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-<div class="​linkfeld"><​a href="​http://​www.infag.de/​seiten/​doku.php/​startseite"><​span class="​letzter_link">&​nbsp;​ zur&​uuml;​ck zur &​Uuml;​bersicht&​nbsp; ​ </​span></​a></​div>​ +
-<div class="​ueberschrift_1">​Bye,​ bye Regenbogen-nation S&​uuml;​dafrika!</​div>​ +
-<div class="​ueberschrift_5_ohne_rand">​Verschiedene franziskanische Gemeinschaften wie Siessen, Oberzell und Mallersdorf haben auch Schwesterngemeinschaften in S&​uuml;​dafrika. <br /> +
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-Die folgenden Sonntagsgedanken verweisen zum einen auf die Fragen der Gerechtigkeit in diesem Land und thematisieren zum anderen die Bedeutung des Fu&​szlig;​balls als Kult und quasireligi&​ouml;​se Liturgie.</​div>​ +
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-<​strong><​font color="#​993300">​Amos in Afrika ​ </​font></​strong><​br /> +
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-Bunt bemalte Gesichter, Fahnen an den Autos, jubelnde Menschen mit strahlenden Gesichtern. Kaum etwas begeistert die Menschen so wie der Ball, den 22 Menschen hin und her kicken. Jubel und Entsetzen, Freude und Tr&​auml;​nen der Verzweiflung,​ all das geh&​ouml;​rt zum Fu&​szlig;​ball,​ sind Teile der Weltmeisterschaft. Fu&​szlig;​ball regiert die Welt, sich zu entziehen ist unm&​ouml;​glich. Die Tore werden durch den Abend gejubelt und auch ein verfehltes Tor ist am Ton zu erkennen. Die Begeisterung schwappt &​uuml;​ber. Wer sich aus Fu&​szlig;​ball nichts macht, steht fassungslos davor. Die Fahnen flattern im Wind, ein buntes vielfarbiges Bild. <br /> +
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-Pl&​ouml;​tzlich ist das Interesse an Nachbarl&​auml;​ndern und L&​auml;​ndern aus aller Welt geweckt. Oder t&​auml;​uscht das Bild. Ist die Anerkennung echt oder l&​auml;​sst die Konkurrenz das gar nicht zu? Sport als vergleichender Wettkampf, das ist ein altes Ideal. Der Kampf nach Regeln, das Kr&​auml;​ftemessen auf einer sportlichen Ebene, wo alle anderen Faktoren unwichtig werden. Das faire Spiel, wo jeder sich nach Kr&​auml;​ften bem&​uuml;​ht und dem Besseren neidlos den Sieg l&​auml;​sst?​ Fair-Play wird immer wieder genannt, aber findet es auch statt? Fu&​szlig;​ball-WM in S&​uuml;​dafrika - was bedeutet das? Was bedeutet das f&​uuml;​r dieses Land, das von so vlelen Sorgen und Problemen gesch&​uuml;​ttelt wird. Es kommt Geld ins Land. Devisen, Tourismus, die Konjunktur profitiert. Zu wem flie&​szlig;​t dieses Geld? Werden die &​Auml;​ids-Waisen und Alten davon profitieren?​ Werden die Stra&​szlig;​enkinder und Witwen Unterst&​uuml;​tzung erfahren? Werden sie ihr Leid f&​uuml;​r Momente der Begeisterung vergessen oder sind sie ausgeschlossen?​ Haben sie die Gelegenheit daran Teil zu haben? K&​ouml;​nnen sie die Eintrittsgelder zahlen oder geht es ihnen wie vielen Wirten, die die Geb&​uuml;​hren f&​uuml;​r das Public Viewing in ihren Kneipen nicht aufbringen konnten? <br /> +
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-Der alttestamentliche Prophet Amos lebte als Bauer im &​auml;​rmeren S&​uuml;​dreich. Er war gerade mitten in der Ernte als Gott ihn mit seinem Auftrag ins wohlhabende Nordreich schickte. Er sollte die Missst&​auml;​nde beim Namen nennen, den Reichen vor Augen halten, wohin das Ungleichgewicht f&​uuml;​hren wird. Das hat er getan. Er hat sich vor die Pal&​auml;​ste gestellt und hat die wohlhabenden Damen mit den fetten K&​uuml;​hen verglichen. Ihr schreit, sobald der Futtertrog leer ist und wo ihr lang geht, da w&​auml;​chst kein Gras mehr. Alles walzt ihr platt und nichts ist vor euch sicher. Ihr sollt wissen, dass es euch so gehen wird wie den fetten K&​uuml;​hen. Sie werden gem&​auml;​stet,​ damit man sie schlachten kann. <br /> +
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-So wird es euch auch ergehen. Was wurde f&​uuml;​r diese Fu&​szlig;​ballweltmeisterschaft alles platt gewalzt, um f&​uuml;​r die Massen ger&​uuml;​stet zu sein? Bei aller Begeisterung und bei aller Freude an der Begeisterung der Fans ist mir dieses Bild vor Augen. Unser Wohlstand dient der Mast und wenn das Ma&​szlig;​ voll ist, dann werden wir geschlachtet. Es kann nicht anders sein, denn das Gleichgewicht auf dieser Erde ist empfindlich. Wie sch&​ouml;​n w&​auml;​re es, wenn die Begeisterung,​ die in diesen Tagen f&​uuml;​r das runde Leder frei wird, wenn diese Begeisterung f&​uuml;​r die Menschen und unseren Erdball ausbrechen w&​uuml;​rde. Amos wurde damals nicht gefeiert. Er hatte es schwer mit seiner Botschaft. Aber wenn ich mir die sozialen Verbesserungen ansehe, dann hat er am Ende doch etwas erreicht. Wir sind auf dem Weg, immer noch. <br /> +
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-<font color="#​ff6600">​Heike K&​auml;​ppeler </​font><​br /> +
-(Pfarrerin im Gesamtverband Evangelische Kirche am Limes)<​br /> +
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-Quelle: Sonntagsgedanken,​ Hanauer Anzeiger, 26. Juni 2010<br /> +
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-<img height="​400"​ width="​300"​ src="/​seiten/​userfiles/​WM2.gif"​ alt=""​ /><br /> +
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-<​strong><​font color="#​993300">​Gott ist rund</​font></​strong> ​ <br /> +
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-Nanu? Aber klar: Gott ist rund. Rund wie ein Fu&​szlig;​ball. So jedenfalls suggeriert es das Titelblatt eines Buches &​uuml;​ber die Kultur des Fu&​szlig;​balls,​ &​uuml;​ber die religi&​ouml;​se Dimension von &​bdquo;​K&​ouml;​nig Fu&​szlig;​ball&​ldquo;​. W&​auml;​hrend der letzten Europameisterschaft sprach Kommentator Reinhold Beckmann vom &​bdquo;​Fu&​szlig;​ball-Gottesdienst&​ldquo;,​ den die Portugiesen &​bdquo;​zelebrieren&​ldquo;​. <br /> +
-Wir Menschen tragen eine religi&​ouml;​se Dimension in uns. Offensichtlich brauchen wir etwas, das wir verehren k&​ouml;​nnen;​ etwas, dem unsere Energie gilt; etwas, das unserem Leben Sinn und ein Ziel gibt. Die Er&​ouml;​ffnungs- und Schlussfeiern von Europa- und Weltmeisterschaften sind ebenso Kult und profane Liturgie wie die der Olympischen Spiele. Die religi&​ouml;​se Dimension des Menschen dr&​uuml;​ckt sich heute in vielf&​auml;​ltigen Formen aus und eine davon ist das Massenerlebnis im Stadion; die Verbundenheit untereinander,​ zur selben Mannschaft zu geh&​ouml;​ren,​ dieselben Rituale zu vollziehen. <br /> +
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-Eine Dimension, die wir bei der Weltmeisterschaft in S&​uuml;​dafrika wieder beobachten k&​ouml;​nnen,​ auch wenn die FIFA religi&​ouml;​se Symbole wie Untershirts mit &​bdquo;​Jesus loves you&​ldquo;​ verboten hat. Fu&​szlig;​ball ist Kult. Fu&​szlig;​ball ist quasi Liturgie. Mit festgelegter Dramaturgie. Die Fan-Gemeinde &​bdquo;​pilgert&​ldquo;​ zum Stadion. Einzug der Mannschaften in die neuen Fu&​szlig;​ball-Tempel,​ an der Hand die &​bdquo;​Messdiener&​ldquo;​-Kinder. Gesang der Lob-, sprich Nationalhymne. W&​auml;​hrend des Spiels vielstimmiger lautstarker Fangesang &ndash; im Gegensatz zur Kirche insbesondere aus M&​auml;​nnerkehlen. Identifikation mit (m)einer Mannschaft durch Fahnen, Trikots und Bemalung. Der Devotionalienhandel bl&​uuml;​ht. Bei einer Einwechslung ber&​uuml;​hren manche Spieler mit einer Hand erst mal das Spielfeld, erweisen per Handkuss dem &​bdquo;​heiligen Rasen&​ldquo;​ ihre Reverenz oder bekreuzigen sich. Hat einer der &​bdquo;​begnadeten&​ldquo;​ Spieler einen ausgesprochen guten Tag erwischt und spielt er wie von einem anderen Stern, wird er von den Fans zum Fu&​szlig;​ball-Gott erhoben. Doch der Grad zwischen Genialit&​auml;​t und Heldentum auf der einen und absolutem Looser und Versager auf der anderen ist &​auml;​u&​szlig;​erst schmal. Ja, h&​auml;​tte unser Poldi etwas besser gezielt und gegen Serbien den Elfmeter versenkt... Daf&​uuml;​r traf er zum Gl&​uuml;​ck wieder gegen England. Zentimeter entscheiden &​uuml;​ber Schicksale. Oder der Hohepriester Schiedsrichter,​ der Tore &​uuml;​bersieht oder Abseitstore gibt. <br /> +
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-Doch wie schnell wird ein Fu&​szlig;​ballgott fallen gelassen wie eine hei&​szlig;​e Kartoffel, wenn die Leistung nicht den Vorstellungen der Fans entspricht. Kaum anders ergeht es den Trainern, die entweder &​bdquo;​in den Himmel gelobt&​ldquo;​ oder als &​bdquo;​S&​uuml;​ndenbock&​ldquo;​ &​bdquo;​in die W&​uuml;​ste geschickt&​ldquo;​ werden. Der Fu&​szlig;​ballgott ist ein armer Gott, denn er ist von Leistung und Erfolg abh&​auml;​ngig. Es geht nicht darum, den Fu&​szlig;​ball oder die Fans zu &​bdquo;​verteufeln&​ldquo;​. Es geht darum, die richtige Relation zu finden. Wir warten weiter auf das &​bdquo;​erl&​ouml;​sende&​ldquo;​ Tor, werden sehen, welche &​bdquo;​Hand Gottes&​ldquo;​ diesmal im Spiel ist und ob sich das &​bdquo;​Wunder von Bern&​ldquo;​ wiederholt. <br /> +
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-Letzten Sonntag in der Aula des Franziskanergymnasiums Gro&​szlig;​krotzenburg:​ Erst Gottesdienst zum Sommerfest der Schule, dann public viewing mit 300 Leuten. Grenzenloser Jubel beim Erfolg gegen England. Gott ist rund. Bis zum Ende der Fu&​szlig;​ballweltmeisterschaft wird dies so sein. <br /> +
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-Die nahende Ferienzeit mag uns neu bewusst machen, dass wir vor Gott (und hoffentlich auch vor den Menschen) vor aller Leistung und unabh&​auml;​ngig von Erfolg z&​auml;​hlen. Vor ihm muss nicht alles &​bdquo;​rund&​ldquo;​ sein und &​bdquo;​rund&​ldquo;​ laufen. Unsere Macken, Ecken und Kanten geh&​ouml;​ren zum Leben. Bei ihm stehen wir nicht im &​bdquo;​Abseits&​ldquo;​ und werden auch nicht als &​bdquo;​S&​uuml;​ndenbock&​ldquo;​ in die W&​uuml;​ste geschickt. <br /> +
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-In diesem Sinne w&​uuml;​nsche ich Ihnen, dass Ihr Urlaub eine &​bdquo;​runde Sache&​ldquo;​ wird. Vielleicht entdecken Sie Ihre (religi&​ouml;​sen) Kraft-Quellen wieder neu. Erholen Sie sich gut an Leib und Seele! Es gr&​uuml;&​szlig;​t Sie in der Vorfreude vieler weiterer toller Spiele ​ <br /> +
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-<font color="#​ff6600">​Br. Stefan Federbusch </​font><​br /> +
-(Schulseelsorger am Franziskanergymnasium Gro&​szlig;​krotzenburg) ​ <br /> +
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-Quelle: Sonntagsgedanken,​ Hanauer Anzeiger, 03. Juli 2010<br /> +
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-<font size="​1">​Bildnachweis:​ Br. Stefan Federbusch</​font></​div>​ +
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