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"Fazenda da Esperanca" im Franziskanerkloster Mörmter
Das Hilfsprojekt der „Fazenda da Esperanca“, zu Deutsch „Hof der Hoffnung“, hat seine vierte Niederlassung im Franziskanerkloster Mörmter bei Xanten gegründet. Rund 20 junge Männer im Alter von 17 bis 35 Jahren, die unter einer Suchtkrankheit leiden, werden dort eine neue Heimstätte finden.

Am 15. August 2009, dem Festtag Mariä Himmelfahrt, nahm der münsteraner Bischof Dr. Felix Genn die offizielle Einsegnung des Hauses vor.


Die franziskanische Idee der Fazendas entstand 1983 in Brasilien durch den deutschen Franziskanerpater Hans Stapel. Zum Ziel setzte er sich, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die durch Abhängigkeiten aus der Bahn geworfen worden waren, eine neue Perspektive zu vermitteln. Als Mittel zum Zweck dienten ihm körperliche Arbeit, vertrauensvolle Gemeinschaft und die franziskanische Spiritualität. Jene drei Säulen stehen weiterhin im Mittelpunkt des Projekts, das mittlerweile durch die Gemeinschaft „Familie der Hoffnung“, ein Zusammenschluss engagierter Ordensleute, Priester und Laien, getragen wird.



Für Bischof Felix Genn ist die Fazenda in Kloster Mörmter ein Ort "aufblitzender Hoffnung", wie er in seiner Predigt festhielt. Die Botschaft: "Es lohnt sich zu leben; wir haben nicht aufgegeben." Er habe nicht von der Richtigkeit der Vorentscheidungen überzeugt werden müssen, die getroffen wurden, als er noch nicht Bischof von Münster war. Hier nehme der Glaube in aller Dichte Gestalt an. Das Werk von Franziskanerpater Hans Stapel, das bereits Papst Benedikt mit seinem Besuch in Brasilien adelte, sei mit seiner tiefen Spiritualität wegweisend. Es helfe "uns unsere Schwächen zu erkennen und kann uns zu unseren geheimen Süchten tief in uns lenken: Schwächen und Abhängigkeiten".
Der Bischof machte mehr als einmal deutlich, dass er den Neubeginn mit dem "Leben mit dem Wort" auf der Fazenda da Esperanca in Kloster Mörmter wohlwollend begleiten wird. Denn: "Kirche ist eine Fazenda."

Zur Eröffnung des Hauses war Pater Hans Stapel als Ehrengast geladen. Er appellierte zum Schluss an jene, die der Fazenda noch mit Skepsis begegnen: "Nehmen Sie die Gemeinschaft, die hier beginnt, mit ganzem Herzen auf."

Schwester Tanja von den Franziskanerinnen in Sießen am Bodensee berichtet von ihren Erfahrungen in Mörmter.

Seit 1983 sind über 60 „Höfe der Hoffnung“ weltweit entstanden, in Deutschland ist die Niederlassung in Mörmter die vierte nach den brandenburgischen Fazendas in Nauen und Päwesin sowie dem „Gut Bickenried“ in Irsee im Allgäu. Federführend war der Berliner Pfarrer Christian Heim beim Aufbau der neuen Stätte tätig. Unterstützt wurde er von Franziskanerinnen aus den Klöstern Sießen und Au am Inn. Zudem besteht eine Gebetsgemeinschaft mit den Karmelitinnen in Witten sowie den Klarissen in Münster und Paderborn.

Das Kloster Mörmter wurde 1921 errichtet und fungierte seit 1977 als Alterswohnsitz der deutschen Franziskaner der südbrasilianischen Provinz. Pater Konrad Lindmeier, letzter Franziskaner in Mörmter, wandte sich an seinen Mitbruder Pater Hans Stapel in Brasilien, um Optionen für eine weitere Verwendung des Klosters zu prüfen. Beide einigten sich darauf, dem von der Schließung bedrohten Kloster eine neue Zielrichtung zu geben, indem die „Familie der Hoffnung“ kontaktiert wurde. Diese erklärte sich bereit, die Anlage nach ihren Bedürfnissen umzugestalten und somit die erste Fazenda im Westen Deutschlands zu errichten. In einem jeweils einjährigen Aufenthalt wird jeder Bewohner die Gelegenheit nutzen können, in einer intensiven Form des Zusammenlebens neue Lebenswege zu gehen. In kurzer Zeit sollen ein Café und ein Klosterladen, der Waren aus eigener Produktion der Bewohner anbietet, entstehen. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Fazenda da Esperanca [http://fazendadaesperanca3.blog.de/] in Mörmter.

Quelle: www.orden.de


Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:33