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INFAG-Regionaltag 2010 in Österreich
Der Regionaltag der Infag-Östereich bildet den Auftakt des Jubiläumsjahrs „20 Jahre Infag Österreich“.
Es steht unter dem Motto „Einander begegnen – Miteinander teilen“. Dies geschieht u.a. durch Begegnungstage in den verschiedenen Regionen Österreichs. Geplant ist auch eine stärkere Vernetzung der Kontakte nach Süd- und Osteuropa.


Bericht vom Infag-Regionaltag 2010:

„Schafft Gerechtigkeit Frieden?“ war das Thema des diesjährigen Infag-Regionaltages der österreichischen Infag in Vöcklabruck mit Br. Markus Heinze ofm. Dazu trafen sich am 17. April 2010 60 Schwestern und Brüder der franziskanischen Gemeinschaften Österreichs, um über das Thema nachzudenken, Zusammenhänge zu erkennen, in Übungen einzutauchen in die Realität der "Welt der Vermögensverteilung".

Br. Markus lebt in einer Fraternität in einem Frankfurter Hochhaus, hat Migrantenfamilien als Nachbarn hat; er hat auch als Gefangenenseelsorger, bei Aidskranken, mit Obdachlosen gearbeitet, sich in der Organisation Ordensleute für den Frieden engagiert, die sich in letzter Zeit einer anderen Form des Friedenschaffens, nämlich der Frage des Wirtschaftssystems angenommen hat.

Friede und Gerechtigkeit sind zentrale Begriffe der biblischen Botschaft; vgl. Prophet Amos: Wenn ihr nicht für Gerechtigkeit sorgt, wird euch kein Friede bleiben. Psalm 85,11: Gerechtigkeit und Friede küssen sich Br. Markus ist also einer der Franziskaner, der im Auftrag des Ordens auf die Zeichen der Zeit gewiss keine leichte, aber angemessene Antwort sucht. Wahrscheinlich würde Franziskus heute auch eine solche zu leben versuchen.

Es war ein Regionaltag der besonderen Art. Möglicherweise haben einige von uns etwas anderes erwartet, ein ausgiebiges, tief schürfendes Referat konsumieren zu dürfen. Dem war nicht so. Wir waren von Anfang an selber dran: Erst wurden wir gebeten, assoziativ an Hand von Bildern, die „uns anspringen“, etwas zum Thema zu sagen; Dann kam die nächste Runde, bei der die meisten keine Gelegenheit mehr hatten sitzen bleiben zu dürfen, weil ihre „Stühle als Symbol von Besitz“ den wenigen Reichen gegeben werden mussten, um zu illustrieren, in welchem Verhältnis die Prozentanteile der Besitzenden und der Reichtum zueinander stehen. Wenige hatten viele Stühle, die große Mehrheit keine. Aufgefallen ist eine Anmerkung von Br. Markus, dass die Opfer von Ungerechtigkeit nicht Gewalt anwenden, um zu ihrem Recht zu kommen, sondern solche von denen ausgeht, die andere berauben.

So richtig unter die Haut ging das Gleichnis vom anvertrauten Geld, das zu Unrecht oft Gleichnis von den Talenten bezeichnet wird. Da ging vielen von uns ein Licht auf. Nur eine Minderheit der Anwesenden hat die Brutalität der Vorgangsweise schnell als solche wahrgenommen: als Beschreibung der Wirklichkeit: Wer hat, dem wird gegeben, wer nicht hat, dem wird auch noch genommen, was er hat. Das Thema Verantwortung, das landläufig bei dem 1 Talent hineininterpretiert wird, kann man bei der Brotvermehrung (5 Brote, 2 Fische) eher ablesen.

Wieder einmal hatten wir auch einen guten Tag der Begegnung und des Austausches. Auch Südtirol war vertreten. Herzlichen Dank an Bruder Markus. Viel Geist und Schwung wünschen wir ihm weiterhin für seinen wichtigen Einsatz im Dienste von Menschen am Rande im Namen von Infag-Österreich.

Sr. Judith Putz

Nähere Informationen der Infag Österreich in:
Infag-Kontakte 1-2010


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:21