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Neuer Seelsorger in Assisi
Für viele Pilger ist der Aufenthalt in Assisi mit einer Führung in San Francesco verbunden. Fast 50 Jahre hat P. Gerhard Ruf diese Führungen gehalten.
Nun steht mit Br. Thomas Freidel ein deutscher Minorit zur Verfügung, der diese Tätigkeit weiter führt.


Br. Thomas Freidel OFMconv. berichtet aus der Stadt des hl. Franziskus:

"Bereits seit den Tagen des heiligen Franziskus ist es uns, seinen Brüdern, aufgetragen, gleichsam wie "Pilger und Fremdlinge" in der Welt zu leben, und nicht an Orte oder Aufgaben gebunden zu sein. So war für mich nun im März dieses Jahres der Zeitpunkt gekommen, um nach zwölf Jahren an einen neuen Wirkungsplatz aufzubrechen. Als Diakon in unserer Pfarrei Maria Schutz in Kaiserslautern hatte ich die Bandbreite der seelsorglichen Tätigkeit kennen gelernt, ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit dort war der pastorale Dienst für das Kolpingwerk als Präses auf Pfarr- und Bezirksebene, Vortragstätigkeit im Rahmen der Erwachsenenbildung, Verkündigung und Gemeindecaritas.

Wenn mir auch das Arbeitsfeld der Auslandsseelsorge in Assisi bereits von früheren Aushilfseinsätzen etwas vertraut war, war ich doch dankbar um eine Übergangszeit von gut 3 Monaten, die ich zu einem Fortbildungsaufenthalt in Rom verbringen konnte. Neben dem Ausbau der Sprachkenntnisse konnte ich in verschiedenen Vorlesungen an unserer St. Bonaventura-Fakultät, sowie am Antonianum, dem Studienhaus der braunen Franziskaner, wichtige Themenbereiche der mittelalterlichen Philosophie und franziskanischen Spiritualität vertiefen; die internationale Brüdergemeinschaft im Seraphicum, dem Studienkolleg des Franziskaner-Minoritenordens, hatte zudem ihren eigenen Reiz und weitete den Blick auf die Vielfalt unserer Gemeinschaft.

Die "Krönung" des Romaufenthaltes war dann eine persönliche Begegnung mit Papst Benedikt XVI. Eher zufällig kam ich zu einer Eintrittskarte für das große Konzert der chinesischen Staatsphilharmonie, das im Mai für großes Medienecho sorgte. Dort traf ich unseren kroatischen Mitbruder Pater Maximilian Herceg (Beichtvater im Petersdom), der als Vatikan-Insider den richtigen Riecher für unsere Platzwahl hatte. Als dann der Heilige Vater an uns vorbeilief, reichte ich ihm die Hand und stellte mich als neuer deutscher Seelsorger in Assisi vor. Das erregte sofort die Aufmerksamkeit des Papstes, und mit bayerisch-herzlichem Akzent versprach er mir umgehend: "Dann sehen wir uns bestimmt einmal in Assisi!" Nun ist Papst Benedikt die Stadt des heiligen Franziskus nicht erst seit dem Besuch im vergangenen Jahr bekannt. Als Präfekt der Glaubenskongregation weilte Kardinal Ratzinger oftmals hier, meist als Gast der bayerischen Klarissen-Kapuzinerinnen; viele Mitbrüder erinnern sich noch lebhaft an den stillen Beter in der Basilika - meist schon in den frühen Morgenstunden.

So konnte ich gleichsam von höchster Stelle ermutigt meine neue Aufgabe antreten, was noch dadurch erleichtert wird, dass ein Pfälzer Landsmann von mir hier in einmaliger Weise den Boden bereitet hat. Vor fast genau 50 Jahren wurde Pater Gerhard Ruf als Beichtvater nach Assisi versetzt, wo sich ihm allerdings ein viel weiteres Tätigkeitsfeld eröffnete. Unzähligen Menschen hat er seitdem die theologische und spirituelle Botschaft der Basilika San Francesco vermittelt. Bahnbrechend wurde seine Forschungstätigkeit zu den mittelalterlichen Freskenmalereien, unermüdlich stand er seinen deutschsprachigen Landsleuten als Ratgeber und oft auch Nothelfer zur Verfügung. Vieles ist auch eher im Verborgenen geschehen, wie der Aufbau des international renommierten Fotoarchivs und über Jahrzehnte die Betreuung der deutschsprachigen Auslandsgemeinde in Florenz. So wird Pater Gerhard auch weiterhin in Assisi tätig sein und den schier unerschöpflichen Schatz seiner Kenntnisse und Erfahrungen einbringen.

Ebenfalls wird unsere deutschsprachige Präsenz verstärkt durch Pater Stanica-Petru Maties uns unserer rumänischen Ordensprovinz, der sich weiterhin für die Besucher nördlich der Alpen engagieren wird und auch die Seelsorgestelle in Florenz weiter betreut. Wie Franziskus im Gebet vor dem Kreuz den Auftrag zum Aufbau der Kirche erhielt, so wollen wir auch weiterhin von Assisi aus seinen Geist lebendig erhalten und die Pilger und Besucher deutscher Sprache zu einem Leben nach dem Evangelium ermutigen."

Kontaktadresse:
Br. Thomas Freidel OFMconv.
Sacro Convento, Basilica San Francesco
I-06082 Assisi (PG)
Tel.: +39-075-8190167
E-Mail: assisi@franziskaner-minoriten.de

Hinweise zu Führungen unter: www.franziskaner-minoriten.de


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:20