcher Motivation da ist.


Das Thema symbolisch in der Mitte: Spiegel als Bild klarianischer Spiritualität - Die "Namensspiegel" bilden zunächst den Namen "Klara"



Dann kam ein erstes Mal das klarianische Thema „Spiegel“ in den Blick. Dazu erhielten alle Teilnehmenden einen kleinen Rundspiegel, dessen Rückseite ein Bild der hl. Klara schmückte. In einer Spiegelmeditation lud Br. Stefan Federbusch [im Bild oben stehend] dazu ein, den eigenen Namen auf den Spiegel zu schreiben und das eigene Gesicht zu betrachten. Zu dem Blick auf mich selbst kam der Blick füreinander und so wurde deutlich, dass Spiegel-Bilder Menschen-Bilder sind und umgekehrt.

   

Zu einem Kennenlernen fanden sich alle in Geburtsmonats-gruppen zusammen und erhielten einen kleinen Auftrag, mit dem sie sich den anderen vorstellten. Dies reichte von einem Gedicht, einer Pantomime, über ein Lied vorsingen, Werbung für den eigenen Herkunftsort als Urlaubsziel bis hin zu einem Werbespot für die INFAG. Ebenso gefragt waren die Faszination der hl. Klara, das Verhältnis von Franziskus zu Klara bis hin zu Aspekten von Menschwerdung.



Die von der stellvertretenden INFAG-Vorsitzenden Sr. Magdalena Krol [Bild unten am Baum stehend] vorbereitete Vesper wurde bei Anbruch der Dämmerung am INFAG-Baum begonnen, der zum 25-jährigen Bestehen der INFAG im Klostergarten gepflanzt worden war. Im Gegensatz zum sprießenden Grün trug die Buche noch die braunen Blätter des letzten Jahres.



Am Mittwoch konnte Br. Ulrich Schmitz als erste Referentin Sr. Ancilla Röttger aus Münster begrüßen, die zunächst über die Persönlichkeit der hl. Klara referierte.



Nach einer Zeit der persönlichen Vertiefung widmete sich der zweite Teil des Referats der 800-jährigen Geschichte der Klarissen. Was zunächst ziemlich einheitlich ausschaut, erweist sich als durchaus vielfältig. Kirchenrechtlich gibt es sechs verschiedene Klarissenorden, die alle eigenständig sind. In Kleingruppen kamen die Teilnehmenden in Austausch über das Gehörte.



Am Nachmittag begrüßte Sr. Hildegard Zäch eine weitere Referentin, die normalerweise nur selten ihre Klausur verlässt. Sr. Franziska Katharina Spang [Bild unten] stellte ihre Gemeinschaft der Kapuziner-Klarissen [von der Ewigen Anbetung in Mainz] vor. Als ein wesentliches Kriterium klarianischer Spiritualität griff sie das Thema Eucharistie und Ewige Anbetung, Gebet und Kontemplation auf.



Die hl. Klara ist Patronin des Fernsehens... heute wird ihre Spiritualität multimedial vermittelt...



Die Vesper beteten die Teilnehmenden des Osterkapitels zusammen mit den Franziskanerinnen von Reute in der Pfarrkirche. Sie bildete den Abschluss der Gebetskette zum Klarajubiläum.



Auch hier stand im Zentrum das Bild des Spiegels, der in großer Variante vor dem Altar stand und in einer Meditation den Anwesenden vorgehalten wurde.



„Schau täglich in den Spiegel – was siehst du?“
Für den Fotografen wurde es zum Selbstporträt.



Am Donnerstag kam unter Moderation von Sr. Elisabeth Tschurtschenthaler eine dritte Spielart klarianischen Lebens zur Sprache. Sr. Ruth Dité [Bild unten links] und Sr. Barbara Mossbrugger [Bild unten rechts] stellten ihre Gemeinschaft der Schwestern der hl. Klara vor. Die kleine Gemeinschaft (15 Mitglieder) wurde in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts gegründet und ist heute mit mehreren kleinen Niederlassungen in Österreich und einer in Deutschland (Saarbrücken) vertreten.



In sechs Kleingruppen wurde versucht, aus dem Gehörten und der eigenen Erfahrung eine „Entfaltung ins Heute“ in den Austausch zu bringen. Die Kleingruppen widmeten sich den vorgestellten Polaritäten gemeinschaftliche und persönliche Gebetszeiten; kleine Konvente – Gesamt-gemeinschaft; Gebet / Arbeit – Stille/Gespräch; eremitische Elemente / Offenheit für die Menschen; geistlicher Austausch / Schwesterlichkeit; Betendes Dasein / Sendung zu den Menschen.


Br. Ulrich Schmitz beim Dank an die drei Referentinnen Sr. Ancilla Röttger (Klarissin), Sr. Franziska Katharina Spang (Kapuziner-Klarissin) und Sr. Barbara Moosbrugger (Schwester der hl. Klara)



Nach den inhaltlichen Einheiten gab es zunächst einige Informationen. Dies betraf zum einen die Präsenz der Franziskanischen Familie beim Katholikentag in Mannheim, zum anderen die Unterstützung der INFAG für eine Prophetische Kirche. Das Bild zeigt das Motiv für das Zelt der INFAG auf der Kirchenmeile: Kirchen-Baustelle clara.francesco. Die Aktivitäten sind auf der INFAG-Homepage abrufbar.

 

Sr. Pernela Schirmer [links] und Sr. Christina Mülling [rechts] stellten anschließend den Franziskanischen Spiritualitätsweg sowie die dazu gehörige Mitarbeiter-schulung vor; beides ebenfalls abrufbar über diese Homepage.



Als exemplarisches Beispiel wurde der Baustein zum Thema „Eucharistie“ dargestellt, der thematisch einen zentralen Aspekt der franziskanisch-klarianischen Spiritualität aufgreift. In Kleingruppen wurden die Tage reflektiert und Ideen für die INFAG-Mitgliederversammlung gesammelt.



Im Jubiläumsgottesdienst würdigten die Teilnehmenden 30 Jahre INFAG. Dazu waren die Spiegelfliesen, die die Tage die Mitte schmückten, mit Jahreszahlen versehen worden.



Br. Stefan Federbusch lud die Anwesenden ein, sich ein Jahr auszusuchen und über Ereignisse der INFAG-Historie zu berichten. So wurden 30 Jahre interfranziskanische Zusammenarbeit lebendig. Der Dank drückte sich u.a. in dem meditativen Tanz „Bei Gott bin ich geborgen“ aus.



In Anlehnung an die Erzählung vom vollkommenen Minderbruder (Spiegel der Vollkommenheit) schrieb jede/r ihren/seinen Beitrag für die INFAG auf ein Puzzleteil.
Das Zusammenlegen ergab – natürlich völlig überraschend – die Buchstaben von INFAG.



Nach dem Festgottesdienst mündete der Abend in das traditionelle Büffet in der Begegnungsstätte, wo das Osterkapitel im frohen Beisammensein ausklang.



Nach einem morgendlichen Gottesdienst in der Franziskus-kapelle und dem Frühstück machten sich die Teilnehmenden auf den Weg, die Ereignisse und Erfahrungen der Tage in ihre Gemeinschaften zu tragen.

Text und Bilder: Br. Stefan Federbusch


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:23