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Nur noch Wasser für die Reichen?
Seit den 90er Jahren engagiert sich der brasilianische Franziskanerbischof Luis Cappio dafür, den Rio Sao Francisco zu erhalten. Nach dem Willen der brasilianischen Regierung soll der zweitgrößte Fluss Brasiliens in Trockengebiete umgeleitet werden. Dies hätte dramatische Folgen für Umwelt und Mensch. Tausende von Fischern würde ihre Existenzgrundlage verlieren. Nutznießer der Umleitung wären dagegen nur Großgrundbesitzer.


Luis Cappio, der Bischof der Diözese Barra im Bundesstaat Bahía ist, demonstriert regelmäßig gegen diese Pläne. Aufsehen erregte er mit Hungerstreiks, mit denen er die Regierung Brasiliens zum Dialog zwang.

Die Missionszentrale der Franziskaner dokumentiert den Widerstand des Bischofs mit dem aktuellen Heft der Grünen Reihe. Die internationale katholische Friedensorganisation Pax Christi verleiht ihm in diesem Jahr den Friedenspreis.

Information zum Film:

Nur noch Wasser für die Reichen?
Brasiliens Bauern kämpfen um einen Fluss

Sendeanstalt: WDR
Sendedatum: Sonntag, 31. August 2008,
17.30 Uhr im Ersten

Der weltweite Boom der Ökotreibstoffe entfesselt im Agrarland Brasilien einen erbitterten Kampf: Agroindustrie gegen Kleinbauern und Indianerdörfer, Zuckerrohrwüsten statt Anbau von Lebensmitteln. Der ständige Hunger nach neuen Anbauflächen treibt die Großunternehmen auch in die Trockengebiete des brasilianischen Nordostens und verdrängt die Bevölkerung, die seit Generationen dort lebt.

Jetzt soll der Rio Sao Francisco, der zweitgrößte Fluss Brasiliens, mit einem gigantischen technischen Aufwand umgeleitet werden, um die neuen Plantagen zu bewässern. Noch mehr Vertreibungen, noch mehr Umweltzerstörung sind die Folge. Die Weltbank verweigert aus ökologischen Gründen eine Finanzierung des Projektes. Mitten in diesem Konflikt kämpft der katholische Bischof Dom Luiz Cappio aus dem Bundesstaat Bahia gemeinsam mit der Landlosenbewegung gegen dieses Projekt. Als alle anderen Mittel versagen, tritt der 62-Jährige sogar in den Hungerstreik. Doch die Regierung bleibt hart. Inzwischen hat das Militär das Gebiet besetzt, damit der Bau des 400 Kilometer langen Kanals beginnen kann. Trotzdem geht der Widerstand weiter: Bischof Cappio beendet zwar seinen Hungerstreik, aber kämpft jetzt mit anderen Mitteln gegen die Wirtschaftspolitik seines Landes.

Quelle: www.daserste.de/gottunddiewelt


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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:32