zurück zur Übersicht 
Was sagt uns die Botschaft von Franz von Assisi heute?
Die Stipendiatengruppe der Universität Augsburg besuchte am 28. April 2009 auf Einladung der Katholischen Deutschen Studentenverbindung Algovia Augsburg einen Vortrag von Sr Petra Grünert OSF vom Kloster Maria Stern zu Leben und Wirken des Franz von Assisi. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, was dieser bedeutsame Heilige uns Menschen in der heutigen Zeit sagen kann und welche Aktualität seine Botschaft noch aufweist.


Verbindungssenior Dennis Leinesser begrüßte zu Beginn der Veranstaltung die Referentin und die Gäste auf dem Algovenhaus und zeigte sich erfreut, dass die Stipendiatengruppe Augsburg der Hanns-Seidel-Stiftung dieser Einladung gefolgt ist und so die erfolgreiche Zusammenarbeit, welche seit der Einführung der Schwabenrunden durch die aktuellen Stipendiaten, dem Club der Altstipendiaten Schwaben sowie der Studentenverbindung Algovia besteht, fortsetzt und intensiviert.

Bei der Vorstellung von Schwester Petra Grünert verwies Leinesser auf die zahlreichen Tätigkeiten und das große Engagement der Referentin, welches vor allem im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit liegt und umfangreiche Bildungsmaßnahmen in Form von Seminaren oder Schnupperwochenenden im Kloster beinhaltet. Er hob die Tatsache hervor, dass gerade der Orden Maria Stern die Stadt Augsburg entscheidend geprägt habe. Es sei aus dem kirchlichen, kulturellen aber auch gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken.

Zu Beginn ihrer Ausführungen wies Sr. Petra auf den Umstand hin, nach welchem ihr eigener Werdegang Ähnlichkeiten mit dem des Heiligen Franz von Assisi aufweise. Beide sollten sie zunächst die Geschäftstätigkeit der Familien fortführen und waren im kaufmännischen Bereich beheimatet. Nach dem Abitur durchlief die Referentin zunächst eine Lehre zur Industriekauffrau, bevor sie sich entschloss, ein Theologiestudium zunächst in Freiburg/Breisgau und dann in Augsburg zu absolvieren. Nach ihrem Eintritt in den Franziskanerorden und ihren wachsenden Aufgaben im sozialen Bereich nahm sie noch einen Aufbaustudiengang der Caritaswissenschaften auf. Auch bei Franz von Assisi hätte es zunächst den Anschein gehabt, dass sein Weg in die ökonomische Richtung ginge. Als Sohn eines reichen Stoffhändlers seiner Heimatstadt Assisi habe der junge Francesco vor allem die materiellen Vorzüge, die das Leben ihm zu bieten hatte, genossen und sich wenig Gedanken über Fragen des Glaubens gemacht. Erst eine Traumvision während seiner Reise in das Heilige Land und ein Erlebnis mit einem Aussatzkranken hätten bei ihm einen radikalen Sinneswandel herbeigeführt. Franziskus habe sich zu Beginn seines Wirkens vor allem dem Wiederaufbau zerfallener Kirchengebäude und Kapellen gewidmet. Die finanziellen Mittel für diese Projekte hätte er dem Verkaufserlös von Stoffen aus den Beständen seines Vaters entnommen, ohne diesen davon unterrichtet zu haben. Dies und seine Weigerung, den eingeschlagenen Weg zu verlassen, hätte schließlich zum Bruch mit dem Vater und der Familie geführt. Seither gehörten das verstärkte Engagement für die Armen und Ausgestoßenen, zu denen er sich nun selbst zählte, zu seinem Tätigkeitsfeld.

Im Laufe der Zeit habe er immer mehr Anhänger um sich scharen können und seine Gemeinschaft sei stetig angewachsen. Der göttliche Auftrag, welchen er nach intensiven Gebeten empfangen zu haben glaubte, nämlich die verfallene Kirche wieder aufzubauen, wurde nun auch auf die Erneuerung der Weltkirche als Institution übertragen. So sei auch der Grundsatz des Franz von Assisi „Die Welt ist unser Kloster“ als Auftrag zum Engagement und Einsatz für den wahren Glauben bei den Völkern zu verstehen. Diese Einsicht, so Sr. Petra Grünert, sei gerade in der heutigen Zeit, welche maßgeblich von dem Streben nach materiellen Gütern bestimmt wird, von elementarer Wichtigkeit. Sie stellte heraus, dass eine Kernbotschaft der Franziskanischen Überlieferung laute, dass es wesentlich wichtigere und vor allem auch beständigere Werte gäbe als Besitz und Karriere. Die Menschen müssten dies begreifen und sich mehr um einander als nur um sich selbst kümmern.

Am Ende ihres Vortrages stellte sich die Referentin noch für eine sehr gewinnbringende und lebhafte Diskussion zur Verfügung.

Die beiden Stipendiatensprecher Bernd Schilcher und Bernd Rochna bedankten sich im Namen der Hanns-Seidel-Stiftung und aller Stipendiaten für die Einladung und den Vortrag. Sie drückten gleichzeitig ihre Vorfreude auf die Fortsetzung aus, bei der dann das Leben der Clara von Assisi näher beleuchtet werden soll.

Bernd Udo Rochna



  zurück zur Übersicht    Seitenbeginn  

Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:33