zurück zur Übersicht 
Feuer im Franziskaner-kloster Füssen
Großeinsatz in Füssen im Allgäu: Mehr als 150 Rettungskräfte haben mehrere Stunden benötigt, um ein Feuer im Franziskanerkloster unter Kontrolle zu bringen. Bei dem Brand wurden zehn Mönche verletzt, einer der Mönche schwebt in Lebensgefahr.


Nach Polizeiangaben stand ein großes historisches Gebäude des Klosters in Flammen, mehrere Feuerwehren aus Füssen und den umliegenden Gemeinden waren im Einsatz; sie konnten ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Gebäude verhindern und nach gut zweieinhalb Stunden auch das Feuer löschen.



Brandursache ist noch unklar

Das Feuer war gegen 6.30 Uhr am Sonntagmorgen ausgebrochen. Kurz darauf ging ein Notruf bei der Einsatzzentrale der Polizei ein, der jedoch nach wenigen Sekunden abbrach. Demnach standen zwei Zimmer des Klosters im Vollbrand und der Eingangsbereich zu dem Gebäude war nicht zugänglich.

Zehn Menschen werden gerettet

Als die ersten Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr eintrafen, sahen sie bereits dichten Rauch aus einem Fenster im ersten Stock. Feuerwehrleute, Polizisten und Rettungsdienstkräften brachten dann zehn Personen aus dem völlig verqualmten Klostergebäude in Sicherheit - zum Teil über das Treppenhaus, zum Teil über Leitern, die an das Gebäude angelehnt wurden.

Ein 100 Jahre alter Pater wird lebensgefährlich verletzt

Neun Klosterbewohner kommen mit leichteren Rauchvergiftungen davon und wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Ein 100 Jahre alter Pater erlitt eine so schwere Rauchvergiftung, dass er mit einem Rettungshubschrauber in die Unfallklinik nach Murnau gebracht wurde. Er ringt mit dem Tod. Bei den Rettungsarbeiten zog sich auch ein Feuerwehrmann Rauchvergiftungen zu. Nach neuen Erkenntnissen wurde zudem eine Polizistin leicht verletzt.

[Nachtrag: Der hundertjährige Senior der Deutschen Franziskanerprovinz, P. Askanius Vetter, erlag am Morgen des 7. Januar 2013 seinen schweren Verletzungen]

Insgesamt waren rund 170 Einsatzkräfte vor Ort. Erschwert wurden die Löscharbeiten laut Polizei durch die Lage des Klosters am Rande der Altstadt.

Der Schaden beträgt wohl mindestens 100.000 Euro

Den Schaden am historischen Klostergebäude bezifferte die Polizei mit rund 100.000 Euro. Allerdings wurden einem Polizeisprecher zufolge auch kunsthistorische Gegenstände wie Gemälde und Ikonen beschädigt, so dass der Gesamtschaden deutlich höher sein dürfte. Die Klosterkirche wurde nicht beschädigt.

Das Kloster in Füssen wurde vor knapp 400 Jahren gegründet. Die ersten Ordensleute kamen aus dem nahe gelegenen Reutte. Vor gut 200 Jahren richtete der Staat hier ein Zentralkloster der Franziskaner ein. 1835 erhielt das Kloster von König Ludwig I. Bestandsgarantie, erst als Hospiz. 1913 wurde es wieder zum Konvent. 1979 übernahm die Diözese Augsburg das Eigentumsrecht und renovierte Kloster und Kirche.

Das Kloster gilt auch wegen seines Alpenpanoramas als eines der schönsten Franziskanerklöster in Deutschland. Wegen seiner baulichen Beschaffenheit ist es ein bevorzugter Lebensort für ältere Mitbrüder, die dort ihren Lebensabend verbringen.

Quelle: www.br.de


  zurück zur Übersicht    Seitenbeginn  

Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:34