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2. Ordenstag der Solidaris
1950 gab es in Deutschland noch rund 100.000 katholische Ordensfrauen; heute sind es weniger als 23.000, von denen 80 Prozent älter als 65 Jahre sind. Jedes Jahr sinkt die Zahl der Ordensleute in Deutschland um rund 500.
Die Teilnehmenden der Tagung suchten nach tragfähigen Zukunftskonzepten für die Einrichtungen mit ihren Tausenden von Mitarbeiter/innen.


„Wohin geht die Reise? Aspekte der Zukunftsgestaltung“ - dieses Motto wählte die Solidaris für ihren 2. Ordenstag, der am 12. Februar 2009 im Runden Saal des Konzerthauses in Freiburg stattfand.

Wie sehr sie mit dieser Themenwahl drängende Fragen der deutschen Ordensgemeinschaften angesprochen hat, zeigte die überwältigende positive Resonanz der rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer während und unmittelbar nach Ende der Veranstaltung. Der Ordenstag bot ihnen die willkommene Gelegenheit, einen Tag lang praxisorientierte Fachinformationen zu erhalten und sich in zahlreichen Gespräche während der Pausen und beim gemeinsamen Mittagessen auszutauschen.

In seiner Begrüßung hob Herr WP/StB Ralph Wedekind, Geschäftsführer der Solidaris Revisions-GmbH und Leiter der Solidaris-Niederlassung in Freiburg, hervor, dass die Hauptmotivation der Organisatoren für die Durchführung des Ordenstages darin bestand, eine Plattform für die drängenden Fragen im Hinblick auf die Zukunft der Ordensgemeinschaften zu bieten und mit fundierten fachlichen Informationen Unterstützung zu leisten.

Dass der gegenseitige Austausch wichtig sei, um neue Ideen für eine erfolgreiche Zukunftsbewältigung zu entwickeln, betonte auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Freiburger Erzbischof Dr. Robert Zollitsch in seiner Rede „Mit dem Apostel Paulus auf dem Weg in die Zukunft“. Für ihn waren und sind die Orden noch immer Vorreiter im sozialen und karitativen Handeln. Ziel der Ordensgemeinschaften müsse es sein, die christliche Botschaft „kreativ und innovativ ins Hier und Jetzt zu übersetzen“. Er sei davon überzeugt, dass das vollständig Gott gewidmete Ordensleben auch heute vielen Menschen Halt und Orientierung geben könne.

An den Apostel Paulus knüpfte auch Sr. Edith-Maria Magar von den Waldbreitbacher Franziskanerinnen an, dessen Wort „Caritas Christ urget nus - die Liebe Christi drängt uns“ für sie das Kern- und Selbstverständnis vieler caritativ-tätiger Ordensgemeinschaften trifft. Sr. Edith Maria befasste sich insbesondere mit der „Problematik, dass den Ordensgemeinschaften kaum noch Mitglieder zur Verfügung stehen, die bereit, fähig und qualifiziert sind, die betriebswirtschaftliche Führungsverantwortung für ihre Werke zu übernehmen.“ Es sei erforderlich, die Weichen für die Zukunft rechtzeitig zu stellen: „überlegt, konsequent und nachhaltig“.

Wichtige Anregung, wie mögliche Lösungen für die Zukunftsprobleme der Ordensgemeinschaften aussehen könnten, gab im Anschluss Frau Prof. Dr. Myriam Wijlens, Professorin für Kirchenrecht an der Universität Erfurt, indem sie unter dem Titel „Wenn die eigenen Kräfte in der Ordensleitung nicht mehr reichen“ die Ergebnisse einer umfassenden qualitativen und quantitativen Studie über niederländische Orden vorstellte.

Nach der Mittagspause sprach zunächst Sr. M. Basina Kloos, Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen BMVA, aus Sicht der Ordensleitung über „Orden als Dienstgeber“. Sie erörterte die aus ihrer Sicht drei wichtigsten Aspekte dieses Themas: die Vermögensverwaltung, die Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die theologisch-spirituelle Dimension.

Dr. Axel Stephan Scherff, Geschäftsführer der Solidaris Revisions-GmbH und Partner der Sozietät Fuchs & Scherff - Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, informierte die Gäste anschließende über wichtige juristische Aspekte der Vermögensnachfolge von Ordensgemeinschaften, insbesondere des Mittel- und Vermögenstransfers ins Ausland.

Anschließend berichtete Sr. Dr. Katharina Kluitmann, Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe, Lüdinghausen/Nonnenwerth, über ihre Dissertation, eine Studie mit dem Titel „Die letzte macht das Licht an?“ Sie schilderte eindringlich und authentisch ihre Erfahrungen aus Interviews mit den 150 Teilnehmerinnen ihrer Studie.

Eingerahmt wurde das Nachmittagsprogramm von kurzen Auftritten des Zauberers Sebastian, der bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ordenstages mit seinen Kunststücken für nicht unerhebliche Heiterkeit sorgte.
Die Moderation des Tages hatte Herr WP/StB Friedrich Dickopp übernommen, der in gewohnt charmanter und souveräner Manier die Zuhörerinnen und Zuhörer durch den Tag führte. Bevor Herr WP/StB Ralph Wedekind die Gäste verabschiedete, ergriff spontan der Sprecher der Geschäftsführung der Solidaris, Herr WP/StB Rüdiger Fuchs, das Wort, um dem Freiburger Organisationsteam für die exzellente Vorbereitung des Tages den in jeder Hinsicht reibungslosen Ablauf des Tages zu danken.

Quelle: www.solidaris.de



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