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Franziskaner verlassen Bad Tölz
Aus Personalmangel haben die Franziskaner ihr Kloster „Zur Heiligsten Dreifaltigkeit“ in Bad Tölz zum 31. Juli 2008 aufgehoben.


Die Verabschiedung durch die Bevölkerung fand am 20. Juli 2008 um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Franziskanerkirche und anschließendem Pfarrfest statt. Domdekan Dr. Lorenz Wolf würdigte das 384-jährige segensreiche Wirken im Isarwinkel.

Das Kloster der Franziskaner in Bad Tölz wurde 1624 mit kurfürstlicher und fürstbischöflicher Genehmigung errichtet. Bei der Säkularisation war es 1802 zunächst als Zentralkloster bestimmt, dann aber doch geschlossen und an verschiedene Tölzer Bürger verkauft worden. Auf Bitten von Tölzer Bürgern an die königliche Regierung zogen 1829 wieder Franziskaner in das Tölzer Kloster ein. 1921 gründeten die Franziskaner eine Privatschule, das heutige Staatliche Gabriel-von-Seidl-Gymnasium. 1967 übernahmen die Franziskaner die Seelsorge im Städtischen Krankenhaus und bauten 1970 in Bad Tölz die Kurseelsorge der Erzdiözese München und Freising auf.

Von 1981 bis 1994 war das Kloster in Tölz das Noviziatshaus der Bayerischen Franziskanerprovinz. Seit 2002 war Bad Tölz Ausbildungsort für junge Mitbrüder (Junioren) und Lebensort der Theologiestudenten des Ordens. Nach dem Umbau des Klosters München (St. Anna) werden die Studenten ab September 2008 dort einziehen und in München studieren. Das Kloster in München wird ab 2010 Hauptsitz (Provinzialat) der aus bisher vier Provinzen vereinigten Deutschen Franziskanerprovinz.

Im bayrischen Raum soll an den fünf Kernklöstern in München, auf dem Kreuzberg in der Rhön, in Vierzehnheiligen, in Dietfurt und in Füssen festgehalten werden. Die aufgrund der Nachwuchssituation und zum Teil auch wegen eines erheblichen Sanierungsbedarfes von Klöstern und Kirchen notwendige Neustrukturierung des Ordens soll nach dem Willen der Provinzleitung dem franziskanischen Leben wieder neue Impulse geben.

Die Klosterkirche wird von der Pfarrei in Bad Tölz weiter betreut, die Seelsorge vom Dekanat in reduzierter Form weitergeführt. Das Eigentum an der Kirche bleibt bis auf Weiteres bei der bayerischen Provinz.

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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:20