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GFBS-Grundlagenseminar
Vom 16.-18.03.2012 traf sich eine Gruppe von 35 TeilnehmerInnen aus der franziskanischen Familie zum Grundlagenseminar für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Thema des Wochenendes in Hofheim war „Franciscans International (FI) - eine Multiplikatorenschulung“.


Geleitet wurde das Wochenende von Br. Markus Fuhrmann als Moderator und Br. Markus Heinze als Experte und Ansprechpartner für FI (Büroleitung des Genfer Büros).


Kennenlernen I: Aufstellung nach Namensalphabet


Kennenlernen II: Aufstellunge nach Wohnortentfernung vom Tagungsort


Kennenlernen III: Aufstellung nach Ordensalter

Was ist Franciscans International (FI)?

FI ist eine NGO (Non-Governmental-Organisation; dt: Nicht-Regierungs-Organisation), die sowohl eine Brücke zwischen der franziskanischen Familie und den Vereinten Nationen als auch zwischen den Ärmsten der Welt und den Regierenden baut. Br. Nathanael Ganter führte uns zu Beginn mittels einer Power-Point-Präsentation in die Organisation, den Aufbau und die Arbeit ein.
Ausgehend von der Frage „Was ist meine Vision/Mission?“, wurde die Vision von FI vorgestellt: "Die Vision einer globalen Gemeinschaft, basierend auf franziskanischen Werten, in der die Würde jeder Person respektiert wird, Ressourcen gerecht verteilt sind, die Umwelt nachhaltig geschützt wird und Menschen in Frieden miteinander leben." FI ist die Stimme der gesamten franziskanischen Familie bei den Vereinten Nationen, immer wieder fiel das Schlagwort "Wir sind alle FI!". Hier wurde auch deutlich, dass eine wichtige Aufgabe von FI im Einbringen von Informationen der „Basisarbeit“ der franziskanischen Familie in die Gremien der UN besteht. Seit 1995 besitzt FI den General Consultative Status I, der schriftliche und mündliche Eingaben bei der UN ermöglicht. Viele andere Staaten haben nur einen Beobachterstatus, z.B. der Vatikan.


Puppensymbolik zum Einstieg - 5 aus 1 als Hinweis auf FI-Aktion: Als Multiplikator/in FI bei 5 weiteren Menschen bekannt machen

Die UN wurde 1945 gegründet und ist inzwischen ein Zusammenschluss aus 193 Staaten, zu deren Aufgaben die Sicherung des Weltfriedens, Einhaltung der Völkerrechte, Schutz der Menschenrechte und Förderung der internationalen Zusammenarbeit gehört.


Gesprächsgruppen zu verschiedenen Fragestellungen

Die konkrete Arbeit von FI

Wesentlich für die Arbeit von FI ist die "Advocacy Arbeit", wörtlich übersetzt "Anwaltsarbeit". Diese Kompetenz umfasst Lobbyarbeit, Bewusstseinsbildung von Entscheidungsträgern und Politikern, Einflussnahme bei Gesetzesvorlagen, die "Stimme der Armen" zu Gehör zu bringen und die Verbindung zur franziskanischen Familie herzustellen, die an den "grassroots" arbeitet.
'Every human has rigths' - deshalb ist jeder der Mitgliedsstaaten verpflichtet, alle vier Jahre vor den anderen Mitgliedsstaaten über die Menschenrechtssituation im eigenen Land Rechenschaft abzulegen (sog. UPR - universal periodic review). FI gibt gemeinsam mit anderen NGO's Berichte heraus und hat auch die Möglichkeit, andere Staaten auf Missstände aufmerksam zu machen. Somit kann FI zwar nicht bei der Befragung im Menschenrechtsrat mitreden, leistet hier aber wichtige Lobbyarbeit.



Multiplikatorenschulung

Nach den Basisinformationen über FI wurde in Kleingruppen erarbeitet, wie wir als Multiplikatoren FI verschiedenen Zielgruppen vorstellen können. Nach den Kriterien Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung überlegten sich die Gruppen, wie man z.B. in einer Ordensprovinz, einer Gemeinde, einer Gruppe von vielleicht überwiegend älteren Mitschwestern, einer nicht-kirchlichen Organisation oder einer Schulklasse FI vorstellen und näher bringen kann. In den anschließenden Präsentationen wurden verschiedenste Ideen gezeigt (z.B. auch ein Theaterstück o.ä.), offene Fragen an FI formuliert, die teils von Markus Heinze direkt beantwortet wurden und Ideen für die Erstellung von Informationsmaterialien über FI gesammelt (z.B. Roll-ups für Ausstellungen, Filme, konkrete Beispielfälle...).


Franciscans International konkret: Rollenspiel zur FI-Arbeit

Konkretionen

Der Sonntag Vormittag stand unter dem Thema: "Was können wir an den verschiedensten Stellen konkret tun?" Markus Heinze berichtete, dass sich Deutschland 2013 im Rahmen des UPR zu seiner Menschenrechtssituation äußern muss. Daher ist FI gerade dabei, gemeinsam mit anderen NGO's einen Bericht über Deutschland zu verfassen, wozu Informationen von den "Basisleuten" der franziskanischen Familie benötigt werden. Im Rahmen unserer Gruppe wurden Themen gesammelt und diskutiert, die uns persönlich bewegen und meist aus Arbeitsfeldern stammen, in denen wir tätig sind und Menschenrechtsverletzungen sehen und vermuten. Es wurden genannt:
Ø die Zwangsprostitution/Frauenhandel
Ø Deutscher Kleinwaffenexport
Ø die Situation von Flüchtlingen und von MigrantInnen
Ø Altersarmut

Im kommenden Jahr ist ein Treffen in Genf geplant, bei dem es möglich ist, die Arbeit von FI vor Ort kennen zu lernen, am Menschenrechtsrat teilzunehmen und vielleicht auch eigene Themen direkt einzubringen. In einem nächsten Schritt konnte jede/r ihre/seine Vorschläge einbringen, wie er/sie sich weiter für FI engagieren möchte. Es gab die unterschiedlichsten Ideen, hier ein kleiner Auszug:
Ø englische Texte der FI- Webseite ins Deutsche übersetzen, um sie so mehr LeserInnen zugänglich zu machen
Ø FI in der eigenen Gemeinschaft und auch in anderen Gruppen vorstellen
Ø Berichte von FI in anderen Zeitschriften veröffentlichen
Ø sich weiter mit dem Thema auseinander setzen, sich "fit machen"
Ø und vieles mehr


Übung zur Kooperation: Zu zweit jeweils einhändig miteinander Schuhe schnüren

Es war ein sehr informatives und spannendes Wochenende, die Arbeit von FI kennen zu lernen und zu spüren, was durch unsere Arbeit vor Ort und unsere Informationen möglich sein kann. Viele Fragen konnten noch nicht geklärt werden, neue Fragen kamen auf und es wurde klar, dass es weitere Möglichkeiten und Ideen gibt, sich zu informieren und engagieren. Es lohnt sich, weiter an dem Thema „dran zu bleiben“ und miteinander als franziskanische Familie zu träumen.
"Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit." (Dom Helder Camara)

Text: Maria Unger, Bernadette Wagner,
Sr. Juliana Seelmann

Bilder: Br. Stefan Federbusch


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:22