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Kapuziner verlassen Kloster Appenzell
Sie haben in der Schule und Seelsorge gewirkt, sind als Hausmissionare von Türe zur Türe gegangen – die Kapuziner von Appenzell waren in der halben Ostschweiz unterwegs, als Prediger und Beichtväter. Nach 425 Jahren zwingt sie der mangelnde Nachwuchs, das Kloster zu schließen. Damit endet ein bedeutsames Kapitel Kantons- und Kirchengeschichte.


Die Kapuziner kamen im Jahre 1587 nach Appenzell. Sie wirkten im Zuge der katholischen Reform nach dem Konzil von Trient. Von 1908 bis 1999 führten sie eine Mittelschule mit Internat.


Kapuzinerkloster Appenzell

Eine Folge der ersten Klostergründung außerhalb der Innerschweiz war die Landteilung in neugläubige Aussere Rhoden und das katholische Innerrhoden.
Das Tätigkeitsgebiet der Wanderprediger reichte am Bodensee über Rorschach hinaus, tief ins St. Galler Rheintal und bis zur Wasserfluh im Toggenburg.
Mit dem 1908 gründeten Kollegium ermöglichte der Orden auch Innerrhoden eine eigene Mittelschulausbildung und damit den direkten Zugang zur Matura und zu akademischen Berufen.

Nachdem im Sommer 2007 der letzte Kapuzinerlehrer seine Tätigkeit am Gymnasium beendet hat, geht nun auch das Klostergebäude in die Hände des Kantons Appenzell über. Die verbliebenen 8 Brüder werden von Regierung und Bevölkerung mit großer Dankbarkeit verabschiedet.

Buch und Fest

Der Abschied von den Kapuzinern vollzieht sich in zwei Schritten:

Am Mittwoch, 10. August 2011, wird in der Kapuzinerkirche eine Schrift vorgestellt, die in die Vergangenheit zurückblendet: "Gelebte Armut – Kapuziner in Appenzell 1586 – 2011". Das Buch erscheint in der Schriftenreihe "Helvetia Franciscana". Der Anlass beginnt um 19 Uhr.
Das Museum Appenzell gibt zurzeit mit einer Sonderaus-stellung Einblick in die Geschichte der örtlichen Kapuziner-gemeinschaft.

Am Montag, 15. August 2011, findet der Festgottesdienst mit Provinzial Ephrem Bucher zum Abschied statt. Um 9.30 Uhr ist Besammlung in der Pfarrkirche, anschließend Prozession zum Gymnasium, in dessen Innenhof die Feier stattfindet. Die Messe wird vom St. Galler Bischof Markus Büchel zelebriert werden. Anschließend wird die Klostersuppe gereicht, halten Landammann und Guardian Ansprachen; zudem singen die von Bruder Karl geleiteten Gospelchöre.

Artikel aus Appenzeller Volksfreund: zeitung.dav.ch
Nähere Informationen unter: www.kipa-apic.ch


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:34