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Was geht?
Mehr als du denkst!
„Lasst uns zieh’n zu den Quellen des Lebens“, mit diesem Lied stimmte die Band die Vielen ein, die zum diesjährigen Franziskusfest gekommen waren. Um die Quellen des Lebens sollte es gehen, um das „Mehr“, das ins Leben kommt wenn sich ein Mensch auf Gott einlässt. „Was geht? Mehr als du denkst!“ So lautete das Thema des Festes.


Bericht vom Franziskusfest am 26.9.2010



Das Spiel, das eine Gruppe Jugendlicher zum Thema entwickelt hatte, lenkte den Blick zuerst auf die Hl. Klara von Assisi. Eine verrückte Szene wurde da erzählt. Es war nur noch ein Brot im Haus. Statt zuerst für sich und ihre Schwestern zu sorgen teilte Klara das Brot mit den Brüdern, dann sollten die Schwestern den Rest so teilen, dass es für alle reichte. Klara erinnerte sich an das Evangelium von der Brotvermehrung und betete zum Herrn und – das Brot reichte. Was hat das mit uns heute zu tun?



Die Jugendlichen spielten verschiedene Szenen aus ihrem Alltag – in der Schule, in der Pause, an der Bushaltestelle,… Immer wieder geschah es, dass inmitten der Szene alles anhielt und ein kleiner Junge auftauchte, der einen goldenen Gegenstand brachte. Dann ging die Geschichte verändert weiter. Das „Mehr“ kann in den alltäglichsten Situationen spürbar werden.

Was du suchst, ist mehr, als du denkst.
Was du suchst, ist ein Geschenk.
Gott gibt Leben, mehr und mehr.
Mach was draus – gib´s nie mehr her.


So lautet die erste Strophe eines Liedes, das die Jugendlichen selber gedichtet und vertont hatten. Zum Abschluss des Spieles sangen sie es. Gott ist das „Mehr“, das immer wieder in unser Leben kommen kann und ihm eine neue Richtung weist.

Darauf verwies auch Sr. M. Anna Franziska in ihrer Ansprache und lenkte die Aufmerksamkeit auf Jesus Christus, der vor allem in der Eucharistie das „Mehr“ für uns geworden ist. Ganz sinnenhaft erfahrbar wurde dieses „Mehr“ in Anbetung des Herrn in der Monstranz, die in einer Prozession ins Zelt getragen wurde und in einer bewegenden Gebetszeit verehrt wurde. Für den Rest des Tages wurde das Hl. Brot in der Klosterkapelle zur Anbetung ausgesetzt und war der vielbesuchte Mittelpunkt des Festes.

Nach dem Auftakt war viel Zeit zur Begegnung, auf dem Gelände, an der AnsprechBar, bei kreativen Angeboten,… Diesmal gab es weniger Arbeitskreise als sonst, weil die Schwestern bei den verschiedenen Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläumsjahres die Erfahrung gemacht haben, dass viele Menschen hauptsächlich die Begegnung suchen und dass darin auch das „Mehr“ des Lebens aus dem Glauben aufleuchtet.



Um 15.30 Uhr begann dann der Gottesdienst im Zelt mit Bischof Dr. Gebhard Fürst, für den dieses Fest zu denen gehört, auf die er sich besonders freut, weil er hier eine junge Kirche erlebt. In seiner Ansprache bezog er sich auf das Lied der Jugendlichen vorm Morgen. Was du suchst, ist mehr, als du denkst. Es ist mehr als viele denken, was junge Menschen in der Kirche suchen. Aber oft sind sie allein und vereinzelt mit ihrem Suchen. Da tut es gut, sich bei so einem Fest in der großen Gemeinschaft zu treffen. Im Evangelium von der Brotvermehrung wollten die Jünger die Leute wegschicken, so dass sie sich woanders holen was sie brauchen. Aber Jesus fordert sie auf: gebt ihr ihnen zu essen! Da erinnern sich die Jünger an das, was sie haben, sie bringen es, Jesus segnet es, sie teilen es aus und – es ist mehr als sie gedacht hatten, es reicht für alle. So sind auch wir gerufen, in unserem Hunger nach Leben auf das zu sehen, was uns gegeben ist, auf Jesus. Worauf wir unseren Blick lenkten, das hat eine verwandelnde Kraft. Richten wir also unseren Blick auf Jesus, so werden wir in ihn verwandelt. „Lasst uns zieh’n zu den Quellen des Lebens“ so spielte die Band auch zum Schluss nochmals. Und wahrscheinlich alle hatten etwas gespürt von diesen Quellen des Lebens.

Wir Schwestern sind sehr dankbar und froh über diesen Tag und danken allen, die mitgefeiert haben und allen, die mitgeholfen haben, dass dieser Tag so gelingen konnte.

Quelle: www.klostersiessen.de


Ein kleineres Angebot bietet mehr Raum für Begegnung

Das neue Angebot der „Ansprech-Bar“ wird von den Gästen gerne angenommen. „Happy Few“ oder „Charmini“ heißen die leckeren Frucht-Cocktails, die Schwester Daniela und ihr Team beim diesjährigen Franziskusfest anbietet.
(Foto: Anita Metzler-Mikuteit)

Zum 35. Franziskusfest haben die Franziskanerinnen von Sießen am Sonntag auf den Klosterberg geladen. Die Gäste durften sich auch diesmal über ein vielseitiges Programm freuen. Verglichen mit den vergangenen Jahren war die Zahl der Angebote jedoch deutlich geringer. „Wir wollten in erster Linie eine übersichtliche Struktur schaffen“, antwortet Schwester Maria-Doreen auf die Frage nach dem minimierten Gesamtprogramm in diesem Jahr. Aber es gibt weitere Gründe: Den Jugendlichen und erwachsenen Gästen soll auf diese Weise deutlich mehr Raum bleiben für Zeiten der Begegnung und des Gesprächs, ohne Zeitdruck und die ständige Frage: Wo geh ich jetzt hin?

So zeigt sich das diesjährige Franziskusfest von einer sehr entspannten Seite. Auch deshalb, weil die Besucherzahl geringer ist als in den vergangenen Jahren. Abgezeichnet hat sich das bereits im vergangenen Jahr, deshalb haben sich die Schwestern entschieden, erstmals ein etwas kleineres Zelt aufzustellen zu lassen. Dass „etwas Neues am Entstehen ist“, spürt das Vorbereitungsteam – unabhängig von dieser Entwicklung – schon seit geraumer Zeit. Im Mittelpunkt dieses Prozesses stehen die Bedürfnisse der Gäste. Und die werden an diesem Tag in Form von Interviews und Plakataktionen abgeklopft. „Auf die Ergebnisse bin ich schon sehr gespannt“, sagt die Leiterin des Organisations-Teams, Schwester Klara, die den Besucherrückgang auch auf „gesamtgesellschaftliche und gesamtkirchliche Gründe“ zurück führt.

Genügend Raum für ungezwungene Gespräche bietet etwa die erstmals angebotene „Ansprech-Bar“ im Torhaus. Bei leckeren alkoholfreien Cocktails wird einfach nur „gechillt“. Wer mag, kann sich bei den Kreistänzen einreihen, Freundschaftsbändchen weben oder Schach spielen.
Auch das Angebot, in der Klosterkapelle mit Liedern und Gebetsimpulsen zur Ruhe zu kommen, wird rege genutzt. Auf die Theateraufführung im Rahmen der Auftaktveranstaltung am Vormittag freuen sich die Gäste erfahrungsgemäß besonders. Und sie werden auch diesmal nicht enttäuscht. „Was geht? Mehr als du denkst“ heißt das Motto des Tages – und dem widmen sich auch die jugendlichen Schauspieler. Mit ansteckender Spielfreude zeigen sie anhand von Alltagsszenen, wie aus einer zunächst schwierig anmutenden Situation ein neuer Anfang, ein „Mehr“ entstehen kann. Die Bereitschaft, sich in den Anderen einzufühlen, aufeinander zuzugehen oder ein Quäntchen mehr Mut hier und da lässt etwa aus einer „schlechten Mathenote“ keinen Frust, sondern neue Zuversicht entstehen. Die Schülerin Vanessa erzählt von einer „unvergesslichen Begebenheit“ während der Sternwallfahrt im Sommer, als die 23-köpfige Wandergruppe mit leerem Magen vor einer verschlossenen Ladentür stand und ein älterer Mann spontan „alle“ zum Spaghetti-Essen eingeladen hat.

Mucksmäuschenstill ist es auch, als Generaloberin Anna-Franziska von ihrem Aufenthalt in Assisi berichtet. „Ihr seid nicht zufällig auf der Welt, Jesus hat für jeden von euch eine Idee“, so Schwester Anna-Franziska. Diese könne etwa durch das Gebet erfahren werden. „Ich weiß, das klingt uncool“, so die Generaloberin, „warum macht ihr nicht einfach ein Date mit Jesus?“

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wird erstmals auch die Monstranz in einer Prozession ins Zelt getragen.
Den Abschluss bildet die gemeinsame Eucharistiefeier mit Bischof Dr. Gebhard Fürst.

Anita Metzler-Mikuteit

Quelle: www.schwaebische.de


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