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Abschied von
Sr. Irmlind Rehberger
Hunderte von Menschen haben sich im Kloster Oberzell bei der Aussegnung und dem Requiem von Schwester Irmlind Rehberger verabschiedet. Die Oberzeller Franziskanerin war am 12. September im Alter von 66 Jahren nach einem schweren Krebsleiden gestorben.

Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kirche, Justiz, von Regierung und Kommunen, Behörden und Organisationen bezeugten das große Ansehen, das Schwester Rehberger in der Öffentlichkeit genoss. Vielen war sie nicht nur beruflich, sondern auch persönlich verbunden.


Große Anteilnahme erwiesen Frauen, die Schwester Irmlind Rehberger begleitet hatte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Oberzeller Einrichtungen, Weggefährten sowie Mitglieder anderer Ordensgemeinschaften. „Wo sie mit Menschen in Kontakt kam, ließ sie sich auf sie ein und pflegte die Beziehungen oft lebenslang. Neben der Sozialarbeit, die sie berufsmäßig ausübte, verstand sich Schwester Irmlind immer als Seelsorgerin, die Umkehrwege mitgeht und neue Wege erschließt“, heißt es im Nachruf der Kongregation.


Sr. Irmlind Rehberger - Archiv Kloster Oberzell

„Jede und jeder von uns hatte einen besonderen Platz in ihrem Herzen. Ihr Herz war voll von unseren Namen“, wandte sich Pater Johannes Haas (Eichstätt) an die Trauernden. Der Priester und langjährige Freund ließ in seinem persönlichen Rückblick die Verstorbene mit Zitaten aus ihren Briefen und lyrischen Texten lebendig werden. Er bezeichnete die Franziskanerin als „Schwester Sehnsucht“. Ihr gesamtes Ordensleben sei von der Sehnsucht nach Gott, nach Gerechtigkeit und Frieden und Menschenwürde vor allem für Frauen geprägt gewesen.

Auch die Oberzeller Schwestern schilderten Schwester Irmlind in ihrem Nachruf als Mitschwester, der der Sendungsauftrag der Gemeinschaft ein Herzensanliegen gewesen sei. Wie die Gründerin Antonia Werr (1813-1868) habe sich Schwester Irmlind mit ganzer Kraft für Mädchen und Frauen eingesetzt. „Ihr war es ein Anliegen, Menschen vom Rand in die Mitte zu holen, um ihnen einen Neuanfang und ein besseres Leben zu ermöglichen“, hieß es weiter. Mit ihrem Tod verliere die Kongregation eine streitbare und den Menschen zugewandte Mitschwester, die mit ihrer Haltung und Begeisterung in die Gesellschaft hineinwirkte und gleichzeitig in der Gemeinschaft für die Aktualität der Sendung kämpfte. Gewürdigt wurde auch ihr Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sowie die jahrzehntelange Gestaltung der monatlich stattfindenden Frauenliturgie.

Schwester Irmlind Rehberger stammte aus Ammerfeld im Landkreis Donau-Ries, wo sie wenige Monate vor Kriegsende geboren, auf den Namen Juliane getauft wurde und mit vier Geschwistern aufwuchs. Vor ihrem Ordenseintritt 1961 besuchte sie die Realschule im Kloster Oberzell. Im Anschluss an die Mittlere Reife wurde sie zur Erzieherin ausgebildet. Nach der zeitlichen Profess 1967 studierte sie Sozialarbeit in München und legte 1976 die ewige Profess ab. Mit ganzer Hingabe und leidenschaftlichem Engagement stellte sie sich in den Oberzeller Einrichtungen, Heimen und Wohngruppen in den Dienst der Kongregation. Nach eigenen Aussagen wollte sie „Hoffnungsorte für Frauen und Mädchen schaffen, an denen Mut und Zuversicht wachsen und Freude am Leben neu entdeckt werden kann“. Den Fachbereich Frauen mit dem Haus Antonie Werr und der Wohngemeinschaft Berscheba in Würzburg leitete sie bis zu ihrem Ruhestand 2008. Anschließend war sie Seelsorgerin für Frauen im Würzburger Gefängnis und Ansprechpartnerin für ehemalige Heimkinder der Oberzeller Einrichtungen.

Sr. Katharina Ganz

Quelle: www.oberzell.de


Großbrand in Würzburg

Frauen teils noch unter Schock

Vom Großbrand in der Würzburger Innenstadt sind nach Aussage von Schwester Katharina Ganz, der Öffentlichkeitsbeauftragten des Klosters Oberzell, auch die sozialtherapeutische Wohngemeinschaft Berscheba in der Peterpfarrgasse 3 und der Konvent Nazareth der Oberzeller Schwestern am Zwinger 1 betroffen.



Völlig zerstört ist nach dem Großbrand in Würzburg die sozialtherapeutische Wohngemeinschaft Berscheba und ein Konvent des Klosters Oberzell. Auch die Fachakademie St. Hildegard und die Kindertagesstätte St. Hildegard des Würzburger Caritasverbands müssen sich eine andere Bleibe suchen.

Von 1.30 Uhr an bis in die frühen Morgenstunden waren Generaloberin Schwester Veridiana Dürr, Generalrätin Schwester Rosula Vollkommer, Fachbereichsleiterin Karola Herbert, die Leiterin der sozialtherapeutischen Wohngemeinschaft Berscheba, Ute Berger, sowie weitere Mitarbeiterinnen des Klosters am Donnerstag, 15. September, am Unglücksort, um die Betroffenen zu betreuen, Zeuginnenaussagen zu geben und Unterkünfte zu organisieren. Auch eine Mieterin und ein Gast der Oberzeller Schwestern wurden in Sicherheit gebracht, teilte die Ordensgemeinschaft am Freitag, 16. September, mit.

Die Bewohnerinnen der Wohngemeinschaft und die Oberzeller Schwestern wurden noch in der Nacht im Kloster Oberzell untergebracht. Zum Teil stehen die Schwestern und die betreuten Frauen noch unter Schock. Die psychisch kranken Frauen werden derzeit rund um die Uhr von Sozialpädagoginnen betreut.

Die Zusammenarbeit in der psychosozialen Versorgung ist nach Angaben der Franziskanerinnen gerade jetzt besonders wichtig. „Ich wünsche mir die Kooperation mit und Unterstützung von psychiatrischen Kliniken, die die Aufnahme von Klientinnen in akuten Krisensituationen ermöglichen“, sagte die Leiterin des Fachbereichs Frauen, Karola Herbert, bei einem Krisengespräch in Oberzell.

Andere Beratungsstellen und Hilfeeinrichtungen haben bereits praktische Hilfe und fachliche Unterstützung angeboten. Sowohl die drei Schwestern des Konvents als auch viele Bewohnerinnen der Wohngemeinschaft verloren bei dem Brand ihr gesamtes Hab und Gut. Das gesamte Ausmaß des Verlustes konnte noch nicht in Augenschein genommen werden.

SPENDENKONTO

Im Kloster wurde für die psychisch kranken Frauen ein Spendenkonto eingerichtet. Unter dem Stichwort „Soforthilfe für Frauen“ können Spenden auf ein Konto des Klosters Oberzell überwiesen werden: Kontonummer 103018008, Bankleitzahl 75090300, Ligabank Würzburg.

Damit sollen Kleidung, Schuhe, Mittel zur Körperpflege oder Schul- und Ausbildungsmaterial besorgt werden. Vorübergehend können die elf Bewohnerinnen der Wohngemeinschaft im Kloster Oberzell wohnen.

Ein Krisenstab sucht derzeit nach mittelfristigen Lösungen. Benötigt wird ein Haus, in dem sich drei Wohneinheiten mit drei oder vier Einzelzimmern, Küchen, Büroraum und Gruppenraum befinden. Generell herrscht im Kloster Oberzell große Betroffenheit über das Ausmaß der Brandkatastrophe, gleichzeitig sind Schwestern und Mitarbeiterinnen erleichtert und dankbar, dass Personen nicht ernsthaft verletzt worden sind und sich alle rechtzeitig ins Freie retten konnten. Der Dank der Schwestern gilt allen Einsatzkräften und Helfern.

Sr. Katharina Ganz

Quelle: www.oberzell.de


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:34