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Kongress zu „Mission und Evangelisierung“
Franziskus von Assisi hat als erster Gründer eines Ordens die Mission ausdrücklich in der Regel benannt. Unsere Berufung lässt uns immer wieder reflektieren, wie und wo wir als Franziskaner dieser Sendung (Mission) am ehesten gerecht werden.


Als Teil des gesamten Ordens, der 2014 in Assisi einen Kongress zum Thema „Mission und Evangelisierung“ halten wird, haben die Ordensprovinzen der COTAF [= "Conferentia Transalpina Franciscana". Ein brüderliches Beratungs-gremium der Franziskaner in Mittel- und Osteuropa in den Ländern, Belgien, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich, Rumänien, Schweiz, Ungarn] vom 28.11.-1.12.2011 im „Franziskanischen Zentrum für Stille und Begegnung“ in Hofheim mit etwa 35 Brüdern und Gästen die Herausforderung für Mittel- und Osteuropa zu analysieren versucht, um Möglichkeiten zu erkunden, unsere „Präsenz an den Brüchen“ zu leben.

Der ehemaliger Generalminister der Franziskaner, Giacomo Bini, hat die Brüder einmal aufgefordert, gerade an den „Brüchen“ präsent zu sein. Ziel der Konferenz war es, das Charisma der Franziskaner um den Begriff "Bruch" herum zu analysieren: Brüche, Gebrochenheiten, Umbruch, Zusammenbruch, Aufbruch, Durchbruch ...

Was bedeuten diese Erfahrungen für die Sendung und die Mission? Der Bruch mit der volkskirchlichen Tradition und einer so nicht mehr wiederherzustellenden Vergangenheit. Der Bruch zwischen Glaube und Kultur. Der Abbruch und Zusammenbruch bisheriger Strukturen in der Kirche. Der Abbruch der Mauer, die einmal Europa geteilt hat. Das Auseinanderbrechen von Ost und West, Nord und Süd, Arm und Reich. Der Bruch in der Kirche zwischen Hierarchie und Basis, Klerus und Laien, rechts und links. Brüchiges und Gebrochenheiten im eigenen Leben; aber auch: neue spirituelle Aufbrüche …

Die Bestandsaufnahme hat in einem ersten Schritt den politischen, gesellschaftlichen und kirchlichen Umbruch deutlich gemacht. Die Teilnehmer aus den verschiedenen Ländern ließen sich durch die eigenen, teilweise sehr unterschiedlichen Erfahrungen auf die ernüchternde Realität ein: Brüche allenthalben, auch in der Bruderschaft bis hin zu den vielen Menschen, deren Lebensbrüche nach Solidarität und Begleitung verlangen.

Hilfreich war eine umfassende Retrospektive durch Joachim Jauer, zur Wendezeit ZDF-Korrespondent in der DDR und im Ostblock, bekannt durch seine Publikation „Urbi et Gorbi. Christen als Wegbereiter der Wende“ (Herder Verlag 2009). Folgerungen für die Zukunft haben nicht den Charakter von Rezepten.
Die Teilnehmer sehen in den existenten pastoralen und sozialen Engagements - getragen und bezeugt besonders im „franziskanischen Lebenszeugnis“ - dennoch wichtige Bereiche, als Brüder den Menschen dieser Zeit im Geist des Evangeliums zu begegnen: In herkömmlichen und neuen Formen von Seelsorge, in Pfarreien und Schulen, an Wallfahrtsorten und auf Pilgerwegen, im Teilen und in Gastfreundschaft sowie Gesunden und Kranken, Armen und Reichen Wegbegleiter zu sein.

P. Claudius Groß OFM

Quelle: www.franziskaner.de


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:34