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Kapuziner-Bischof Luigi Padovese ermordet
Bischof Padovese wurde im Vorgarten seines Hauses in Iskenderun in der Provinz Hatay niedergestochen und starb später in einem örtlichen Krankenhaus.
Als Tatverdächtigen nahm die Polizei den Fahrer Padoveses fest, der wegen psychischer Probleme schon seit einiger Zeit in Behandlung gewesen sein soll. Er habe die Tatwaffe noch bei sich gehabt, so der Gouverneur der Provinz. Für politische Motive gebe es keine Anhaltspunkte, hieß es von Seiten der Behörden.


Der gebürtige Mailänder Luigi Padovese war seit 1965 Mitglied des Kapuzinerordens und lehrte viele Jahre Kirchengeschichte und Archäologie in Rom. 2004 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof und Apostolischen Vikar von Anatolien mit Sitz in Iskenderun. Von dort aus betreute er die ca. 3500 weit verstreuten Katholiken im Süden und Osten der Türkei. Seit 2008 war er Vorsitzender der türkischen Bischofskonferenz. Bischof Padovese, der fließend Deutsch sprach, war auch in Deutschland kein Unbekannter. Häufig hielt er sich zu Vortragsreisen in Deutschland auf. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, zeigte sich in einer Erklärung “erschüttert vom brutalen und feigen Mord” und würdigte Padovese als “großen Seelsorger”.

Quelle: www.orden-online.de

Tod von Bischof Padovese: ein großer Verlust für die katholische Kirche

„Der Tod von Bischof Luigi Padovese ist ein großer Verlust für die katholische Kirche in der Türkei und für die Weltkirche“, so der türkische Kapuzinerpater Harry Leylek, OFMCap, der im Apostolischen Vikariat Anatolien lebt und ein Mitbruder des ermordeten Bischofs ist. Wie P. Hanry berichtet, herrscht in der ganzen katholischen Glaubensgemeinschaft in der Türkei Trauer und Bestürzung. Am 5. Juni 2010 findet in der Kirche von der Unbefleckten Empfängnis in Iskanderum die Beisetzungsfeier statt, der Bischof Ruggero Franceschini von Smirne, ebenfalls Kapuzinerpater, vorstehen wird.
„Die Menschen sind zu Tränen gerührt und dies gilt auch für viele Muslime. Wir haben Beileids- und Solidaritäts-bekundungen von überallher erhalten: aus allen christlichen Glaubensgemeinschaften in der Türkei (Armenier, Orthodoxe, Syrer, usw.) aber auch von den lokalen und nationalen zivilen Behörden“, so der Kapuzinerpater weiter. „Bischof Padovese“, fährt er fort, „war mein Bischof und ein geliebter und von allen geschätzter Mitbruder. Er war zu einfachen Leuten genauso freundlich wie zu Regierungsvertretern. Er war ein außergewöhnlicher Mensch und setzte sich stets für Dialog und Aussöhnung ein. Er war ein Experte der Patristik und ein sehr intellektueller Mensch, doch er pflegte auch stets die für den Franziskanerorden typische Bescheidenheit und Demut. Wir können es noch gar nicht glauben, dass er nicht mehr da ist und sein Tod schmerzt uns sehr. Er fehlt uns heute schon!“.

Auch der Kölner Kardinal Joachim Meisner zeigte sich in einer heute veröffentlichten Erklärung entsetzt über den Mord an seinem Mitbruder. “Bischof Padovese war in Deutschland durch sein Bemühen um die Pauluskirche in Tarsus bekannt. Ich war mit Bischof Padovese befreundet und habe ihn als einen kompetenten Theologen und mutigen Christen hoch geschätzt und hoch verehrt. Sein Tod bedeutet einen großen Verlust für die katholischen Christen in der Türkei. Ich sehe in Bischof Padovese einen Märtyrer des Evangeliums, der in der Christenheit nicht vergessen werden wird. ”

Quelle: www.orden-online.de


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:22