Dies ist eine alte Version des Dokuments!



  zurück zur Übersicht 
P. Johannes Bahlmann ist neuer Bischof von Óbidos
Papst Benedikt XVI. hat P. Johannes Bahlmann ofm am 28. Januar 2009 zum Bischof der Prälatur Óbidos im brasilianischen Bundesstaat Pará (Amazonasgebiet) ernannt.



Bischofsweihe

Am 9. Mai 2009 wird P. Johannes Bahlmann von Bischof Felix Genn im Münsteraner Dom zum Bischof geweiht. Sein erstes Pontifikalamt wird er am 10. Mai in seiner Taufkirche St. Vitus in Visbek feiern. Die Einführung in Óbidos ist für Ende Mai vorgesehen. Als Bischof wird er sich Dom Frei Bernardo Johannes Bahlmann nennen.

Prälatur Óbidos

Die Prälatur von Óbidos liegt im nördlichen Urwaldgebiet des Amazonas und reicht von dessen Flusslauf bis zur Grenze von Suriname. Ihr Territorium ist doppelt so groß wie die Fläche der Niederlande mit einer geschätzten Einwohnerzahl von 350.000 Menschen. Seit ihrer Gründung wird die Prälatur mit ihren sieben Pfarreien durch die deutschen Franziskaner betreut. Bahlmanns Vorgänger Martin Lammers OFM aus Nienborg war seit 1979 Prälat von Obidos.

Biografie

Johannes Bahlmann (48) stammt aus Visbek im Oldenburger Land. Dort machte er zunächst eine Ausbildung zum Landwirt und zum Agraringenieur. Der 48-Jährige sagt selbst, in Jugendjahren habe er den Glauben „eher aus Konvention denn aus tiefer Überzeugung“ gelebt. Bis er 1983 den Gründervater der „Fazenda da Esperança“ traf, den Franziskaner Hans Stapel, der sich in Brasilien um junge Drogenabhängige sorgte. „Wir sprachen fünf Minuten, und ich wusste, was ich wollte.“
Ein halbes Jahr später zog Bahlmann nach Brasilien, legte sein Noviziat ab, studierte Philosophie und Theologie. Schließlich unterrichtete er selbst am ordenseigenen Kolleg Santo António Englisch, Geschichte und Franziskanische Spiritualität. Nach dem Theologiestudium wurde er 1997 in Vechta zum Priester geweiht.

SEFRAS

Die Arbeit mit den Ärmsten der Armen war immer der Schwerpunkt in der Arbeit des Franziskaners Johannes Bahlmann. 2001 betraute die Franziskanerprovinz der Unbefleckten Empfängnis Bahlmann damit, „die ordenseigenen Sozialwerke zu organisieren und auszubauen.“ Mit SEFRAS, dem Solidaritätswerk der Franziskaner, setzt er sich für die Ausgestoßenen der 20-Millionen-Metropole ein: Obdachlose, Müllsammler, mittellose Familien, vernachlässigte Kinder, Aids- und Leprakranke. „Wichtiger als Almosen zu verteilen ist es, für die Armen eine Lebensperspektive zu schaffen.“ So ermöglicht ein Recyclingprojekt 350 obdachlosen Papiersammlern die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. „Für eine nachhaltige Entwicklung ist professionelle Hilfe erforderlich.“
Doch Johannes Bahlmann ist nicht nur ein effizienter Organisator. Als Priester und Seelsorger weiß er auch um die existentiellen Nöte der Menschen, „denen jede Anerkennung versagt bleibt. Dass sie wieder einen Sinn für ihren Wert und ihre Würde gewinnen, das ist unsere Aufgabe.“

P. Johannes Bahlmann gehört zur Franziskanerprovinz von Sao Paolo mit derzeit 450 Brüdern, die Anfang des letzten Jahrhunderts personelle Unterstützung zur Wiederbelebung durch die norddeutsche Franziskanerprovinz Saxonia erhielt. Mitte Januar 2009 waren Br. Augustinus Diekmann (Franziskaner-Mission Dortmund) und Br. Stefan Federbusch für einige Tage in Sao Paolo zu Gast und besuchten zusammen mit P. Johannes einige der Projekte von SEFRAS. Wir gratulieren ihm zu seiner Ernennung und wünschen ihm für seinen Dienst als Bischof Gottes Segen!



  zurück zur Übersicht    Seitenbeginn  

Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:20