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Außerordentliches Engagement im christlich-sozialen Bereich
„Sie haben sich um das Gemeinwohl verdient gemacht, Sie haben bürgerliches Engagement bewiesen, Zeichen gesetzt und sind so zum Vorbild geworden“.


Mit diesen Worten würdigte Bundespräsident Horst Köhler die fünf Männer und Frauen aus Unterfranken, die für ihre Verdienste zum Wohl der Allgemeinheit und des Staates ausgezeichnet wurden. Neben der Gratulation des Bundespräsidenten überbrachte Staatssekretär Dr. Bernd Weiß auch die Glückwünsche des Ministerpräsidenten Horst Seehofer sowie der bayerischen Staatsregierung.

„Wohin geht die Gesellschaft? Werden wir zu einer Gemeinschaft von Egoisten? Helfen wir? Schauen wir hin? Mischen wir uns ein?“ fragte das unterfränkische Kabinettsmitglied weiter, bevor er den Geehrten für ihren herausragenden Einsatz die staatlichen Zeichen des Dankes und der Anerkennung verlieh.

Schwester Reginarda Holzer vom Kloster Oberzell (Zell am Main, Landkreis Würzburg), wurde für ihr jahrzehntelanges außerordentliches Engagement im christlich-sozialen Bereich gewürdigt. In seiner Laudatio hob Weiß die wegweisenden Entscheidungen der Franziskanerin hervor, die sich als Generaloberin der Kongregation der Dienerinnen der heiligen Kindheit Jesu von 1983 bis 2001 „mit weit über das normale Maß hinausgehendem Engagement für diese apostolisch-tätige Frauengemeinschaft in der katholischen Kirche sowie für Frauen in Not eingesetzt“ habe. In einer Zeit großer Umbrüche habe sie mutig und besonnen das Erbe der Gründerin Antonia Werr wieder belebt und das franziskanische Charisma verlebendigt. In die Amtszeit Schwester Reginardas fielen die Generalsanierung der Fachakademie St. Hildegard in Würzburg und deren Übergabe an den Diözesancaritasverband Würzburg e. V., die grundlegende Sanierung des Alten- und Pflegeheimes St. Antoniushaus, um den alten und kranken Mitschwestern ein angemessenes Zuhause zu geben sowie die Generalsanierung des Antonia-Werr-Zentrums in St. Ludwig bei Wipfeld. Bereits in den 1970er Jahren habe Schwester Reginarda dort als Heimleiterin und Hausoberin im Mädchenheim neue pädagogische Maßstäbe gesetzt.

Von 2001 bis 2008 war die Oberzeller Franziskanerin für die aufwändige denkmalgerechte Sanierung der barocken Klosteranlage von Oberzell, die als Mutterhaus dient, verantwortlich. „Auch hier haben Sie mit Umsicht und großem Engagement ihre vielfältigen Talente eingesetzt, um neben der architektonischen Entwicklung auch zukunftsträchtige Nutzungskonzepte zu erarbeiten“, so der Laudator.

Biografie

Schwester Reginarda Holzer stammt aus München. 1958 trat sie im Kloster Oberzell ein, legte 1964 die zeitliche und drei Jahre später die ewige Profess ab. Nach ihrem Studium der Sozialen Arbeit war sie von 1968 bis 1972 im Mädchenheim in Kirchenschönbach bei Wiesentheid (Landkreis Kitzingen) als Sozialarbeiterin eingesetzt. Von dort wechselte sie in das heilpädagogische Mädchenheim St. Ludwig, wo sie bis 1983 als Sozialarbeiterin, Heimleiterin und Oberin tätig war. Anschließend stand sie 18 Jahre lang der Kongregation mit Niederlassungen in Deutschland, Südafrika und den USA als Generaloberin vor. Nach einem Sabbatjahr mit theologischen Studien in den USA und England wurde sie mit der umfassenden Generalsanierung der Klosteranlage Oberzell beauftragt. Parallel arbeitete Schwester Reginarda Holzer im Büro des Grundkurses zum Franziskanisch-Missionarischen Charisma (CCFMC) in Würzburg. Seit 2008 leitet die 67-Jährige das Alten- und Pflegeheim St. Antoniushaus in Oberzell und ist Oberin des Konventes.

Staatssekretär Dr. Bernd Weiß überreichte Schwester Reginarda Holzer im Beisein von Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer die Urkunde des Bundespräsidenten und das Verdienstkreuz am Bande

Bei der Feierstunde nahmen zahlreiche Landräte, Stadträte und Bürgermeister der Kommunen, in denen die Ordensträger leben, sowie deren Angehörige und Freunde teil. Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wurde von Bundespräsident Theodor Heuss im Jahre 1951 gestiftet. Er ist die höchste staatliche Anerkennung für Verdienste um das Gemeinwohl und wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger verliehen für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen oder Verdienste im sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich. Eine finanzielle Zuwendung ist mit der Verleihung des Verdienstordens nicht verbunden. Laut Bundespräsidialamt wurden seit 1951 rund 240.000 Menschen damit gewürdigt.

Text und Bild: Sr. Katharina Ganz

Quelle: www.kloster-oberzell.de



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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:21