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Festakt in Oberzell
Mit einem Festakt im Konventbau von Kloster Oberzell haben die Dienerinnen der Heiligen Kindheit Jesu die sechsjährigen Sanierungsarbeiten ihres Klosters am Freitag, 13. Juni, abgeschlossen.
Bischof Dr. Friedhelm Hofmann segnete die grundlegend erneuerte Einrichtung.


„Wir freuen uns heute über ein gelungenes Werk, das wir Schwestern künftig auch mit Leben füllen und mit vielen anderen Menschen teilen wollen“, sagte die Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen, Schwester Veridiana Dürr. Vertreter aus Kirche, Politik, Architektur und Denkmalpflege gratulierten zu der gelungenen Renovierung und zu dem mutigen Schritt in die Zukunft.


„Oberzell ist ein Ort voller Geschichte und Kultur, an dem es sich zu leben lohnt. Das erneuerte Kloster ist ausgerichtet auf Zukunft“, sagte Generaloberin Dürr zu den rund 170 Gästen der Einweihungsfeier. Schwester Reginarda Holzer, Baubeauftragte des Klosters, dankte Beratern und Ratgebern, Architekten und Firmen für das sehr gute Miteinander in der Bauphase sowie allen, die das 15-Millionen-Euro-Projekt finanziell unterstützten. „Vieles was Generationen von Schwestern erwirtschaftet und erspart hatten, ist in die Sanierung investiert worden“, sagte Holzer mit Blick auf den Einsatz ihrer Ordensgemeinschaft. Die Schwestern freuten sich über ein gelungenes Werk und hofften, dass durch die Sanierung ein Grund für die nächsten 100 Jahre gelegt worden sei – wer immer hier dann leben werde.

In Oberzell werde Großartiges von starken Frauen geleistet, würdigte Landtagsvizepräsidentin Barbara Stamm das Engagement der Franziskanerinnen. Die Ordensfrauen hätten sich stets den jeweiligen Herausforderungen der Gesellschaft gestellt und Antworten gegeben. Ihr Einsatz sei ein Dienst an der Gesellschaft, der einer Verflachung und Orientierungslosigkeit entgegenstehe. „Sie führen heute ein Lebenswerk zur Vollendung“, sagte Stamm zu den Schwestern. Bayern könne stolz auf Kloster Oberzell und die Franziskanerinnen sein. Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel nannte das erneuerte Kloster einen Ort der Frömmigkeit und Besinnung mit langer Tradition, der Vertrauen in die Zukunft ausstrahle. „Die Schwestern haben ein entschiedenes und entscheidendes Zeichen für den Weg des Klosters in die Zukunft gesetzt.“ Zells Bürgermeisterin Anita Feuerbach bezeichnete das Kloster als wichtigstes kulturelles Erbe des Marktes Zell am Main, das erhalten werden konnte. Einblicke in die Baugeschichte und Sanierung gaben Alfred Wiener, Friedrich Staib und Gernot Meyer vom Architekturbüro Wiener, Architekt Rainer Kriebel vom Architekturbüro GKT sowie Dr. Martin Brandl vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. „Wir können sicher sein, dass niemand besser als die Oberzeller Franziskanerinnen den Geist dieses Ortes weiter beseelen und klingen lassen“, betonte Kriebel.

Die Feier umrahmten Christine Eberherr (Harfe) und Thomas Hupp (Percussion) musikalisch. Meditative Texte von Schwester Katharina Ganz trug Schwester Regina Grehl vor. Die Gedanken beschäftigten sich mit den Themen Stein, Stuck, Stahl und Staude. „Gründerinnen sind wir heute. Zahlenmäßig werden wir kleiner. Dennoch setzen wir hoffnungsvolle Zeichen: Wir erhalten Kloster Oberzell als sakralen Ort und Kulturdenkmal. Wir teilen dieses Gelände mit Menschen, die hier Gebet, Gemeinschaft, Arbeit, Erholung, Wohnraum oder einen Tagungsort suchen“, hieß es am Schluss der Meditation.

Die grundlegende Erneuerung von Klosterkirche, Konventbau und angeschlossenem Nordflügel sowie der Außenanlagen von Kloster Oberzell kostete rund 15 Millionen Euro. Davon trägt die Diözese Würzburg rund 2,14 Millionen Euro. Weitere Zuschüsse in Höhe von 890.000 Euro kamen von der Bayerischen Landesstiftung, das Landesamt für Denkmalpflege gab rund 75.000 Euro. Mit 680.000 Euro unterstützte der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien das Projekt, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich mit 350.000 Euro. Von der Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken kamen 185.000 Euro, vom Kulturförderkreis des Landkreises Würzburg 50.000 Euro. Die Gemeinde Zell unterstützte das Kloster mit über 95.000 Euro. Rund 60 Prozent der Kosten finanziert die Gemeinschaft selbst, wenngleich durch verschiedene Aktionen Spenden in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro eingingen.

Bilder und Text: Bernhard Schweßinger (POW)

Bei einem Tag der Offenen Tür am 14. Juni 2008 konnten sich die Besucher selbst ein Bild vom generalsanierten Kloster Oberzell machen.


Weitere Berichte unter: www.oberzell.de


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:20