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Ausbildungsfeiern in den deutschen Franziskanerprovinzen
Traditionell ist seit einigen Jahren in den deutschen Franziskaner-Provinzen der September der Monat der Ordensfeiern: Aufnahme in das Postulat, Einkleidung, Erstprofess und Professerneuerung werden an unterschiedlichen Orten gefeiert.


Postulat

Am 20. September 2008 sind in Berlin–Pankow sieben neue Postulanten in das Postulatshaus der deutschen Franziskaner eingezogen. Das Postulat ist die erste Stufe des Ordenseintrittes. Für ein Jahr prüfen die Postulanten das Ordensleben, bevor sie als Novizen in den Orden eintreten. In diesem Jahr lassen sich Anton Simbeck aus Deggendorf, Bernd Leopold aus Vaihingen an der Enz, Gero Preuhs aus Celle, Klaus Steinbüchl aus Hausham, Marc Könemann aus Hagen/ Teutoburger Wald, Nikica Sikiric aus Neuhofen und Rainer Hokenmaier aus Blaustein auf das Ordensleben auf Probe ein.
Mit einer Messe in der Kapelle des Klosters wurden die Postulanten durch Br. Gregor Wagner begrüßt. Nach dem Evangelium stellten sich die sieben dann der Klostergemeinde vor. Anschließend erhielten sie für das vor ihnen liegende Jahr durch den Postulatsleiter einen besonderen Segen.

Einkleidung

Im Rahmen einer feierlichen Vesper in der Kapelle des Franziskanerklosters Berlin-Pankow sind die beiden Postulanten Markus Steinberger aus Stephanshausen / Rheingau und Daniel Korten aus Essen am 14. September 2008 in den Orden der Minderbrüder aufgenommen worden. Von P. Hadrian Koch, dem Provinzialminister der Thüringischen Franziskanerprovinz, erhielten sie das Ordensgewand als äußeres Zeichen der Zugehörigkeit zum Franziskanerorden. Die Feier stand unter dem Leitwort „Gott, du mein Gott, dich suche ich“. Das Zitat aus Psalm 63 hatten sich die beiden Postulanten selbst gewählt. Im Anschluss an die liturgische Feier wurde im Saal der Suppenküche bei Kaffee und Kuchen mit Verwandten, Freunden und Brüdern der neuen Novizen weitergefeiert. Inzwischen sind Markus Steinberger und Daniel Korten ins Noviziatshaus nach Wiedenbrück umgezogen.

Erstprofess

Die Novizen des letzten Jahres, Br. André Werner, Br. Christoph Körber, Br. Natanael Ganter und Br. Nikolaus Voss haben am 6. September 2008 in einem feierlichen Gottesdienst in Wiedenbrück vor dem Provinzialminister der sächsischen Franziskanerprovinz, Br. Norbert Plogmann, ihre Erstprofess abgelegt. Der Ausdruck Profess (lat.) bedeutet Bekenntnis. Damit versprechen sie öffentlich für ein Jahr gemäß der Ordensregel der Franziskaner zu leben. Sie versprechen mit der Ablegung der Gelübde der Armut, des Gehorsams und der ehelosen Keuschheit in dieser Lebensform nach dem Evangelium zu leben. Leitspruch der Feier war das Wort des Hl. Franziskus: „Ich habe das meine getan. Was ihr zu tun habt das möge euch Christus lehren.“ (2 Cel, 214). In seiner Predigt betonte Provinzial Norbert, dass die Brüder sich zu einer gemeinschaftlichen Lebensform verpflichten. Gegen eine wachsende Tendenz zur Privatisierung des Lebens ist franziskanisches Ordensleben auf Gemeinschaft ausgerichtet. Die Brüder versprechen, dass sie sich „aus ganzem Herzen dieser Bruderschaft anvertrauen“. Nach der Erstprofess ziehen die Brüder als Junioren des Ordens in die Klöster München, Ohrbeck und Hofheim.

Professerneuerung

In jedem Jahr erneuert der Junior seine Profess in einem feierlichen Akt. Frühestens drei Jahre, spätestens sechs Jahre nach dem Noviziat bindet er sich dann durch die Ewige oder feierliche Profess für immer an den Orden. Die Professerneuerung der acht Junioren fand in diesem Jahr am 3. September 2008 an einem heiligen Ort statt: In der Portiuncula-Kapelle in Assisi. Das ist der Ort, an dem am 3. Oktober 1226 der heilige Franziskus starb. Im Zuge einer Wallfahrt waren die Junioren nach Assisi gereist. Dort erneuerten sie ihre Profess vor dem Junioratsleiters Br. Michael Blasek. Es konnte keinen schöneren Rahmen geben als die Portiuncula-Kapelle in der Kirche Maria degli Angeli. Passend zum Raum sprach Bruder Michael davon, dass sich die Brüder als lebendige Steine in den Bau der Kirche und der Gemeinschaft einfügen lassen mögen. Dabei sei es die gemeinsame Aufgabe der Brüder im Juniorat und der für sie verantwortlichen älteren Brüder, für jeden die rechte Stelle im Bau zu finden. Die sei dort, wo jeder Stein Halt finden und Leben spüren könne.

Diakonatsweihe

Am 18. Oktober 2008 werden um 17 Uhr in der alten Franziskanerkirche in Köln Br. Daniel-Paulus Züscher und Br. Engelbert Petsch zu Diakonen geweiht. Die Weihe nimmt Diözesanadministrator und Weihbischof Dr. Franz-Josef Overbeck vor. Die Feier steht unter dem Leitgedanken „Wer in das Geheimnis Gottes eintaucht, taucht neben den Menschen wieder auf“.

Texte / Bilder:
Thomas M. Schimmel / Br. Stefan Federbusch



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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:32