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 +<​html><​br /> 
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 +<div class="​ueberschrift_1">​5. Brief Klaras an <br /> 
 +Agnes von Prag echt?</​div>​ 
 +<div class="​ueberschrift_5_ohne_rand">​Das Ordensseminar der F&​ouml;​deration Caritas Pirckheimer der deutschsprachigen Klarissen ging im Februar 2011 in Hofheim auf Spurensuche,​ ob der k&​uuml;​rzlich aufgefundene 5. Brief der Hl. Klara an Agnes von Prag als authentisch zu betrachten ist.</​div>​ 
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 +<div class="​normaler_text"><​strong><​font color="#​993300">​Der Inhalt des Briefes: ​ Der Traum der heiligen Klara  </​font></​strong><​br /> 
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 +&​bdquo;​An meine geliebteste Schwester, der wunderbar erw&​auml;​hlten und verm&​auml;​hlten Braut des edelsten Br&​auml;​utigams,​ h&​ouml;​chsten Herren und liebenden Lammes, dem wir aus Liebe folgen, wohin er uns f&​uuml;​hrt,​ uns, die wir ihm - dem Spiegel unaussprechlicher Liebe - Braut, Mutter und Schwester sein d&​uuml;​rfen. Ich, Klara, unn&​uuml;​tze und unw&​uuml;​rdige Magd des Sohnes des Allerh&​ouml;​chsten,​ entbiete Dir meinen Gru&​szlig;​ aus der Glut der Liebe meines Herzens, wo du zu meiner &​uuml;​bergro&​szlig;​en Freude einen bevorzugten Platz vor allen anderen einnimmst. <br /> 
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 +Erst vor einigen Tagen sandte ich dir meinen vermeintlich letzten Brief, den du auch nach meinem baldigen Dahinscheiden auf deinem Herzen tragen m&​ouml;​gest,​ dort, wo der allerh&​ouml;​chste K&​ouml;​nig bei dir Wohnung genommen hat. Doch da mich in der vergangenen Nacht auf meinem Krankenlager ein ungew&​ouml;​hnlicher Traum heimgesucht hat, begehre ich, dir - der H&​auml;​lfte meiner Seele - den Inhalt dieses Traumes mitzuteilen,​ auf dass du mit mir empfinden m&​ouml;​gest,​ was ich darin zu erkennen glaube und freudig zu genie&​szlig;​en vermag: ​ <br /> 
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 +Ich sah in eine ferne Zukunft. Weit n&​ouml;​rdlich der Alpen versammelten sich 16 unserer T&​ouml;​chter aus verschiedenen Gemeinschaften,​ bekleidet mit unserem schlichten Gewand in unterschiedlichster Ausf&​uuml;​hrung,​ um die H&​uuml;​ften unseren einfachen, geknoteten Strick und zumeist eine seltsame Gebetsschnur mit einem Kreuz und vielen Perlen (m&​ouml;​glicherweise f&​uuml;​r das Vater-Unser-Offizium?​). <br /> 
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 +<img height="​106"​ width="​150"​ alt=""​ class="​bild_links"​ src="/​seiten/​userfiles/​KlarissenSem2011-4(1).gif"​ />Zwei Minderbr&​uuml;​der waren jeweils f&​uuml;​r eine Woche unter ihnen, um mit ihnen t&​auml;​glich(!) Liturgie zu feiern und sie &​uuml;​ber unser Leben in den Fu&​szlig;​spuren unseres Br&​auml;​utigams,​ Herrn und Lammes zu belehren. <br /> 
 +Die Gruppe beliebte &​uuml;​ber ihr je eigenes Gemeinschaftsleben zu sprechen, ebenfalls &​uuml;​ber ihnen bekannte Aspekte meines pers&​ouml;​nlichen Lebens, sehr ausf&​uuml;​hrlich &​uuml;​ber meine Briefe an dich (woher m&​ouml;​gen sie diese wohl gekannt haben?!), und, stelle dir einmal vor, wie einstens unser seliger Vater Franziskus in Greccio, setzten sie gemeinsam eine Begebenheit aus der Heiligen Schrift in Szene! <br /> 
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 +<img height="​300"​ width="​400"​ alt=""​ src="/​seiten/​userfiles/​KlarissenSem2011-1.gif"​ /><br /> 
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 +Ich sah, wie sie stundenlang eifrig miteinander studierten und diskutierten,​ fr&​ouml;​hlich miteinander musizierten und sogar tanzten, herzhaft miteinander lachten, allabendlich miteinander die Rekreation feierten und erstaunlich schnell zusammenwuchsen,​ so, als seien sie eine fest zusammengeh&​ouml;​rige Gemeinschaft und nicht aus verschiedenen Gegenden kommend. Sie suchten gemeinsam nach einem guten Weg in die gemeinsame Zukunft, f&​uuml;​r welchen dein und mein Weg als Vorbild diente, dem es nachzuahmen gilt. <br /> 
 +Ja, meine geliebte Schwester und Freundin, so w&​uuml;​nsche ich mir das Zusammenleben all derer, die nach uns kommen werden: mutig; vertrauend in die Zukunft schauend; all das loslassend, was fesseln oder binden m&​ouml;​chte;​ mit der inneren Haltung reich Beschenkter. <br /> 
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 +<img height="​150"​ width="​113"​ alt=""​ class="​bild_links"​ src="/​seiten/​userfiles/​KlarissenSem2011-3(1).gif"​ />Was mich jedoch sehr in Erstaunen versetzte war, dass ich sah, wie intensiv sie sich mit meinen vier Briefen an dich, geliebte Agnes, besch&​auml;​ftigten. Kannst du dir vorstellen, dass man stunden- und tagelang daf&​uuml;​r braucht, den Inhalt, den Wortschatz und den Sinn meiner Schreiben zu entschl&​uuml;​sseln?​! Zugegeben, ich habe zuvor jeweils wochen- und monatelang dar&​uuml;​ber meditiert, habe lange in den Spiegel geschaut und nach innen, auf IHN hin, geh&​ouml;​rt;​ doch um das zu lesen, zu betrachten, zu verkosten, sich daran zu erfreuen, zu erbauen und mitzuempfinden bedarf es doch keiner tagelangen Erforschung der einzelnen Worte und Bilder &ndash; du dagegen hast meine Worte sofort erfassen und mit dem Herzen verkosten und betrachten k&​ouml;​nnen,​ dessen bin ich mir ganz sicher. Aber vielleicht waren ja jene Mitschwestern und &​ndash;​br&​uuml;​der allesamt noch Anf&​auml;​nger im Lesen und Schreiben und bed&​uuml;​rfen noch einiger &​Uuml;​bung &ndash; unser allerh&​ouml;​chster Herr m&​ouml;​ge ihnen die Herzen daf&​uuml;​r &​ouml;​ffnen,​ seinem Vorbild immer &​auml;​hnlicher zu werden, das ja auch wir nach besten Kr&​auml;​ften nachzuahmen versuchen. <br /> 
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 +Eines noch durfte ich im Traum sehen, was ich allerdings nicht recht einzuordnen vermag: eines Abends betrachteten sie auf einer rechteckigen Fl&​auml;​che sich bewegende, aneinander gereihte Bilder. Es waren Br&​uuml;​der zu sehen und zu h&​ouml;​ren (aber keine von den unsrigen), die ein &​auml;​hnliches Leben wie wir f&​uuml;​hrten,​ ganz verbunden mit unserem Herrn und mit den sie umgebenden Menschen einer ganz anderen Kultur und Religion. Auch diese Br&​uuml;​der wuchsen von gro&​szlig;​er Liebe bewegt immer mehr zusammen und teilten ihre tiefe Freude &​uuml;​ber die &​uuml;​bergro&​szlig;​e Liebe des Allerh&​ouml;​chsten miteinander,​ besonders in den dichten Gebetszeiten. Mit gro&​szlig;​er Bewunderung blickte ich auf den Prior dieser Gemeinschaft,​ in welchem ich mich widerzuspiegeln vermochte, und der inmitten seiner stillen Einsamkeit allm&​auml;​hlich alle Mitbr&​uuml;​der zu einer gro&​szlig;​en,​ inneren Freiheit f&​uuml;​hrte,​ hinein in eine grenzenlose Liebe, die bereit ist, sich ganz zu verschenken aus Liebe zu dem, der in den Herzen einwohnen und sich dort verstr&​ouml;​men m&​ouml;​chte &ndash; so gaben sie am Ende selbstlos ihr Leben hin, wie auch unser aller Br&​auml;​utigam edleren Geschlechts,​ sch&​ouml;​ner als jedes Menschenkind,​ aus Liebe zu uns sein Leben hingegeben hat.<br /> 
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 +Ob diese vielen Bilder gar ein Traum inmitten meines Traumes waren, den unsere zuk&​uuml;​nftigen T&​ouml;​chter und unser Mitbruder gemeinsam getr&​auml;​umt haben?! M&​ouml;​ge er Wirklichkeit werden! ​ Bevor ich nun in B&​auml;​lde in das himmlische Brautgemach einzutreten gedenke, geliebteste Schwester und Freundin, m&​ouml;​gest du in diesem meinem wunderbaren Traume Trost und Zuversicht f&​uuml;​r deine und unsere Zukunft finden; denn dass 800 Jahre nach dem Beginn meines neuen Lebens in den Fu&​szlig;​spuren unseres himmlischen Br&​auml;​utigams so viele T&​ouml;​chter es mir gleich tun werden, erf&​uuml;​llt mein Herz mit &​uuml;​bergro&​szlig;​er Freude, die ich mit dir unbedingt zu teilen gedachte. Und weil der Weg und Pfad, auf dem man zum Leben geht, schmal und die T&​uuml;​r,​ durch die man zum Leben eingeht, eng ist, werden es wohl nur wenige sein, die auf ihm gehen, durch sie eintreten und auf ihm ausharren. <br /> 
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 +Selig also jene teutonischen Schwestern, denen es gegeben sein wird, auf ihm zu wandeln und auszuharren bis ans Ende; der Herr selbst verleihe dir und jenen Schwestern, denen er einen guten Anfang gegeben hat und geben wird, auch das Wachstum und die Beharrlichkeit bis ans Ende.  So segne und beh&​uuml;​te dich der Herr. Er zeige dir sein Angesicht und erbarme sich deiner. Er wende dir sein Antlitz zu und gebe dir den Frieden, dir und allen meinen Schwestern und T&​ouml;​chtern,​ aber auch allen, die jetzt und in Zukunft in all den &​uuml;​brigen Kl&​ouml;​stern der Armen Frauen ausharren in Standhaftigkeit bis zum Ende. Der Herr sei immer mit euch allen, und so seid auch ihr jetzt und immer mit ihm. Amen.&​ldquo;<​br /> 
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 +<font color="#​993300">​Antwort auf oben gestellte Frage: Der Traum ist echt!   <​br /> 
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 +</​font>​Getr&​auml;​umt wurde dieser Klara-Traum von <font color="#​ff6600">​Schwester M. Franziska Katharina Spang OSCcap</​font>​ Mainz. <br /> 
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 +<img height="​407"​ width="​600"​ alt=""​ class="​bild_links_und_rechts"​ src="/​seiten/​userfiles/​KlarissenSem2011-5.gif"​ /><br /> 
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 +Erf&​uuml;​llt hat sich der Traum auf dem <font color="#​993300">​Ordensseminar der F&​ouml;​deration Caritas Pirckheimer</​font>​ der deutsch-sprachigen Klarissen vom 7.2.-19.2.2011 im Exerzitienhaus der Franziskaner in Hofheim. Dazu eingeladen und es geleitet hat die F&​ouml;​derationspr&​auml;​sidentin der deutschsprachigen Klarissen <font color="#​ff6600">​Sr. M. Bernadette Bargel OSC</​font>​ Kevelaer. <br /> 
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 +<img height="​108"​ width="​150"​ alt=""​ class="​bild_links"​ src="/​seiten/​userfiles/​KlarissenSem2011-2.gif"​ />Die Referenten waren <font color="#​ff6600">​Pater Johannes Baptist Freyer OFM</​font>,​ Rektor des &​bdquo;​Antonianum&​ldquo;​ Rom (&​bdquo;​Die Sprache der heiligen Klara in ihren Briefen &ndash; Angela von Foligno und ihre Grundlagen zur Lebensform des entstehenden Dritten Ordens &ndash; Jacopone da Todis mystischer Weg hin zur &​gt;​Heiligen Liebe&​lt;​ &​ldquo;​) und <font color="#​ff6600">​Pater Klaus-Josef F&​auml;​rber OFM</​font>​ (Bild links) Essen (&​bdquo;​Gott gab mir Schwestern - Geben und Nehmen in der Gemeinschaft&​ldquo;​). ​ Diesen drei Verantwortlichen ein ganz herzliches Vergelts Gott f&​uuml;​r die Erm&​ouml;​glichung der Spurensuche durch das Eintauchen in und Durchleben der klarianischen Spiritualit&​auml;​t,​ wie sie sich unsere heilige Ordensmutter sicherlich ertr&​auml;​umt haben mag.  <br /> 
 +(Notabene: &​Auml;​hnlichkeiten mit den Schriften Klaras sind nicht unbedingt rein zuf&​auml;​llig&​hellip;​) ​ <br /> 
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 +Sr. Franziska Katharina</​div>​ 
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 +<hr size="​2"​ width="​100%"​ /> 
 +<div class="​linkfeld"><​font size="​1"><​font color="#​993300"><​a href="​http://​www.infag.de/​seiten/​doku.php/​startseite">&​nbsp;​ zur&​uuml;​ck zur &​Uuml;​bersicht&​nbsp;&​nbsp;</​a><​a href="#​anfang"><​span class="​letzter_link">&​nbsp;​ Seitenbeginn &​nbsp;</​span></​a></​font></​font></​div></​html>​
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