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spiritualitaet_zeichen_und_symbole_tau [d.m.Y H:i]
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spiritualitaet_zeichen_und_symbole_tau [d.m.Y H:i]
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-<div class="​linkfeld"><​a href="​http://​www.infag.de/​seiten/​doku.php/​spiritualitaet_zeichen_und_symbole">&​nbsp;​zur&​uuml;​ck zur &​Uuml;​bersicht&​nbsp;</​a><​a href="​http://​www.infag.de/​seiten/​doku.php/​spiritualitaet_zeichen_und_symbole_damianokreuz">​ Kreuz&​nbsp;</​a><​a href="​http://​www.infag.de/​seiten/​doku.php/​spiritualitaet_zeichen_und_symbole_ring">​ Tucum&​nbsp;</​a><​a href="​http://​www.infag.de/​seiten/​doku.php/​spiritualitaet_zeichen_und_symbole_zingulum">​ Zingulum&​nbsp;</​a><​a href="​http://​www.infag.de/​seiten/​doku.php/​spiritualitaet_zeichen_und_symbole_pax"><​span class="​letzter_link">​ pax et bonum&​nbsp;</​span></​a></​div>​ +
-<div class="​ueberschrift_1">​Das Tau</​div>​ +
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-<div class="​normaler_text"><​img width="​150"​ height="​210"​ class="​bild_links"​ alt="​Tau"​ src="/​seiten/​userfiles/​image/​Tau01m.jpg"​ />Das so genannte &​bdquo;​Tau&​ldquo;​ ist ein Buchstabe im griechischen bzw. der letzte Buchstabe im hebr&​auml;​ischen Alphabet (&​bdquo;​Taw&​ldquo;​). Es hat in der Bibel eine besondere Bedeutung und in der Kunstgeschichte eine lange Tradition. <br /> +
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-In der j&​uuml;​dischen Antike war das Taw so etwas wie eine verk&​uuml;​rzte Unterschrift,​ insbesondere von Menschen, die des Schreibens nicht kundig waren. Am Ende seiner Verteidigungsrede sagt der Mann im Buch Hiob: &​bdquo;​Dies ist mein Taw, jetzt gib du mir Antwort!&​ldquo;​ (Hiob 31,35). Das Taw ist eine Art verbindliche Versiegelung. Im sp&​auml;​tantiken Judentum steht es als K&​uuml;​rzel f&​uuml;​r die Tora. In den ersten f&​uuml;​nf B&​uuml;​chern der Bibel sind Gottes Weisungen f&​uuml;​r ein Leben in Freiheit und Frieden versammelt.<​br /> +
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-Im Ersten Testament wird das Taw auch als Rettungszeichen verstanden. Als Jerusalem am Rand einer Katastrophe steht, gibt Gott beim Propheten Ezechiel einem Boten den Auftrag: &​bdquo;​Gehe mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem und mache ein Taw auf die Stirn der M&​auml;​nner,​ die seufzen und wehklagen &​uuml;​ber all die Greuel, die in ihr ver&​uuml;​bt wurden!&​ldquo;​ (Ez 9,4). Bevor also das Strafgericht &​uuml;​ber die Stadt Jerusalem hereinbricht,​ l&​auml;​sst der Herr die Gerechten mit einem Tau auf der Stirn bezeichnen. Sie sollen von den M&​auml;​chten der Zerst&​ouml;​rung bewahrt bleiben.<​br /> +
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-Vermutlich war das Zeichen, das bei der Rettungstat Gottes f&​uuml;​r sein versklavtes Volk Israel an die T&​uuml;​ren gemalt werden sollte, ebenfalls ein Taw. Es ziert Sarkophage und Grabdenkm&​auml;​ler und findet sich auch als fr&​uuml;​hchristliches Zeichen in den Katakomben, den Versammlungsorten der ersten Christen. Offensichtlich verstanden sie es als &​bdquo;​Vor-Zeichen&​ldquo;​ des Kreuzes, als Vor-Entwurf des Heilszeichens der Erl&​ouml;​sung,​ das von Christus selber kommt. Das Kreuz, an dem Christus gekreuzigt wurde, hatte die Form des Taws; erst sp&​auml;​ter am Ende des Mittelalters hat man den vierten Kreuzesbalken hinzugemalt. Auch das Motiv der Kupferschlange,​ die als Heilszeichen aufgerichtet ist, wird h&​auml;​ufig mit einem tawf&​ouml;​rmigen Stab dargestellt. Sie wird zum Vor-Zeichen der Erh&​ouml;​hung Jesu am Kreuz. Die fr&​uuml;​hen christlichen Gemeinden fanden im letzten Buch der Bibel einen weiteren Zugang zu diesem Zeichen: Der Seher sieht einen Engel vom Sonnenaufgang kommen und das &​bdquo;​Siegel des lebendigen Gottes&​ldquo;​ tragen. Die T&​ouml;​chter und S&​ouml;​hne Gottes erhalten es eingepr&​auml;​gt,​ damit sie f&​uuml;​r das ewige Leben bewahrt bleiben (Offb 9). So tragen die 144.000 &​bdquo;​Gezeichneten&​ldquo;​ der Offenbarung des Johannes auf vielen Bildern das Taw als Rettungszeichen auf der Stirn. Der Kirchenvater Origenes berichtet, dass die Christen sich schon in der Fr&​uuml;​hen Kirche vor Arbeitsbeginn,​ dem Beten und Essen mit dem T-Zeichen bekreuzigt haben als Zeichen des Segens, des Schutzes und der Bewahrung. Die Initiale T des &​quot;​Te igitur&​quot;​ im Eucharistischen Hochgebet wurde in den Messb&​uuml;​chern des Mittelalters h&​auml;​ufig als Kreuz ausgestaltet.<​br /> +
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-Innozenz III. griff die Bedeutung des Taws bzw. Taus bei dem prachtvollsten Konzil des Mittelalters wieder auf. In seiner Er&​ouml;​ffnungspredigt des IV. Laterankonzils (1215) sprach er vom Tau als einem Zeichen der Bu&​szlig;​e. So h&​auml;​tte das Kreuz Christi ausgesehen, bevor Pilatus seine Holztafel anbringen lie&​szlig;​. Wer ist Geist Jesu lebe, trage sein Zeichen auf der Stirn. Der Papst gab dann das Ezechielwort an die Konzilsteilnehmer weiter: &​bdquo;​Bezeichne mit dem Tau die Stirn der Menschen&​hellip;​ Auf seiner Stirn tr&​auml;​gt jener das Tau, der in seinem ganzen Verhalten den Glanz der Er-l&​ouml;​sung zeigt&​hellip;;​ Wer das Tau tr&​auml;​gt,​ Zeichen eines Lebens aus echter Umkehr und in neuer Christusverbundenheit,​ wird Gottes Zuwendung erfahren&​hellip;&​ldquo;​.<​br /> +
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-H&​ouml;​chstwahrscheinlich hat Franziskus das Laterankonzil miterlebt und diese Predigt geh&​ouml;​rt. Mit Begeisterung hat er das Zeichen des &​bdquo;​Taus&​ldquo;​ aufgegriffen. Er zeichnete es auf H&​auml;​user,​ W&​auml;​nde und B&​auml;​ume. Er unterschrieb seine Briefe damit und gestaltete selbst sein Gewand in der Form eines T. In der Dreigef&​auml;​hrtenlegende hei&​szlig;​t es: &​bdquo;​Das T war ihm unter allen Buchstaben der liebste; mit ihm unterschrieb Franziskus seine Briefe und schm&​uuml;​ckte die W&​auml;​nde der Zellen&​ldquo;​ (3 C3). In Rom hat Franziskus wiederholt die Gastfreundschaft eines Siechenhauses genossen, das dem hl. Antonius geweiht war. Die Hospitalbr&​uuml;​der des Einsiedlers Antonius trugen das Tau als ihr Ordens-kennzeichen. Das obere Ende ihrer St&​ouml;​cke war damit geschm&​uuml;​ckt und es war in Stoff auf ihren Habit gen&​auml;​ht. <br /> +
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-Das Tau ist der Anfangsbuchstabe des griechischen Wortes &​quot;​tapeinos&​quot;​ (=dem&​uuml;​tig,​ niedrig) und ist von daher f&​uuml;​r Franziskus auch Ausdruck einer ganz bestimmten Haltung und Lebensweise. Franziskus bezeichnet sich selber als &​quot;​Minderbruder&​quot;,​ der in dem&​uuml;​tiger Hingabe an seinen Sch&​ouml;​pfer und dessen Sch&​ouml;​pfung lebt. Er m&​ouml;​chte gem&​auml;&​szlig;​ dem Beispiel Christi das Leben des Niedrigsten,​ Geringsten und Einfachsten f&​uuml;​hren.<​br /> +
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-W&​auml;​hrend der Papst das Kreuz-Zeichen bald als Kampfzeichen der Kreuzz&​uuml;​ge missbrauchte,​ wurde das Tau-Kreuz f&​uuml;​r Franziskus zum Friedens- und Segenszeichen. So finden wir es auch unter einem Segenspruch,​ den er f&​uuml;​r Bruder Leo aufschrieb, als dieser in Not und Angst war. Es bedeutete f&​uuml;​r Bruder Leo Kraft und Trost, dass er diesen Segen des heiligen Franziskus st&​auml;​ndig bei sich tragen konnte. Durch das Setzen des Tau-Kreuz-Zeichens bekundete Franziskus den Sinn, das Ziel und die Art seines Lebens. Er bezeugte durch dieses Zeichen, dass er sich von Gott getragen wusste, von Jesus Christus geliebt und erl&​ouml;​st,​ und dass er durch ein Leben in Hingabe, in Einfachheit,​ in Vertrauen und Liebe die Nachfolge Jesu zu leben versuchte. <br /> +
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-Das Tau ist daher ein Symbol f&​uuml;​r die Franziskanische Familie: ein Verm&​auml;​chtnis des hl. Franziskus, ein Zeichen des Segens und des Friedens. Es ist kein exklusives Zeichen nur f&​uuml;​r Ordensleute. Es ist ein Zeichen f&​uuml;​r jeden, der aus der Gesinnung des Evangeliums sein Leben zu gestalten sucht und im franziskanischen Geist in dieser Welt unterwegs ist. <br /> +
-Alle, die das Tau tragen, dr&​uuml;​cken damit aus:<br /> +
-auch ich bin von Gott erw&​auml;​hlt,<​br /> +
-auch ich stehe unter seinem Schutz,<​br /> +
-auch ich m&​ouml;​chte wie Franziskus Zeichen der Liebe Gottes f&​uuml;​r diese Welt sein&​nbsp;</​div>​ +
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Datenschutzerklärung   Letzte Aktualisierung: 15.03.2017 18:32