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 +<div class="​ueberschrift_1">​Ausstellung von Bernhard Philipp</​div>​ 
 +<div class="​ueberschrift_5_ohne_rand">​Im Freiburger Margarete Ruckmich Haus sind zurzeit Werke des in Frankfurt lebenden Kapuzinerbruders Bernhard Philipp zu sehen. <br /> 
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 +Die Ausstellung ist gepr&​auml;​gt vom Geist des heiligen Franziskus.</​div>​ 
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 +<img height="​150"​ width="​105"​ src="/​seiten/​userfiles/​BrBernhardPhilipp.gif"​ class="​bild_links"​ alt=""​ />Schon allem die Materialien,​ die <font color="#​ff6600">​Bernhard Philipp</​font>​ (Bild links) f&​uuml;​r seine Kunstwerke verwendet, sind eine Herausforderung f&​uuml;​r den Betrachter: altes, sch&​auml;​biges Holz zum Beispiel. Oder Schrottteile aus Eisen mit und ohne rostige Flecken. Dinge, die normalerweise weggeworfen und irgendwie entsorgt werden. Weil sie unn&​uuml;​tz geworden sind und sich fr&​uuml;​her oder sp&​auml;​ter nur noch als st&​ouml;​rendes Ger&​uuml;​mpel erweisen. Aber genau damit bewegt sich der Kapuzinerbruder und K&​uuml;​nstler in der Spur dessen, auf den die Gr&​uuml;​ndung seines Ordens zur&​uuml;​ckgeht - des heiligen Franziskus. <br /> 
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 +Bei der Er&​ouml;​ffnung der kleinen, aber beeindruckenden Ausstellung von Werken Bernhard Philipps, die zurzeit im Freiburger Margarete Ruckmich Haus zu sehen ist, machte der bekannte Theologe, geistliche Schriftsteller und Ordensbruder des K&​uuml;​nstlers,​ <font color="#​ff6600">​Anton Rotzetter</​font>,​ deutlich, dass Franziskus ein &​bdquo;​revolution&​auml;​res Umdenken&​ldquo;​ forderte: &​bdquo;​Was klein und gering ist in den Augen der Menschen, ist gro&​szlig;​ und bedeutungsvoll in den Augen Gottes&​ldquo;,​ so Rotzetter. &​bdquo;​Und was gro&​szlig;​ und wertvoll erscheint in den Augen der Menschen, ist klein und ohne Bedeutung vor Gott.&​ldquo;​ <br /> 
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 +Insofern kann die Kunst von Bernhard Philipp doppelt gedeutet werden: Zum einen als Verweis auf die Oberfl&​auml;​chlichkeit einer Wegwerfgesellschaft,​ in der den Dingen kein dauerhafter Wert mehr zugestanden wird. Selbst dann nicht, wenn die Materialien,​ aus denen sie geschaffen wurden, eigentlich wertvoll sind. Wie Holz oder Eisen. Zum anderen - und viel mehr noch - verweist diese Kunst auf den Wert und die W&​uuml;​rde jedes Menschen, gerade der Kleinen&​ldquo;,​ die am Rande stehen. Daf&​uuml;​r stehen Werke wie &​bdquo;​Ecce Homo&​ldquo;,​ eine &​bdquo;​Passionsmonstranz&​ldquo;​ oder ein gro&​szlig;​es Kruzix - allesamt aus Altholz- und Schrottfundst&​uuml;​cken gefertigt. <br /> 
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 +Bei aller Tiefe und Ernsthaftigkeit kommt in der Ausstellung freilich auch der hintergr&​uuml;​ndige Humor Bernhard Philipps zum Ausdruck. Bestes Beispiel ist die Szene &​bdquo;​R&​ouml;​mische Idylle&​ldquo;:​ Drei F&​uuml;&​szlig;​e einer alten Badewanne und ein paar Blechteile gen&​uuml;​gen - fertig sind zwei Pr&​auml;​laten und ein Bischof. <br /> 
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 +<img height="​400"​ width="​400"​ src="/​seiten/​userfiles/​Franciscus-stigmatus.gif"​ alt=""​ /><br /> 
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 +Auf andere Weise beeindruckend sind die Bronzeskulpturen Bernhard Philipps, die im Margarete Ruckmich Haus zu sehen sind: Der &​bdquo;​Franziskus stigmatus&​ldquo;​ beispielsweise. Die Skulptur zeigt einen geradezu brutal vom Kreuz durchbohrten Menschen, der hinterr&​uuml;​cks abzust&​uuml;​rzen scheint angesichts der umw&​auml;​lzenden Begegnung mit Christus. Eine Begegnung, die gleichzeitig eine radikale Inanspruchnahme bedeutet.<​br /> 
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 +Und dann die Skulptur &​bdquo;​Pieta oder Triumph der gebrochenen Leiber&​ldquo;​. Sie durchbricht die g&​auml;​ngigen Vorstellungen dieses Motivs: Da ist nicht die tief in ihrem Leid versunkene Maria mit dem toten Jesus auf dem Scho&​szlig;,​ sondern die aufbegehrende Mutter, die den Leichnam ihres Sohnes in die H&​ouml;​he streckt. Gott entgegen. Nur Gott kann diesen Tod in Leben verwandeln und ihm einen letzten Sinn geben. Und fast m&​ouml;​chte man angesichts dieser Skulptur sagen: Er hat es gef&​auml;​lligst auch zu tun. Denn es kann und darf nicht sein, dass Gewalt und Tod das letzte Wort behalten. <br /> 
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 +Es ist kein Zufall, dass diese Ausstellung im Margarete Ruckmich Haus, der di&​ouml;​zesanen Fachakademie zur Ausbildung von Gemeindereferentinnen und -referenten,​ stattfindet. Denn Bruder Bernhard Philipp, der seit einigen Jahren im Kapuzinerkloster Liebfrauen in Frankfurt lebt, ist im Erzbistum Freiburg kein Unbekannter. Von 1988 bis 2002 war fast ununterbrochen im Badischen zuhause - zun&​auml;​chst im Kapuzinerkloster St&​uuml;​hlingen,​ sp&​auml;​ter in Offenburg, wo er auch die &​bdquo;​Verwaiste Wiege&​ldquo;​ auf dem Gr&​auml;​berfeld f&​uuml;​r tot- und fehlgeborene Kinder gestaltete. Aus dieser Zeit besteht die Bekanntschaft mit der damaligen Gemeindereferentin <font color="#​ff6600">​Verena Baader</​font>,​ die heute als Studienleiterin im Margarete Ruckmich Haus t&​auml;​tig ist. Zudem ist die Auseinandersetzung gerade mit der modernen Kunst f&​uuml;​r das Team der Fachakademie ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. &​bdquo;​In den Vorlesungen kommt dieses Thema in der Regel kaum vor&​ldquo;,​ so <font color="#​ff6600">​Claudia Intraschak</​font>,​ die Geistliche Mentorin des Hauses. &​bdquo;​Deshalb wollen wir die Studierenden durch solche Ausstellungen und Vernissagen damit in Ber&​uuml;​hrung bringen.&​ldquo; ​ <br /> 
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 +Die Ausstellung in Freiburg ist noch bis zum 2. M&​auml;​rz 2011 zu sehen, immer von Montag bis Freitag zwischen 9.00 und 17.00 Uhr (au&​szlig;​er in den Schulferien). <br /> 
 +Das Margarete Ruckmich Haus befindet sich in der Charlottenburger Stra&​szlig;​e 18.  <br /> 
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 +Text: Michael Winter ​  <​br /> 
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 +BRUDER BERNHARD PHILIPP geb. 1948, Kapuziner, Dipl. Theologe, Pastoralreferent. Geistliche Begleitung in Kurs- und Einzelexerzitien sowie Einkehrtagen. Referent in der theologischen und pastoralliturgischen Fortbildung. K&​uuml;​nstlerisches Arbeiten in Graphik, Skulptur und Installation.<​br /> 
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 +Quelle: Konradsblatt 48 / 2010, S. 10</​div>​ 
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 +<hr size="​2"​ width="​100%"​ /> 
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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:34