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Festakt 200 Jahre Br. Theodosius Florentini
Mit einem Festakt haben die Ingenbohler und die Menzinger Franziskanerinnen ihres Gründers, des Kapuziners P. Theodosius Florentini (1808-1865) gedacht.


„Mit Gott bin ich Tag und Nacht beschäftigt und verbunden“, wurde Theodosius Florentini im Abendgebet des Begegnungstages in Ingenbohl zitiert.

Jedoch, wer damit meint, dass mit einem solchen Wort eines weltfremden Mystikers gedacht wird, geht fehl. Die gut dreihundert anwesenden Ordensleute gaben ein anderes Bild ab.
Die beiden Schwesternorden mit Stammsitz in Ingenbohl sowie in Menzingen gedachten einer Persönlichkeit, die für ihre Gründungen und ihre spirituelle Ausrichtung zentral war und bleibt; die Kapuziner erinnerten sich an einen Mitbruder, der die Welt vor zweihundert Jahren nachhaltig geprägt und die Brüder immer wieder neu gefordert hat.
„Wir wollen ihn nicht heilig sprechen, er war kein Heiliger, aber ein Prophet, der bis heute wirkt“, meinte Ephrem Bucher, der Provinzial der Schweizer Kapuziner.

Anton Rotzetter, Kapuziner und Buchautor, hielt die Festrede zum Thema zweihundert Jahre Theodosius Florentini und achthundert Jahre franziskanische Bewegung. Wie wir heute, lebten sowohl Franz von Assisi als auch Theodosius Florentini in einer Zeit der Umbrüche, stellte Rotzetter fest. „Beide orientierten sich nicht am Mittelmass. Beide gehen den radikalen Weg“, betonte er.
Der vor achthundert Jahren – zur Zeit des Franziskus – beginnende Kapitalismus besteht auch heute noch. Egoismus und Ausrichtung auf eine Kultur des Konsums werden prägende Konstanten des Lebens. Selbst die Globalisierung ist darin eine Ausdehnung des internationalen Egoismus. Gott geht darin oft verloren. Entgegen dieser Verdinglichung der Welt, in der alles zur Ware wird forderte Rotzetter eine Kunst des Aufhörens.
Darum sprach er sich für ein neues ökologisches Verhalten aus, das jedoch mitreißend sein müsse. Für die Erben des Franz von Assisi und des Theodosius Florentini stellte er drei Aspekte eines ökologischen Verhaltens dar:
In Anlehnung an Karl Rahner könne der Konsumverzicht als Akt der Freiheit gesehen werden.
In Anlehnung an die Erfahrung des Franziskus, dass alles einen Eigenwert habe, lädt Rotzetter ein, Genießen zu lernen ohne zu verbrauchen.
Und nicht zuletzt müsse eine zeitgemäße Schöpfungsspiritualität das Thema Tier aufgreifen: „Das Fleisch ist das Brot der Armen“ und der Fleischverzicht ein Gebot der Stunde, war der Redner überzeugt.

Text: Adrian Müller

Quelle: www.kapuziner.de



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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:32