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Osterkapitel 2009
Alle drei Jahre treffen sich Schwestern und Brüder der franziskanisch-klarianischen Ordensfamilie zum Osterkapitel in Reute.

In diesem Jahr stand es im Zeichen des Jubiläums „800 Jahre franziskanische Urregel“.

 

Verschiedene Regeln - ein Charisma

Am Beginn verdeutlichte der Bericht aus der Dreigefährtenlegende, wie Franziskus und seine ersten Brüder ihre Lebensform nach dem Evangelium fanden.

Diese Lebensform hat sich in vielfältiger Weise ausgeformt in den verschiedenen Zweigen der Franziskanischen Familie.

Symbolisch dafür lagen die Regeln des Ersten Ordens, des Zweiten Ordens, des Regulierten Dritten Ordens, des Säkulierten Dritten Ordens, eines Franziskanischen Säkularinstituts sowie der Communität Christusbruderschaft um die Osterkerze in der Saalmitte. Je ein/e Vertreter/in lasen den jeweiligen Kernsatz der Regel vor. Diese ähnlich lautenden Sätze verdeutlichten den gemeinsamen Ursprung.

Pantomime - mehr als Worte sagen Gesten

Mit dem Lied „Einer hat uns angesteckt mit der Flamme der Liebe“ erhielten die Schwestern und Brüder ihr Namensschild, das mit dem Bildmotiv einer Flamme versehen war. Eine Pantomimegruppe aus Ordensleuten führte durch ihr Spiel ins Thema ein, indem sie verschiedene Stationen aus dem Leben von Franziskus beleuchteten.


Die Gründungsidee des Franziskanerordens

Im ersten Vortrag zeigte P. Leonhard Lehmann ofmcap die „Die Gründungsidee des Franziskanerordens“ auf.

In Kleingruppen beschäftigten sich die Schwestern und Brüder mit der Frage: „Wie können wir die Ursprungsidee neu beleben?“


Die Hl. Schrift bei Franziskus

Der zweite Vortrag von P. Johannes Baptist Freyer ofm erörterte „Die Heilige Schrift als Grundlage der Berufung des hl. Franziskus“. In seinen Schriften macht Franziskus zahlreiche Rückgriffe und Anlehnungen an die Bibel. Als strukturierende Elemente suchte der Referent die „Orte“ auf, die die Pantomimegruppe ins Spiel gebracht hatte: Das Damianokreuz, den Aussätzigen und das Evangelienbuch.

Zur Vertiefung ordneten sich die Teilnehmer/innen 12 biblischen Stellen zu, um sie unter der Leitung von Sr. Paulin Link miteinander ins Gespräch zu bringen. Sie betrafen die drei Themenkreise des Liebesgebotes (Johannes), die Seligpreisungen (Lukas) sowie die Sendung (Mathäus / Lukas). Deutlich wurde, dass aus franziskanischer Perspektive die Liebe Hand und Fuß bekommen muss in der Sendung, in der gelebten Umsetzung der Seligpreisungen.

Leseschlüssel zur Regel

In einem dritten Vortrag boten die Referenten einen Leseschlüssel zur Regel. Unter dem Stichwort „Die Regel geistlich beobachten“ zeigte P. Johannes B. Freyer zunächst den „Gegensatz von Geist und Fleisch bei Paulus“ auf. P. Leonhard Lehmann führte aus, wie Franziskus dies in seiner Regel aufgegriffen hat.
In Kleingruppen ging es um die Frage: „Was heißt für mich, die Regel geistlich beobachten?“ Jede Gruppe brachte ein „Schlüsselwort“ / einen „Schlüsselsatz“ mit ins Plenum.

Schlüssel zur Regel der Regulierten Dritten Orden

Um einen Lese- und Verstehensschlüssel ging es auch im vierten Vortrag von Sr. Christina Mülling. Sie schlüsselte die Regel der Regulierten Dritten Orden auf, die im wesentlichen aus Zitaten bzw. Textzusammenhängen des hl. Franziskus besteht. Unter dem Kerngedanken „gottvoll leben“ bietet die Regel Quellen (Gebet, Evangelium, Sakramente, Armut und Demut Jesu), Wege (Evangelische Räte, Gemeinschaft, Apostolische Tätigkeit) und das Ziel (Mitliebende mit Gott werden, Gott will Wohnung und Bleibe haben).

Zur Vertiefung ordneten sich die Teilnehmenden einzelnen Stichworten der Regel zu. Im Plenum wurde eine Aktualisierung der Gründungsidee versucht.
Sr. Paulin Link interviewte die Schwestern und Brüder zu ihrer Perspektive heute.

Dazu traten stellvertretend Franziskus, Klara und drei Ordensgründerinnen auf sowie ein Bischof, ein Fremder, ein Obdachloser, ein Suchtkranker, ein Kind, ein Mensch mit Behinderungen, ein Arbeitsloser, die kritisch die Ergebnisse der Gruppenarbeit kommentierten.


Fest und Feier

Die Ergebnisse und Erkenntnisse mündeten ein in die Feier des Festgottesdienstes und der Agape. Am Ende der Eucharistiefeier erhielten die Schwestern und Brüder das Bildmotiv des Osterkapitels in Form eines Kartensets sowie ihre Regel (inklusive einer Osterkerze) mit dem Sendungsauftrag, sie in den eigenen Gemeinschaften, in der Welt und für und mit den Menschen zu leben.



























Im Laufe des Tages wurde bereits auf das Regel-Jubiläum und den Gründungstag der Infag angestoßen.

Die Vielfalt der Impulse hat es vermocht, die Glut wieder neu zu entfachen.

Text und Bilder: Br. Stefan Federbusch



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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:33